CIRCLE KARMA CLUB - Wreak Havoc

VÖ: 12.12.2026
(Lucky Bob Records/SPV)
Genre: Blues/Alternative Rock
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CIRCLE KARMA CLUB
2019 von Gitarrist, Sänger und Songschreiber Uwe Jolly unter dem Namen JOLLYCASTER gegründet, machte ihnen erst einmal die Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Bevor es live losging, zogen sich CIRCLE KARMA CLUB zurück und schrieben Songs, bevor sie im Vorprogramm von Mando Diao oder Ritchie Kotzen zu überzeugen wussten. Ein wirklich festes Line-Up ist bisher nicht zustande gekommen, neben Jolly ist nur Keyboarder Achim Neckening fest dabei. Der wechselt aber auch mal ans Schlagzeug, wenn auf der Bühne Günter Werno von Vandenplas zur Verfügung steht. Für das Aufnehmen ihres Debüts „Wreak Havoc“ konnten sie sogar in die legendären Abbey Road Studios gehen.
Grob im Saarland beheimatet wurde ich aber bislang noch nicht auf die Formation aufmerksam, dies soll sich nun ändern. Musikalisch klar im Blues und Rock der Siebziger beheimatet, lassen sie es etwas schleppend angehen, bevor sich der titelstiftende Opener so richtig entfalten kann. Das Intro steigert sich immer mehr, bevor auch der Gesang Fahrt aufnimmt, nur um in der Bridge wieder ganz ruhig runterzufahren. Für einen Titel, der als etatmäßiger Konzertauftakt fungiert zündet das nicht ausreichend.
Was speziell daran liegt, dass es dem Schlagzeug, das hier Jan Friedrich eingespielt hat an Durchschlagskraft fehlt und die Arrangements verpuffen. Für knallige Breaks, die das Öfteren die Nummern anschieben könnten ist das einfach zu dünn abgenommen, da wäre unter den Vorrausetzungen mehr drin gewesen. Besser kommt da in der Folge schon „Sky Too High“, die Strophe ist zwar auch zurückhaltend, versprüht aber eine gewisse Lässigkeit. Im Chorus brausen dann Gitarre und röhrende Hammond gleichermaßen auf.
Feines Feeling beweisen CIRCLE KARMA CLUB mit dem kritischen „This World Fails“, das mit bluesigen Licks aufwartet, unter die Orgelflächen gelegt sind. Plötzlich tendiert der Refrain in Richtung hymnischen Neunzigerrocks, die Herren tun gut daran nicht nur die Vergangenheit zu zitieren. Was noch mehr für „Evelyne“ gilt, wo schon das verspielte Akustikmotiv deutlich den Geist der Nineties atmet. Sehr interessant ist auch „What Are We Doing Here?“ gestaltet, das sanft beginnt, dann mächtig Fuzzgitarren aufbietet. Von der beschwingten Melodieführung geht es sogar noch weiter zurück in die psychedelischen Sechziger, natürlich nicht ohne die Schweineorgel anzuwerfen, die sich mit den verdrehten Riffs paart.
Einen Hang zum American Songbook ist ebenso nicht von der Hand zu weisen, der Süden der Staaten wird in den Südwesten der Republik verlagert. „A Place Like Home“ pendelt zwischen fast countryhafter Klampfe und sumpfigen Axtattacken, der Gesang klingt beseelt wie einst Paul Rodgers. Gänzlich ohne jeden Rhythmusballast kommen „Sometimes“ und „Beneath The Clouds“ daher, auch hier sind die Parallelen zu dem Mann nicht zu ohrenscheinlich, Stichwort „Seagull“. An die songwriterische Brillanz kommen die Saarländer noch nicht ganz ran, das ganze soll schon trocken und staubig sein, trotzdem hätte hier etwas mehr Saft gut getan, damit sich "Wreak Havoc" wirklich mit Druck im Ohr festzusetzt.
6,5 / 10

