STEVE HACKETT - A Midsummers´s Night Dream

VÖ: 21.11.2025
(Inside Out/Sony)
Genre: Klassik
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STEVE HACKETT
Seit etwa fünfzehn Jahren eilt der frühere GENESIS-Gitarrist wieder von Erfolg zu Erfolg, bringt in regelmäßigen Abständen neue Werke auf den Markt. Mit denen flicht er viele weltmusikalische Motive in seinen angestammten Progressive Rock ein, live mischt er dies mit vielen Klassikern seiner alten Band. Dem war nicht immer so, denn gerade als jene Spielart in den Neunzigern am Boden lag, versuchte sich STEVE HACKETT an anderen Stilen, besonders seine sehr klassisch geprägten Werke sorgten damals bei Kritikern für Aufsehen. Nun wurde „A Midsummer´s Night Dream“ von 1997 neu aufgelegt, dessen Ansatz schon Anspruch evoziert.
Immerhin vertont er hier das lyrischste Werk von Wliiam Shakespeare in instrumentaler Weise, ein wahrlich mutiges Unterfangen. Im Booklet gibt es zu jedem Song einen kurzen Auszug aus dem Werk, dazu einen Kommentar von Hackett selbst. Wie sehr es ihm gelingt die Stimmungen der Erzählung in Musik umzuwandeln vermag ich nicht einzuschätzen, weil mir diese gänzlich unbekannt ist. Musikalisch könnten die Stücke jedoch gut zu jener Zeit am Ende der Renaissance passen, wie sie auch Ritchie Backmore mit BLACKMORE´S NIGHT vertonte. Gerade im akustischen Bereich scheinen Parallelen durch, wobei Hackett deutlich mehr Hang zur klassischen Gitarre beweist.
Nicht das einzige Mal in seiner Karriere, schon bei den Prog-Giganten ließ er das in den Siebzigern immer wieder durchschimmern. Etwa im thematisch mit der Scheibe verwandten „The Cinema Show“ oder „Blood On The Rooftops“, vor allem jedoch im instrumentalen „Horizons“. Das können sich interessierte Fans grob als Anhaltspunkt für „A Midsummer´s Night Dream“ vorstellen, weil eben auch oft die Klampfe alleine das Geschehen führt.
Daneben kommt vor allem das Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Matt Dunkley zum Einsatz, das allerdings seine Spuren separat aufgenommen hat. Die Arrangements stammen von Hackett selbst und seinem langjährigen Keyboarder Roger King, der darüber hinaus in „Celebration“ eine mächtige Kirchenorgel an den Sart bringt. Von den sonstigen Mitstreitern ist noch Bruder John dabei, der zu mehreren Liedern die Flöte beisteuert.
Mal kommt der Meister ganz alleine daher wie in jenem legendären GENESIS-Stück, etwa beim abschließenden „All Is Mended“ oder dem folkigen „Oberon“. Dann umgarnen die Streicher seine Akustische sanft, betten sie weich, wie im flirrenden „By Paved Fountain“ oder „Titiana“. Wirklich interessant wir das Werk, wenn sich der Himmel kurzzeitig mit Geigen vollgehängt wird, die entweder „Helena“ einleiten, dann wieder wie in „“Set Your Heart At Rest“ die Coda bilden.
Das ganz große Kino kommt erst gegen Ende, wenn das Orchester öfter die Oberhand behält und für eine geniale Dynamik sorgt. Ein klanglicher Wohlgenuss in Zeiten komprimierter Produktionen, wenn auch stilistisch anders. Große Melodien von „Between The Cold Mon & The Earth“ treffen auf Nummern, die komplett vom Orchester übernommen werden, etwa „Mountains Turned Into Clouds“. Und dann natürlich die schiere Wucht des schon erwähnten „Celebration“, wo Pauken und Trompeten jauchzen. Wunderbare Musik, um sich fallen zu lassen, sofern man eine Affinität zur Klassik besitzt, mit dem wofür STEVE HACKETT sonst steht hat das nichts zu tun.
7,5 / 10

