JORD - Tundra


VÖ: 03.11.2023
(Hammerheart Records)

Style: Avantgarde Black Metal

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JORD

Natur, Folklore und Mystizismus treffen in sieben Songs gepackt aufeinander. Hinter vorliegendem Siebentrackling steht eine seit 2020 bestehende Wasaland- Combo namens JORD. 'Tundra' so der Titel des immerhin bereits dritten Studiolongplayers der Schweden klingt wie eine Verknüpfung von ANATHEMA mit brutal harrschen ENSLAVED/BORKNAGAR/VINTERSORG-Attacken, FALKENBACH, verträumten ALCEST, KATATONIA-Momenten und vereinzelt auch mal postrockigen RUSSIAN CIRCLES-Anstrich. Dies und manches mehr in einen Topf geworfen, ergibt eine weder kraftvolle Riffdynamik noch Kontrast dazu bildende Sphärenlastigkeit vermissen lassende Klangreise intensiver Art. In etwa wie dieses Album es darbietet, funktioniert Atmosphärischer (Ambient) Black Metal im weitestgehenden Sinne. Meereswellenrauschen erzeugt gleich zu Anfang intensiv dem Unterbewusstsein Naturmystizistisch Nahrung gebende Stimmung.

Im Gegensatz zum verträumten „Mare“ wird’s bei „Själens Död“ zwischenzeitlich tiefer Emotional wofür gedehnte Leadsoli sorgen, ehe danach heftig intensiv Logeballert wird, um sich gegen Ende in verträumter Sphärenlastigkeit zu verlieren. „The Fall“ nimmt zunächst das Ohr mit feinen Pianoklangtupfern gefangen schwerer Gotic-Touch lässt sich hier nicht verleugnen, der sich geschickt mit Ambient-Klängen mischt, ehe Härtegrad inklusive gesteigerter Tempoforcierung zunehmen, und es in eine krass abgehende Gitarrenorgie ausartet, ehe sanftmütig elegantes Pianospiel den Übergang in die ausgeprägt heroisch kehliger Vocalistik Freiraum gebende Schlußphase. Kraftvolle Riffs und feinfühige Klangtupfer vereinien sich in „Vilddjurets Vrede“ hinzu stoßen volumnös rollende Grooves bis dann erneut das bei jeden Song stilprägend zugehörige Geknüppel einsetzt.

So schön das ganze auf den ersten Blick handwerklich umgesetzt wurde, fehlt es im Großen und Ganzen am echten Überraschungsmoment, was der Hauptkritikpunkt wäre. „Snöfödd“ schießt sich mit Melodisch Melancholischen Riffs einschließlich Stimmungsbögen unmittelbar nahtlos an, auch hier ist das ständig gleichbleibenden Knüppelparts die den Kontrast zu feinfühlig verträumten durch Hochtonklargesang untermauerten Melodien bilden. „Kyla“ wird von heftigen Marschgetrommel eingeleitet, ehe sich Nordische Wut Bann bricht und es gesanglich in den heißeren Frequenzbereich geht. „Tundra“ markiert den verträumt melancholisch von sakraler Stimmung umrahmten Abgang, wenn alles wieder ins Meer zurückfließt.

Fazit: Gelungener Spagat zwischen Eleganter Ambientstimmung, unbändig nordischer Raserei und einfühlsamer Melodiebeschichtung. 8/10