THERION - Deggial (Re-Issue)


VÖ: Bereits erschienen
(Hammerheart Records)

Style: Opernhafter Symphonic Metal

Homepage:
THERION

Auf 'Deggial' erschienen zur Jahrtausendwende, kehrten THERION überraschend wieder im klassischen Vierer-Band Line Up formiert stärker zu ihren früheren Heavy Metalwurzeln zurück, dennoch täuscht dieser Eindruck über folgende Tatsache hinweg: An der Produktion waren mehr als 20 Gastmusiker mitbeteiligt.

Obwohl Symphonik und Metal abermals bewundernswert fusionieren kommt der Metalanteil als Gesamtnote stärker zum Tragen als bei den Vorgängeralben 'Theli' und 'Vovin'. Bei spannungsgeladen Bombast u. a. mehrstimmigem Gesang und Keyboards verzierten Nummern wie „Eternal Return“, „Enter Vril Ya“ oder zeigen sich phasenweise klassischer IRON MAIDEN ACCEPT-KING DIAMOND/ MERCYFUL FATE-Einflüsse. Die Orchestralen Arrangements wurden zu Gunsten des Rockfaktors erheblich reduziert, was dem Gesamtinhalt bis zu einem gewissen Grad entgegen kommt, dennoch gibt es auch düster Symphonisch getragene Tracks wie „Ship Of Luna“ wo endlich wieder Violinen und Celloklänge auftauchen und das Schiff der Mondgöttin Luna melancholisch wie huldvoll besungen von fesselnder Melodie begleitet wird, was nicht ohne dramaturgische Tempowechsel von Statten geht. „The Invincible“ baut Spannung mittels Akustikgitarrenklänge, Keyboards, opulent stimmkräftiger Männer/Frauenchorgesangspassagen auf, die von erdigen Gitarrenriffs vorangetrieben. Deggial tendiert zunächst in eine ähnliche Marschrichtung, ehe sich der Albumtiteltrack Geschwindigkeits steigernd in satte Headbangergrooves umschlägt, „Emerald Crown“ webt eingangs mystische von elegantem Anstrich veredelte Stimmungsbögen ehe die Steigerung per heftigem Leadsolo folgt. Das erneut in Barockem Stil arrangierte Zwischenintermezzo „The Flight of the Lord Of Flies“ hätte auch von Mozart oder Beethoven komponiert sein können. „Flesh Of The Gods“ knallt wieder verstärkt im klassischen Heavy Metaltouch“ wobei BLIND GUARDIAN-Sänger Hansi Kürsch dessen Organ „Flesh Of The Gods“ veredelte, was gut zu den scharfen ACCEPT/JUDAS PRIEST mässigen Riffs passt, hinzu gesellt sich ein spürbarer Hauch von NIGHTWISH.

Auch wenn das Gesamtwerk zunächst wie ein klassisches Symphonic Metal-Album wirkt, so wird vor allem an der Detailvielfalt ersichtlich, dass über 20 Gastmusiker daran mitwirkt haben, um ein solch grandioses Gesamtergebnis zu erreichen. „Via Nocturna (Part I + II)“ entpuppt sich als zwischen Orchestralem Barock und Orientalischer Klangvielfalt mittels Flöte, variabler Frauen/Männergesänge in klassischem Gefilde operierender Zweiteiler. „O-Fortuna“ wurde aus Carl Orffs Carmina Burana entnommen, es handelt sich dem zufolge hierbei um kein THERION-Original.

Fazit: Stärker zu den metallischen Wurzeln zurückkehrend, dennoch ausreichend symphonisch genug ist THERION erneut ein starkes Album gelungen, dem in perfekter Symbiose zwischen klassischem Heavy Metal und Orchestralen Bombast- Arrangements der Übergang von den 90ern ins Millennium auf anspruchsvolle Weise gelingt. - Pflichtanschaffung für Symphonic-Metal verliebte Geister. 9/10