CROWNE - Wonderland

08 crowne

VÖ: 22.08.2025
(Frontiers Music)

Genre: Hair/Melodic/Power Metal

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CROWNE

Weitere zweieinhalb Jahre nach ihrem Zweitwerk „Operation Phoenix“ hat die schwedische Supergroup wieder was Neues am Start. Leider waren Liveauftritte seitdem auch eher Mangelware, denn die Musiker habe bekanntermaßen auf der Bühne ebenso ihre Qualitäten. Nun als etatmäßiger Gitarrist ist Love Magnussen fest engagiert worden, der ja mit DYNAZTY erst kürzlich neuen Stoff unter das Volk brachte. Das gelang auch für Keyboarder Jona Tee mit H.E.A.T und Sänger Alexander Strandell mit DYNAZTY, während wir weiter auf das schon seit langem angekündigte Album von EUROPE warten. Deren Bassist John Levén kann sich bei CROWNE kreativ austoben, was kann „Wonderland“.

Erst einmal verwundern, denn obwohl alle Mitglieder tief in der Tradition des schwedischen Melodic Rock verwurzelt sind, geht man mit dem Genre ein klein wenig auf Distanz. Das Pendel schlägt schon im süffigen Titeltrack Richtung Power Metal aus. Direkter, flüssiger, mehr Galopp, noch kompakter, selbst bei den bisher kurzen Songlängen biegen die Fünf um die erste Kurve. Dabei sind diverse Trademarks der beiden Stile nicht unähnlich, seien es die Fanfaren oder auch oft cheesy Melodien. Die Strophe eher sphärisch zu halten, um dann mit weiten Refrains auszubrechen können ebenso beide, wobei beim abschließenden „The Fall“ noch mehr Keyboardkleister draufkommt.

Das widerspricht zwar dem leicht gestiegenen Härtegrad, hält die Formation aber nicht davon ab in „Timing Is Right“ oder „Hearts Collide“ genau darauf zu setzen und das Tempo anzuziehen. Gerade im Power Metal stellt man ja eine noch größere Zuwendung zu poppigen Klängen fest in letzter Zeit, und tatsächlich könnten „Heaven Tonight“ oder „Legacy“ aus der Feder von AMARANTHE oder BEAST IN BLACK stammen. Interessant wird es, wenn sie etwas düsterer zu Werke gehen, wie bei „Warlords Of The North“, bei dem Biff von SAXON mitkomponierte. Hier zeigt sich, dass die Melodien im Chorus teilweise eher schwer und raumgreifend werden, während sie bislang flüssiger daherkamen.

In den Strophen mag die DoubbleBass von Christian Lundqvist noch richtig nach vorne schieben, doch seine knalligen Arrangements kommen kaum zum Zuge. Am ehesten noch in „Waiting For You“, wenn auch hier gerade im Intro die Nähe zu den PRETTY MAIDS nicht von der Hand zu weisen ist. Waren die Dänen seit jeher Grenzgänger zwischen Metal und Hard Rock, bedient „Eye Of The Oracle“ diese Schnittstelle ebenfalls. Die wuchtigste Nummer von „Wonderland“ orientiert sich hier aber mehr an RAINBOW.
Bezeichnenderweise ist es dann auch eine mit schmachtenden Chören ausgestattete Powerballade, welche die größte Nähe zu den ersten zwei Scheiben aufzeigt. In „Goodbye“ lässt Strandell an eine weitere Hairmetal-Kultfigur denken, die hohen Screams tönen sehr nach Mike Matijevic von STEELHEART. Doch egal, was die Herren sich thematisch auf die Fahnen geschrieben haben, sie besitzen ein unfassbares Händchen für schmissige Songs und große Hooks, und stellen mit ihrem Können auch hier die jeweilige Konkurrenz in den Schatten.

7,5 / 10

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