ROB MORATTI - Epical

VÖ: 09.12.2022
(Frontiers Music)
Genre: Melodic Rock
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ROB MORATTI
Über seine kurze Periode bei SAGA gehen die Meinungen weit auseinander. Zwar wird ihm oft vorgeworfen, er hätte die Band an die Wand gefahren, doch ich fand ihn gar nicht so schlecht. Live hatte er zwar nicht ganz das Charisma eines Michael Sadler, aber wer hat nicht dieses Problem? Und ehrlicherweise muss man zugeben, dass die beiden Platten mit dem Originalsänger nicht an „The Human Condition“ heran kommen. Aber das Thema ist Geschichte, die Solokarriere hat ROB MORATTI bei den Branchenführern von Frontiers ins Roster gespült.
Erfrischenderweise kommt seine starke Band ohne die üblichen Verdächtigen der Italiener aus. Die Produktion übernahm der Sänger gleich selbst, mit Keyboarder Fredrik Bergh und Drummer Felix Borg komponierte er die Songs, an der Gitarre findet sich EX-NIGHT RANGER und WHITESNAKE-Mann Joel Hoekstra wieder, den Bass bedient der frühere THE FIRM – und BLUE MURDER-Mitstreiter Tony Franklin. Wobei sich der Kanadier deutlich von seinen ehemaligen Kollegen emanzipiert, vielmehr hört man deutlich, dass er mal ein JOURNEY-Coveralbum einspielte.
Gleich der Opener „Can I Hold You For A While“ bedient zwar sämtliche Klischees des Melodic Rock, kommt aber schön druckvoll aus den Boxen. Klar ist der Einfluss der alten Größen in jedem Ton zu spüren, seien es die fanfarenhaften Keyboards, die zurückgenommenen Strophen und der hymnische Chorus. Doch der Mann versteht sein Handwerk, er war ja nicht umsonst Teilzeitnachfolger einer der Besten der Zunft. Und auch songwriterisch gelingt es die altbekannten wie engen Vorgaben mit genügend Leben zu füllen.
„Masquerade“ weiß mit viel Drama zu überzeugen, „Hold On“ dagegen mit knalligen Arrangements, während „Nothing Left To Say“ zwar sehr mainstreamig ausfällt, aber mit tollen Gesangsharmonien glänzen kann. Auf Dauer wirkt das allerdings etwas gleichförmig, was sogar daran liegen mag, dass man mit „You Keep Me Waiting“ nur eine Ballade findet. Ein Crack wie Hoekstra kann bei den meisten Liedern lediglich im Solo Akzente setzen. Einzig bei „Stay The Night“ und „Crash And Burn“ weiß er mehr zu den Titeln beizutragen als nur Leadfills.
6,5 / 10

