GODTHRYMM - Distortions

VÖ: 18.08.2023
(Profound Lore Records)
Style: Epischer Gothic Doom
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GODTHRYMM
Namen wie MY DYING BRIDE, ANATHEMA, early PARADISE LOST und SOLSTICE sollten Anhängerschaft des Schwermutgenres ein sicherer Begriff sein. An Combos dieser Art erinnert der aktuelle GODTHRYMM-Langdreher, und was die Briten hier präsentieren ist schon mal nicht ohne. Am ehesten ließe sich das 'Distortions' betitelte Zweitwerk des englischen Vierers GODTHRYMM als düsterer Epic Doom begleitet von tief bedrückender Schwermut bezeichnen. Schon beim elfeinhalbminuten Opus „As Titans“ überkommt einen schwere Gänsehaut, zu „Devils“ rollt, rockt, groovt die Gitarre von Sänger Hamish Glenncross geradezu elegant wie von einem anderen Stern im Takt, sein Gesang im Duett mit Catherine Glenncross. Drummer Shaun Taylor Steels schlägt kompakt auf die Felle, während Bassist „Sasquatch“ Bob Crolla für pumpende Rhythmen sorgt.
Im ähnlichen Strickmuster aus Schwerfälligkeit, schleppenden Grooves, feiner Gesangslinien und opulent gestreuter Taktrhythmen-Epik mit vorhandenem Schuß Dramaturgie präsentieren sich die anschließend folgenden drei Schwermutlappen „Echoes“, „Obsess and Regress“ und „Unseen Unheard“, ehe der zweite und längste 12:45 Minuten fassende reichhaltig melancholische Schwermut Strom fließt. 60:04 Minuten Gesamtspieldauer verlangen bei solcherart zeitlich gedehnten Tonträgern vor allem eines: Ausdauer verbunden mit Geduld. Wer beides nicht hat, sollte spätestens hier das Buch besser zuklappen und aufhören weiter zu lesen.
Gefühlvolle Leadsolomelodien, harmonische Gesangslinien, schwere Grundriffs, gehüllt in spannend-geheimnisvolle Aura heißen die Grundkomponenten auf denen monolithisch niveauvoll klagender Schwermutsphärendoom zur Gesundung der Seele erzeugt wird. Gipfelnd in der Tatsache, dass MY DYING BRIDE-Bandkopf Aaron Steinthorpe zusammen mit Keyboarderin Catherine Glencross deren bezaubernd glockenhelle Female Vocals bei allen Kompositionen gewaltig Akzente setzt, sogar noch einen Song stimmlich veredelt, rundet das feine Stück Finsterstahl aus der Zeitlupenwelt gebührend ab. Je länger dieses Edel-Juwel im Playerschacht rotiert, desto mehr Feinheiten offenbaren sich. Anhängerschaft obig erwähnter Kapellen steht bei diesem interessanten Silberteller englischer Gothic Doom-Schmiedekunst ausnahmslos in der Pflicht.
Fazit: Schwermütig ergreifend klagend Atmosphärische Epic-Gothic Doom-Elegie auf fesselndem Level, deren Inhalt sogar weitaus bekanntere Genre-Zugpferde gewaltig Respekt zollen dürfen. Düster, heavy, Schwermütig, faszinierend, und majestätisch trauernd. - Very Well Done! 9/10

