THERION - Theli (Re-Issue)

VÖ: Bereits erschienen
(Hammerheart Records)
Style: Opernhafter Symphonic Metal
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THERION
Wiederveröffentlichungen aus dem Backkatalog vom Hause THERION stehen dieser Tage frisch an, davon sogar ein halbes Dutzend, den Anfang machen 'Theli', 'Vovin' und 'Deggial', es mit Secret of The Runes, Lemuria und Sirius B weitergeht.
Nachdem schon 'Lepaca Kliffoth' andeutete, in welche Richtung sich die anfangs zunächst auf Knüppel-Death Metal fixierten Schweden THERION entwickeln würden, legten Christofer Johnsson und seine Crew 1996 ein weder an Theatralik, Dramaturgie noch Spannung und Heavyness zu überbietendes Fusionsalbum, das jeglich bisher dagewesene Dimension sprengte auf den Tisch. Diverse Gastmusiker und -rinnen griffen dem Quartett hilfreich unter die Arme. Düsterer Heavy Metal trifft majestätisch Orchestral arrangierte Klassik-Symphoniebögen. 'Theli' klingt perfekt nahezu vollständig aus einem Guss, weckt Erinnerungen an die zeit in den Mid90ern als AMORPHIS, THERION, PARADISE LOST, MY DYING BRIDE & Co. gesunden Gegenpart zum weichgespülten Grunge-Massentrend bildeten.
Inhaltlich fokussierten sich THERION auf das Feld mystischer Astralreisen, in die verstärkt kryptische Elemente Einzug hielten, altgriechisch, ägyptisch und Inhalte der jüdische Kabbala verbanden sich zu einem völlig eigenständigen Gebräu. Zunächst eröffnet ein Stimmungsvolles von heroischen Chorälen gestaltetes Vorspiel („Preludion“) die Reise in magische Astralwelten zu Bewussteinsregionen anderer Art auf nichtgreifbarer Ebene. „Cults Of The Shadows“ verbindet Klassik, Metal, Operettenhaften Frauengesang Gothicmässige SISTERS OF MERCY-Anteile und Abenteuer-Spirit zu einer fließend ineinander übergehenden Melange. „In The Desert Of Set“ glänzt mit wechselhafter Gesangsperformance aufgehellt durch orientalisches Flair mit flotter Kombination zu galoppierenden Riffkaskaden.
Das Zwischenintermezzo „Interludium“ bricht in einem regelrechten Vulkan heroischer Stimmungswellenmuster aus, während „Nightside Of Eden“ feinfühlig orchestrale Arrangements mit rhythmischen Heavy Metal-Grooves und flotten Tempowechseln verbindet, zur Auflockerung erneut SISTERS OF MERCY-lastigen Gothic-Anstrich einfließen lässt, „Opus Eclipse“ versprüht einschließlich schaurig Sirenenhafter Gesänge mächtig Gespenteratmosphäre mittels Keyboardsilhouetten, dramaturgische Spannung erzeugender Sequenzen und tonnenschweren Düster Metal-Rifferuptionen. „Invocation of Naamah“ lässt zunächst mystische Dunkelheit webend, Raum für leicht angedeutete Death Metal angehauchte Strukturen düsterem Zuschnitts, die sich auf Klartongesangpassagen plus theatralische Facettenvielfalt treffen. Seinen Zenith erreicht 'Theli' gipfelnd in „The Siren of The Woods“ ein fast zehn Minuten Gänsehaut erzeugend episches Opus Magnum, das in opulenter Form verträumte Sequenzen, mystische Schwermut und heroische Stimmungsbögen nahtlos miteinander verschmelzend eins werden lässt, um sich in zauberhaften Orchester und Gitarren-Klangharmonien zu ergießen, bis das elegant Orchesterpassagen mit kraftvollen Dramaturgie-Temposchüben kombinierende „Grande Finale/ Postludium“ eine rundum gelungene Scheibe passend beschließt.
Das gesamte Album ist damals wie heute eine Offenbarung. THERION stießen die Tür zu neuen musikalischen Bewusstseinssphären ganz weit auf, sollten mit ihrem Genre-Referenzwerk endlich den trotz vier guten Vorgängeralben bis dato versagt gebliebenen Durchbruch schaffen, sich zu einer stilistisch extrem vielseitigen Band entwickeln, deren Schaffensradius weit über Normalorbit liegend einsam Kreise in Dimensionen & Sphären zog,wohin ihnen keiner folgen konnte. THERION wurden mit diesem zeitlosen Klassiker zu Gründern des Symphonic Metal-Sektors als dessen Urväter sie gelten.
Fazit: Genreverbindendes Meisteropus zeitlosen Charakters. Perfekter Symbiont aus Orchestralarrangements und Classic Metal auf bis dato noch nie dagewesener Ebene. Gigantisch! 10/10

