DRACONICON - Pestilence


VÖ: 17.11.2023
(Inner Wound Records)

Style: Power Metal

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DRACONICON

Knapp zwei Jahre liegt das Longplaydebüt der italienischen Transparent Power Metaller DRACONICON zurück, deren Zweitling 'Pestilence' dieser Tage folgt. Parallelen zu ihren Landsleuten RHAPSODY lassen sich kaum verleugnen, ebenso tendiert das Material in Richtung ARION, BLIND GUARDIAN KAMELOT, GLORYHAMMER, MAJESTICA, frühe RHAPSODY und ORDEN OGAN. Laut Infoblatt genannte POWERWOLF/SABATON-Vergleiche zielen völlig ins Leere, dafür wirken hier viel eher Vergleiche zu ihren mehr Fantasy und Gothic-Metal Elemente verwendenden Folk-Power Metal-Landsleuten ELVENKING.

Zur Musik: Obgleich es zeitweise gar extrem theatralisch ausgestaltet (siehe der Eingangsopener „Twisted Reflection“ „Heresy“) mitunter geradlinig direkt die Post abgeht, haben DRACONICON bei Nummern wie dem treibend nach vorn gehenden „Thorns“ auch Progressive Anteile mit drin, die sich dann recht deutlich in Richtung KAMELOT/BLIND GUARDIAN/ORDEN OGAN zuordnend bewegen. Im Titeltrack „Pestilence“ nervt das exzessiv übertriebene progressiv-Geschwurbel zeitweise ganz extrem, wenn es sich zu sehr ins spielerische verzeittelt, hier blitzt bei ruhigeren Passagen öfters der zahlreiche auf Epischen Power Metal getrimmte Transparentkapellen aus dem Stieffelland prägende RHAPSODY-Anstrich auf, neben Hochtongesangsvariationen tritt plötzlich ein eleganten Klängen frönendes Piano auf den Plan, ebenso sind Parallelen zu dem auf transparentem Power Metal-Feld aktiven Schweden MAJESTICA feststellbar. „Theatre Of Sorrow“ bewegt sich wesentlich geradliniger, obwohl der streckenweise furchtbar dünne Drumsound in Verbindung zu Orchestralpassagen wenn es in treibende Geschwindigkeitsakkorde umschlägt, für Verwirrung sorgt, wobei sich die Frage stellt: - Was soll das? Bei allem Respekt vor dem künstlerisch vorhandenen Anspruch der Band, zeitweise klingt dieses Album viel zu extrem überladen (siehe u. a. „Circus Of The Dead“ oder „Drowned“), das hyper schnelle grässlich den Song verunstaltende Blastbeatdrumgeballer bei letzter genanntem Stück passt ungefähr so effektiv dazu, wie Grünkohl auf Erdbeermarmeladenbrot. „Slumber Paralyses“, sowie das phasenweise von eleganten Pianoklängen und Geige bestimmte, in Theatralische Songmuster fallende „Under The Weight Of Your Sin“ und „Faust“ reihen sich nahtlos ins Geschehen ein. Zum Schluß ergeht noch folgende Warnung: Dieses Album könnte Toleranzgrenzen auf eine harte Probe stellen!

Fazit: Mehr als einmal die Schmerzgrenze des erträglichen überschreitender Transparent Power Metal verstärkt von verspieltem Proggressive Anteilen durchsetzt, wovon allem voran die ARION-, BLIND GUARDIAN-, ELVENKING, GLORYHAMMER-, KAMELOT-, RHAPSODY-, ORDEN OGAN-Fraktion angetan sein dürfte. Ambitioniert, elegant, heftig und zeitweise viel zu stark überladen. 6,8/10

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