THE PINEAPPLE THIEF - It Leads To This

VÖ: 09.02.2024
(KScope)
Genre: New Artrock
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THE PINEAPPLE THIEF
Nachdem man sich in den vergangenen Jahren eher der eigenen Vergangenheit gewidmet hat, war es nun wieder Zeit für ein neues Album. So lange wie jetzt mussten die Fans noch nie auf neues Material der New Artrocker warten. Aber kein Wunder, hat die Pandemie doch einige Paradigmen verschoben. Doch mit der letztjährigen Tour sind THE PINEAPPLE THIEF wieder zurück im Geschehen, wobei trotz der Arbeit mit seiner Stammband Gavin Harrison an Bord blieb. Der PORCUPINE TREE-Schlagzeuger hob mit seinem Einstieg die Truppe auf ein neues Level, was man auch auf „It Leads To This“ nachhören kann.
Schon im Opener „Put It Right“ kann er Akzente setzen, was ob dessen ruhiger Gangart für einen Drummer gar nicht so einfach ist. Ein Paradebeispiel für seine Fähigkeit die Töne richtig zu dosieren und Stimmungen perfekt zu unterfüttern. Sanft rollen seine Fills über die Toms und lullen den Hörer ebenso ein wie die unterschwellige Elektronik. Jene findet sich noch verstärkter im Titeltrack, wo immer wieder Synthesizerschwaden vorbei ziehen. Problematisch nur, dass die Beitrage von Steve Kitch eine sehr starke Affinität zu Richard Barbieris Arbeit aufweisen. Nicht nur wegen der selben Bandinitialien wurde man stets mit dem populäreren Betätigungsfeld von Harrison verglichen.
Sicher liegt das auch an der markanten Arbeit des Schlagzeugers, die trotz aller akkuraten Akzentuierung einen wunderbaren Ton hat. Ihn könnte man ob seiner Extraklasse noch relativieren, jedoch ist auch die Riffarbeit von Bruce Soord hier sehr an Steven Wilson gemahnt, mal von ein etwas noisigem Fiepen abgesehen. Selbst den ruhigen beschwörenden Gesang nutzt der Frontmann, dessen Stimme allerdings rauer klingt.
Auf früheren Scheiben waren die Parallelen mal mehr, mal weniger vorhanden, hier wird sich gar nicht daran gestört, dass sie gehäuft auftauchen. Was Soord als Songwriter anders macht ist sicherlich, dass er das Lied nie aus den Augen verliert, etwas was Wilson zuletzt etwas entglitten ist. Alle Nummern gehen bei kompakten fünf Minuten ins Ziel ohne jetzt gleichförmig zu klingen. Dazu ist der Pool an Zutaten zu groß, die munter untereinander gemischt werden.
Bei „The Frost“ wir eher zugepackt, im abschließenden „To Forget“ nutzen THE PINEAPPLE THIEF akustische Momente. Von den Arrangements lassen sie alles wunderbar ineinander über gleiten, was der Songdienlichkeit weiter zugute kommt, alles kommt herrlich unaufgeregt daher. Umso mehr schade, dass nicht mehr Eigenständigkeit gewagt wurde, das Genre lässt viele Pfade offen, um Vielfalt zu kreieren. Auf der anderen Seite finden eventuell all diejenigen, denen „Closure/Continuation“ zu harsch ausgefallen ist Gefallen an „It Leads To This“, das streckenweise mit seiner warmen Melancholie verzaubern kann.
7,5 / 10

