OSTROGOTH - Too Hot


VÖ: 15.09.23
(High Roller Records)

Style: Heavy Metal

Homepage:
High Roller Records

Trotz für OSTROGOTH-Verhältnisse ungewöhnlich verändert kitschig wirkendem, bei genauerem Hinsehen mit wachsam zugleich angriffslustig dreinblicked zwischen ihren Beinen postierten Leguan als Haustier einer hübschen Lady, deren Beine in Stöckelschuhen von luftigem Kleid bedeckt vor einem Auto stehend hervorlukt, versteckt sich die Botschaft dahinter, das OSTROGOTH immer noch 'Ecstase und Gefahr' in ihrem Heavy Metal versprühen, selbst wenn das Coverartwork es nicht auf den ersten Blick vermuten lässt, zumal das Songmaterial ungewohnt in eine deutlich kommerziellere Richtung tendiert. Bedauerlicherweise traten die Belgier OSTROGOTH auf dem 1985 erschienenen 'Too Hot'-Album letztmals in Originalbesetzung mit dem unvergleichbaren Sänger Marc De Brauwer auf, dessen Aufnahmen sich wegen Stimmbandproblemen des genannten länger als erwartet dahinzogen. Hymnentechnisch gelangen weitere Knaller wie „Too Hot“ oder „Shoot Back“, ein spannungsvoll exotisches Instrumental („The Gardens Of Marrakesh“) ist ebenfalls vertreten.

Vergleichsweise zu Full Moon's Eyes'-EP und 'Ecstasy and Danger'-Longplaydebüt besitzen die Kompositionen auch weiterhin hymnenhaften Charakter, klingen nicht mehr ganz so ungeschliffen, aber gewohnt direkt, dafür wesentlich melodischer. „Love In The Streets“ steigert sich im Finale mit packenden Ohohoho-Singalongs, ufert in Endlosschleife aus, bricht leider ausgerechnet im falschen Moment ab, wo sich die Gitarren herrlich intensiv in wahren Spielrausch hineinsteigern. Schade. „Night Women (Don't Like Me) röhrt in klassischem Heavy Metaltakt einschließlich Stadion-Hard Rock-Passagen, „Endless Winterdays“ verbindet klassischen Hard Rock-Groove mit Glam, Street Rock n' Roll und galoppierenden Heavy Metal-Parts. „Catch The Sound Of Peace“ hebt sich als getragen heroischer Epic-Rocker balladeskem Zuschnitts vom Restmaterial ab, ehe „Halloween“ den erdig rockenden Abgang besorgte. Knapp bemessene 35:25 Minuten Gesamtspielzeit reich(t)en für das Album komplett aus.

Fazit: Immer noch OSTROGOTH, zwar nicht mehr ganz so stark wie auf EP und Vinyleinstand - auf jeden Fall gut genug, um zahlreichen Heavy Metalacts vorzuführen, wie packender Heavy Metal mit Kommerzanstrich, der überhaupt keinem Ton peinlich wirkt, prächtig funktioniert. 8/10

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