SACRAFICE - The First Experience With The Unknown


VÖ: 02.12.2022
(GoldenCore/ZYX)

Style: Hard Rock/Heavy Metal/NWOBHM

Homepage:
GoldenCore Records

Anmerkung vorab zum Review: Die Vinyl-Variante ist für 2023 vorgesehen, weshalb hier zunächst die CD für das Tonträgerpaket besprochen wurde.

Treffen an Pommesbuden können zu Bandgründungen führen. So geschehen in grauer Teutonenstahlvorzeit 1982 mit SACRAFICE, deren German Metal-Rari Anfang Dezember als Audio-CD via GoldenCore als Wiederveröffentlichung erscheint. Lederjacken, Schnauzbärte, Lange Haare, gehörten früher in den 80ern oftmals zum Heavy Metal wie die Butter auf's Brot. Warum die Band SACRAFICE mit ihrer 1984 veröffentlichten, heute für hohe Preise gehandelten 4-Track EP zur lokalen Größe im Detmolder Raum aufstieg, zeigt sich an den vier Tracks der 'The First Experience With The Unknown'-EP, die neben diversem NWOBHM-Einfluss auch mal in Richtung frühe ACCEPT, JUDAS PRIEST, DEEP PURPLE, NAZARETH, RAINBOW und KISS tendiert. Besonders hob sich der garstige Gesangsstil von Ace Gee hervor, dessen raukehlig von garstigem Unterton gefärbte Reibeisenröhre im schleppenden Grower „When The Wolf Cries“ ANVIL-Reverenz bemerkbar, „The Holy War“ galoppiert per klassischer NWOBHM-Stilfärbung vermischt mit sattem ACCEPT-Feeling. Auch der stampfende Breaker „Give Me Your Love“ weiß zu gefallen, auffällig ist hier die kraftvolle Schlagzeugarbeit. Die vier aggressiv heavy rockenden Stücke zeigen selbst nach so langer Zeit kaum Abnutzungserscheinungen. Kein Wunder, dass die EP im Buch „Heavy Metal Made in Germany“ als 'Top German Metal Rarity' aufgeführt wurde, was entsprechend nach wie vor gilt.Drei durch aufwändige Arbeit restaurierte Livetracks in packender Live-Clubatmosphäre schließen sich dem Qualitätslevel mühelos an.

Bei den sechs Songs der SACRAFICE-Nachfolgecombo TRANQUILL liegt die Gewichtung auf ganz anderer Schiene, im klassischen Progressive Rock/Metal auf recht unorthodoxem, dafür erstklassig durchdachtem Niveau teils von DIO-, RAINBOW-, und BLACK SABBATH-eingetränkter Gespenstratmosphäre ("Shadowdancer") umnebelt. Für den Gesang zeichnete erneut Shouter Andreas Gee verantwortlich, zwischen dessen aggressiv harrscher Tonlage während seiner SACRAFICE-Zeit und raumgreifend gefühlvoll wie ausdrucksstarker Kopfvocalistik bei TRANQUILL Welten liegen.

Dort, wo bei SACRAFICE schon mal der ein oder andere Verspieler passierte oder ein Ton verfehlt wurde, gingen TRANQUILL äußerst professionell zu Werke woran der Unterschied zwischen raukantigem Oldschool-Metal und Prog Rock/Metal-Klangcollagen erkennbar wird.

Inhaltlich erinnert die gebotene Melange aller Songs Keyboardlastige vor Epic triefende BLACK SABBATH/RAINBOW-Momente vermischt mit eigenständigem Progressive Metalunterbau. Wie SACRAFICE lösten sich TRANQUILL bereits nach einer 4-Track-EP auf, 'Knight Moves' erblickte erst elf Jahre nach dem SACRAFICE-Viertrackling, 1995 das Licht der Welt. Zwei Bonustracks stocken den Gesamtrelease auf 13 Stücke auf. Es versteht sich beinahe von selbst, dass Neudi für den Restaurarions- und Masteringprozess viel Zeit, Liebe und Arbeit investiert hat, wofür ihm dickes Lob und Anerkennung meinerseits gebührt. Booklet inklusive Linernotes, Interview mit einem Ex-Bandmitglied, Fotos und weitere Abbildungen liegen dem Tonträger als besondere Extras bei.

Fazit: Zeitlose Classic Heavy Metal und Proggressive Hard Rock/Metal-Zusammenstellung, die den Mid80er-Geist gehaltvoll wiederspiegelt! 9/10


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