DWAAL - Never Enough


VÖ: Bereits erschienen
(Dark Essence Records)

Style: Sludge/Post Metal

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DWAAL


Wummerig tiefer die Gitarren nie dröhnen... - uuurrrggghhh! Norwegens Sludge-Post Metalpropheten DWAAL bringen ihr Zweitwerk unters Volk. Unterkühlte Sphärenströmungen ziehen sich durch alle fünf zwischen 6:15 bis 11:54 Minuten gedehnten Eisbergmonolithen, deren größerer Teil unter dem Wasser liegt. Garstige Shouts, abruptes Tempoherausnhemen, schleppend wieder anziehen gebettet in eine alles wegrollende Aura finsterer Schwärze lassen „All Masters, All Servants“ in zwei Gesichtern erscheinen dem hässlich-hübschen oder hübsch-hässlichen. Kaum weniger schwermütig monolithisch doomt sich „Pseudanium Antionos“ durch den Äther, erneut nimmt das Tempo ab, dafür die Intensität diverser Emotionspaletten zu, Leadgitarre und punktgenau alles in Grund und Boden hämmernde Drumbeats geben die Richtung vor.

Vergleichbar am ehesten erscheint Nähe zu CULT OF LUNA, NEUROSIS oder MORAST, wohin sich diese Band mit ihrem Zweitwerk bewegt. Kein leicht verdaulicher Stoff, allerdings auch kein schlechter. Neben allen Abgründen gelingt es DWAAL ihre Musik mit stimmungsvollen Melodien und raumgreifender Intensität zu füllen. „Leichenhalle“ vermittelt das Gefühl in einer dunklen Grotte zu stehen, auf deren Boden Kreuze stehen. Ohnmächtiger Zorn auf die Situation, die Beklemmung nichts tun zu können, Hoffnung, Depression, Ratlosigkeit und am Ende das befreiende Gefühl, dass nach dem Tod noch etwas anderes kommt, verknüpfen sich wie ein Gebilde aus diverser Gegensätze die so abstrakt wirken, dass sie zusammen passen ohne disharmonisch zu wirken. „Repentence of a Bastard“ mit 11:54 Minuten längster zwischen beissendem Zorn und tiefgreifender Melancholie pendelnder Track bewegt sich im tiefen Morast, Gedanken zu gleichnamiger Band machen sich bei diesem Überlangen Sludgeopus breit, das im Schlußdrittel heftig Zug nach vorn entwickelt, klinisch unterkühlt abklingt. „You Will Never Be Enough“ betont beklemmend zerstörerische Folgen innerlichem Hasses einhergehend mit zielstrebig betriebener Selbstverstümmelung. Wie der ziemlich spezielle Name vom Label treibt die Dunkle Essenz hier zahlreich Blüten. Dieses Album fühlt sich dermaßen brutal beissend ätzend bis in jede Pore toxisch an, wie der Geruch einer offenen Domestos-Flasche oder betäubend in die Nase dringendem Flüssig-WC-Reiniger mit ausgelaufenem Inhalt am Sonntagmorgen...

Fazit: Kraftvoll unterkühlter Melancholic Depri-Doom auf Pfaden beschwerlicher Demut im Zerrbild von Trauer, Wut, Hoffnung, Hingabe wuchernd im Wurzelwerk von melancholischer Schwermut, dem dicht verzweigt stehend gebündelten Strauchwerk versteckt unterdrückten Zorns. 8/10