GIRLSCHOOL - WTForty Five?


VÖ: 28.07.2023
(Silver Lining Music)

Style: Classic Hard Rock

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GIRLSCHOOL


Welche Hard Rockende Ladyriege schafft es seit 45 Jahren zu bestehen? 45 Jahre und kein bisschen leise (!)präsentieren sich GIRLSCHOOL flexibler denn je, genauso kantig wie gewohnt auf dem aktuellen Longplayer, 'WTForty Five ?'

 

Das Songwriting wirkt ausgereifter als in jüngeren Tagen, die fließende Dynamik ist nach wie vor geblieben, - keinen Deut weniger Heavy wie gewohnt. Gibt der mit gewohnter Attitüde herrlich ungeschliffen kraftvolle an gemeinsame Früh80er- Zeiten mit MOTÖRHEAD erinnernde Hard Rocker „It Is What It Is“ sogleich den kraftvollen der Vergangenheit dennoch nicht hinterher trauernden Startschuß, legt das Quartett mit zwei kompakten Groovern („Cold Dark Heart“ und „Bump in the Night“) kräftig nach. Bei erster genanntem singt Kim McAuliffe gefühlvoll melodisch ausdrucksstark, zugleich inbrünstig wie bei keinem anderen Stück auf 'WTForty Five?' „Barmy Army“ geht beschwingt leicht füssig mal nicht raukantig, locker melodisch zur Sache, ist aber zweifelsfrei zu 100 Prozent GIRLSCHOOL.

Der kraftvolle zwischen Classic Hard Rock und Glamrock schwelgende Ohrwurm-Hit-Stampfer „Believing In You“ zeigt, dass auch LED ZEPPELIN (Cashbah-Riffing!), AC/DC (Beat!), AEROSMITH und frühe DEF LEPPARD (Singalongs und Hauptgesang), ihre Spuren beim Ladyquartett hinterlassen haben, die Nummer outet sich mit ihren raumgreifenden Riffs schleppend rollendem Bassgroove und Ohohoho-Singalongs als waschechte Stadionhardrockhymne. Ein solch kraftvolles Stück haben die tauben Leoparden seit vielen Jahren nicht mehr auf die Kette bekommen. Ich liebe dieses toughe, rauhkantig-rebellische Organ von Kim McAuliffe – das geht richtig unter die Haut und zeigt, wofür klassischer Hard Rock n' Roll steht! Drummerin Denise Duford mit ihrem wuchtigen zugleich taktsicheren Schlagzeugpunch und die seit 2019 ins Bandgefüge zurückgekehrte Bassistin Tracey Lamp agieren als robuste jederzeit straight und harmonisch agierende Rhythmussektion, deren topsicheres Timing zahlreichen Männerriegen zeigt, wie es geht, während Gitarristin Jacky Chambers krachende Riffs und kernige Leadsoli mit Drive aus ihrer Gitarre herausholt.

„It's a Mess“ ist wieder eingängig-melodisch doch ungewohnt schaumgebremst, dem schwächsten Albumtrack würde ein Kanten mehr Heavyness wohltun, „Into The Night“ sorgt als krachender Stadionrocker verstärkt durch griffige Ohohoho-Singalongs einschließlich catchy Refrains postwendend für Ausgleich, das mit für ein solches Stück wie von GIRLSCHOOL gewohnt dreckig räudig rebellischer Attitüde versehen krachende „Are You Ready?“ zeigt die hard rockige Seite von GIRLSCHOOL ganz ungeschliffen straight, wobei sich vor allem Gitarristin Jackie Chambers kräftig an der Sechssaitigen austoben darf. „Up To no Good“ ist wieder ein typischer GIRLSCHOOL-Rocker und bei „Party“ der dritten Stadionhard Rockhymne, die an BEASTY BOYS, MOTÖRHEAD und RAMONES denken lässt ist der Titel jederzeit Programm! Der von tatkräftiger Prominenz (Biff Bifford, Phil Campbell und Duff McKagan) unterstützte MOTÖRHEAD-Klassiker „Born To Raise Hell“ gibt dem über weite Strecken fesselnd wie vielseitigen Album einen tollen Abschluß. Lemmy wäre sicher stolz auf die Ladys gewesen. GIRLSCHOOL haben einen saustarken Studiolangdreher kreiert, daran führt kein Weg vorbei. GIRLSCHOOL wissen, wie es geht, müssen sich vor niemand mehr beweisen, ihre Musik spricht wie so oft für sich. In fünf Jahren kann die vierköpfige Londoner-Damen Hardrock-Riege ihr halbes Jahrhundert aktiver Musikgeschichte feiern, was ihr in der Tat sehr zu gönnen wäre.

Kraftvoll abgemischt lassen es die vier Engländerinnen nach Herzenslust krachen. GIRLSCHOOL sind unverzichtbarer Teil klassischer Hard n' Heavy Musikkultur, daran lässt das Album überhaupt keinen Zweifel. Hoffentlich bleiben die sympathischen Londonerinnen der Hardrock/Heavy Metalszene noch lange erhalten.

Fazit: 45 Jahre und kein bisschen leise! Darauf ein dreifaches Hoch! Respekt, die Damen. - Cheers, - auf die nächsten fünf! 8,5/10