CIRITH UNGOL - The Dark Parade


VÖ: 20.10.2023
(Metal Blade Records)

Style: Epic Doom/Heavy Metal

Homepage:
CIRITH UNGOL

Nanu, was ist denn das? Haben CIRITH UNGOL mit ihrem neuen dem vielleicht letzten Studiowerk 'The Dark Parade' (nächstes Jahr 2024 wollen sie so verkündet die Band auf ihrer Homepage selbst - auf Abschiedstournee gehen, - Legionen ihr wisst, was zu tun ist!) – etwa 'Join The Legion' Part II einspielen? Zumindest klingt das  mörderisch brachial fulminante jeden Unvorbereiteten in Null komma nichts gnadenlos überrollend alles an die Wand blasende Eingangs-Hölleninferno "Velocity (S.E.P.)" schwer danach! „Relentless“ pflügt kraftvoll majestätisch den Acker einschließlich jedes darauf stehenden Grashalms und alles was an Bodenbelag unter's Walzrad der Maschine kommt. Von dieser Epic Doomwalze können sich zahlreiche Genrebrands bei Bedarf etwas abschauen! „Sailer On The Seas Of Fate“ kämpft sich eingangs von Möwengeschrei und Brandungsrauschen begleitet schleppend in den Äther um gigantische Eruptionen hinterlassend zur Mitte mächtig Tempo gewinnend kraftvoll groovend Fahrt aufzunehmen, ehe das Temporad wieder zurückgeschraubt wird, um in schleppenden Modus übergehend akustisch sanft melancholisch auszuklingen, darüber thront Tim Baker mit seinem einzigartig röhrenden Organ, ohne dessen ausdrucksstarkes Charisma sämtliche CIRITH UNGOL-Alben undenkbar wären.

„Sacrifice“ (anfangs zunächst kurz von spanischen Flamenco Klängen eingeleitet, die zwischendurch ebenfalls eingesetzt werden) „Looking Glas“ und der Titeltrack „Dark Parade“ zeigen jenes epische Kauzdoomflair mit packenden Tempowechseln für das die Herr der Ringe-Fans CIRITH UNGOL seit jeher bekannt sind. Tim Baker's unwiderstehlich keifend wie brüllend seltener mal singende Röhre klingt tiefkehlig kraftvoller denn je. Das Gitarrenduo Lindstrom/Barraza rifft exzellent, soliert erwartungsgemäß ebenso arschtight tonnenschwere Gitarreneruptionen erzeugend auf Weltklasseniveau. Drummer Robert Garven verteilt wuchtigen Schlagzeugpunch, NIGHT DEMON-Bassist Jarvis Leatherby liefert erneut einen hervorragenden Job am Langholz. Kraftvoll produziert macht 'The Dark Parade' mit jedem Ton deutlich, wofür Heavy Metal im wahrsten Sinne des Wortes eigentlich steht, auch wenn der breite Heavy Metal-Mainstream das nie begreifen wird.

„Distant Schadows“ erinnert am Ende mit schwer durch den Äther wummernden Riffkaskaden fast an frühe METALLICA zu 'For Whom The Bell Tolls'-Zeiten. „Down Below“ startet mit Sirenenhaften Gesängen umgarnt die sich zur tonnenschweren Doomwalze steigernd in melancholischen Akustikpart übergehend, kraftvolle Gitarrenleadschleifen und -Sequenzen, in eine urgewaltig bedrückend schwere Riff- und Leadsoliorgie verwandelnd den Heavy Metal und Proto-Doom-Urvätern BLACK SABBATH zu goldenen 70er Hochzeiten huldigen. Dort, wo 'Forever Black' leicht schwächelte, lässt 'The Dark Parade' nichts anbrennen. Die schon seit 1971 bestehende Epic Metal-Legende aus Ventura jener Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien aus der auch NIGHT DEMON entsprangen, hat hier ein echtes Meisteropus hingelegt, das einmal mehr ihre ganze Qualität zeigt. - Come On... Join The Legions!

Fazit: Epischer Kauzmetal auf höchstem Eliteliga-Topniveau! Wer könnte diesen Stil auch besser spielen als CIRITH UNGOL? Keiner! 9,5/10