EARTHSIDE – Let The Truth Speak

VÖ: 17.11.23
(Music Theories Recordings / Mascot Label Group)
Genre:
Progressiver Cinematic Metal
Homepage:
EARTHSIDE
Um mit dem neuen EARTHSIDE Album „Let The Truth Speak“ etwas anfangen zu können, sollte man definitiv Prog-Metal/Rock affin sein. Ohne ihr Debütalbum „A Dream In Static“ (2015) zu kennen, lasse ich mich also völlig unvoreingenommen und nur die vier Vorabvideos kennend, auf das nach acht Jahren zu veröffentlichende Zweitwerk ein. Bei den angegebenen zehn Songs (mein CD-Player zeigt nur neun an, was daran liegt, dass das instrumentale „Vespers“ und der Titeltrack ineinander übergehen und als ein Song angezeigt werden, im Stream sind beide Stücke getrennt anspielbar) wird sehr viel Wert auf Sphärik, Atmosphäre mit warmem Ambiente und einer sauberen Orchestrierung innerhalb der Arrangements gelegt, die den cineastisch ausgelegten Prog Metal in vielerlei Hinsicht wirklich anspruchsvoll gestalten. Auffallend hierbei ist, dass kein Stück dem anderen gleicht. Dies könnte hierbei auch am Umstand liegen, dass nahezu bei jedem Song ein oder mehrere Gastsänger/Musiker von diversen Prog Kombos am Start sind, was sich dann auf den jeweiligen Song auch auswirkt. So klingt das jeweilige Stück mal symphonisch wie „“We Who Lament“ mit Sängerin Keturah oder mit leichtem Modern-Metal Touch behaftet, wie bei „Pattern Of Rebirth“ mit FIRE FROM THE GODS Frontmann AJ Chamber. Bei dem Titeltrack wiederum, an dem Daniel Tompkins (TESSERACT) und der russische Sänger Gennady Tkachenko-Papizh mitwirken, handelt es sich nicht nur gesanglich um eines der komplizierteren Stücke. Hier benötigt es schon das komplette Prog-Verständnis des Hörers. Das teilweise und nicht nur durch den Bläsereinsatz recht jazzig wirkende "The Lesser Evil" mit Larry Braggs und Sam Gendel am Gesang reiht sich da direkt mit ein. "Denial's Aria" mit den Sängerinnen Keturah, VikKe am Gesang und dem DUO SCORPIO an der Harfe sorgt durch seine eher gefühlvoll balladeske Art für etwas Entspannung. Selbst ein 12-minütiges Instrumental wie „Watching The Earth Sink“ wird durch die abwechslungsreichen Arrangements und u. a. ein knackiges Gitarren-Sol von Jamie van Dyck [Gitarren, Backing Vocals, Programmierung, Keyboards) nicht langweilig oder verliert beim Hören an Spannung. Das bereits vor zwei Jahren veröffentlichte, ebenfalls cineastisch anmutende, "All We Knew and Ever Loved" mit Baard Kolstad von LEPROUS rundet den Ritt durch die klangliche Vielfalt dieses Longplayers ab.
„Let The Truth Speak“ bringt es auf 68, mit Spannung vollgepackte Minuten. Man sollte beim Hören jedoch cineastischer Prog-Offenheit uneingeschränkt entgegenstehen.
Punkte: 7/10

