SAXON - Hell, Fire And Damnation


VÖ: 19.01.2023
(Silver Lining Music)

Style: Heavy Metal

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SAXON

Landete die Stahladlercrew vor knapp zwei Jahren mit 'Carpe Diem' erfolgreich auf dem 2. Platz meiner Jahresliste der besten Heavy Metalalben, ist es gerade mal Januar 2024. Schon sehr früh im Neuen Jahr holt die fleißig produktive Stahladlercrew mit 'Hell, Fire and Damnation' zum nächsten (Flügel)schlag in zumindest noch nicht allzu langer Zeit zurückliegend veränderter Besetzung aus, denn zunächst gab es einen ziemlich gravierenden Wechsel im Band Line Up: Für das ausgeschiedene Gitarristen-Gründerurgestein Paul Quinn, der schon seit dem frühen Erstdemo 1978 noch ehe SAXON überhaupt ein Studioalbum herausbrachten, an der Sechssaitigen aktiv gewesen ist, wurde dieser zunächst auch für treue SAXON-Fans schwierig verkraftbare Verlust durch DIAMOND HEAD-Gitarrenvirtuose Brian Tatler kompensiert, der sich aufgrund reichhaltiger Erfahrung als vollwertiges Bandmitglied in den Produktionsprozess einbrachte.

Nach diesem sich mitunter schon bemerkbar machenden Wechsel im Band Line Up stellte sich nun die Frage, wie das neue Album 'Hell, Fire and Damnation' ausfallen würde? Antwort darauf gibt die Musik. Englands Stahladlercrew zeigt sich auf dem 25. Studioalbum in beeindruckender Form, dessen Inhalt Lust auf anstehende Gigs weckt. Frontmann Biff Byford verfügt über bestens geölte Stimmbänder, singt von enorm ausdruckstarker Leidenschaft beseelt, die ihresgleichen selten findet, wofür dem 73 jährigen ein ganz dickes Kompliment gebührt, es gibt wirklich nur wenige Heavy Metal-Frontmänner, die das in dem Alter so erstklassig hin bekommen, wie der schon seit den 80ern sich weit aus der Masse zahlreicher Stimmbandkünstler abhebender Eigenstilnote gekennzeichnete Haudegen. - Respekt! Das Gitarrenduo Doug Scarratt/Brian Tatler liefert imposante Hochkaräterarbeit, schwere Riffs und flirrende Leadsoli halten sich geschickt die Waage. Brian Tatler agiert jederzeit effektiv mannschaftsdienlich, während Nibbs Carter am Tieftöner zusammen mit Schlagzeuger Nigel Glocker als druckvoll harmonierende Rhythmussektion ein unschlagbares Gespann bildet.

'Hell, Fire and Damnation' betitelt, eröffnet ein düsteres (dem Titel Rechnung tragend) fast schon ein wenig MANOWAR-ähnliches Intro („The Prophecy“) den Neun-Tracker bis der Titeltrack „Hell, Fire and Damnation“ die Hölle auf Erden öffnend riffgewaltig aus den Boxen röhrend unmissverständlich aufzeigt, dass SAXON kein Gramm Durchschlagskraft verloren haben! Mit diesem herrlich fett krachenden Epic Opener haben SAXON einen der qualitativ besten ihrer 45jährigen Bandkarriere vom Stapel gelassen. Der tempo gedrosselt heroische Auftaktopener „Hell, Fire and Damnation“ mit unmissverständlichem, nicht mehr aus dem Ohr heraus wollendem Refrain ist ein kraftvoll majestätisch in Stahl gegossenes Monument, dass alle Trademarks von SAXON vereint, und nach schöner Melodie-Brücke zum Ende ordentlich Tempo aufnimmt. „Madame Guillotine“ outet sich dagegen als klassischer SAXON-Stampfer, „Fire and Steel“ erweist sich als krachender Speedorkan, massive Midtempofaustreckhymnen - siehe „Theres Something In Roswell“ (für UFO-Forscher eventuell interessant, da sich hier dem Phänomen von ROSSWELL angenommen wurde), und „Pirates Of The Airwaves“ sind wie gewohnt ebenfalls dabei, während sich ausgerechnet die Komposition mit dem längsten Songtitel - „Kubla Khan And The Merchand Of Venice“ - als berauschendes Albumhymnen-Highlight entpuppt. „1066“ greift abermals tief in die Historienkiste als die Sachsen unter ihrem König Harald Godwinson (Harald II) eine ganz verheerende für das weiterere Schicksal der Angelsachsen in England entscheidende Niederlage bei Hastings (nahe East Sussex, an der englischen Südküste) gegen die französischen Normannen von Herzog Wilhelm I, der Eroberer) einstecken mussten, dessen Regierungszeit in England von 1066 bis 1087 andauerte. „Supercharger“ röhrt kompakt voluminös im „Forever Free“-Stilmuster drauflos.

25 Alben und kein bisschen eingerostet, so lautet das Ergebnis für 'Hell, Fire And Damnation'; erneut hat dieses für die Metalszene weltweit unersetzliche NWOBHM-Zugpferd ein interessantes Album an den Start gebracht, das zahlreichen Fans harter Stromgitarrenmucke (auch dem verfassenden Individum bestätigt), warum sie seit vielen Jahren unerschütterlich an die Band glauben, dabei wohlwissend, was sie an dieser gestandenen NWOBHM-Institution in aller Regel so sehr schätzen.

Fazit: Auf dem 25. Studioalbumrelease der an Konstanz kaum zu übertreffenden Sachsen-Stahladlercrew regiert erfrischend kraftvoll dynamischer Heavy Metal, dessen Essenz tief aus der Vergangenheit schöpfend klassischen Denim & Leather-Spirit bis in die Gegenwart transportiert, kein Gramm unwiderstehlichen Charmes verloren hat. - Erneut ein massives Pfund starker Classic Heavy Metal-Tobak aus dem Hause SAXON. - Well Done! 8,5/10