UNIVERSUM 25 - Die Maschinen wollen leben

VO: 20.02.26
(Vertigo)
Deutschrock/Metal
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UNIVERSUM 25
Kritik:
Tja, so schnell kann es gehen, denn schon ist aus Universum 25 scheinbar eine Band mit Aussage und Kontinuität geworden, mit der man rechnen muss. Ich gebe zu, im ersten Durchlauf waren „Die Maschinen wollen leben“ und ich noch keine dicken Kumpels. Die Gründe hierfür lagen an den doch recht dominanten Texten, die sich zudem in meinen Ohren recht sperrig mit der Musik verbinden wollten. Überhaupt ist man auf diesem Album ein wenig schwerer und tragender geworden, ja fast trauriger. Zum anderen konnte mich teilweise das futuristisch gesprenkelte Keyboard nicht wirklich abholen, dessen Einsatz für mich eher unpassend war. Doch wie es so oft ist: Gut Ding will Weile haben. „Die Maschinen wollen leben“ benötigt seine Zeit, um sich zu entfalten und zu entblättern. Und je tiefer man einsteigt, desto mehr nimmt einen das Album schlussendlich gefangen. Wer einen Eindruck des Geschriebenen bekommen möchte, hört am besten gleich mal in die Single „Wenn Roboter träumen“ hinein, um zu verstehen, wovon ich rede. Sperriger Rhythmus, monotoner Sprechgesang und dann ein leider verdammt geiler hymnischer Refrain, den man so in dieser Songstruktur sicherlich nicht erwartet hätte. Universum 25 bleiben auf ihrem zweiten Album definitiv überraschend. Treibende, schwere, pumpende, brachiale Riffs, wie man sie noch auf dem Vorgängeralbum genießen durfte, habe ich allerdings schmerzlich vermisst. Ebenso muss ich bedauerlicherweise sagen, dass der Begriff Ohrwurm oder Mega-Hit auf kaum einen der Songs zutrifft. Dafür ist man enttäuschenderweise im musikalischen Background einfach zu sperrig aufgestellt und liefert Melodie und Schmissigkeit in zu wenigen Refrains und Songs. „Gardinen zu“ ist einer jener Songs, von denen ich auf der Scheibe gerne mehr gefunden hätte. Für mich der Vorzeigesong dieser Scheibe. So bleibt ein Album, das bei mir einige Tränen wegen verpasster Chancen hinterlässt, durch Stücke wie „Der Anfang vom Ende“ oder „Zu deiner eigenen Sicherheit“ aber dann doch auch ein Lächeln hinterlässt. Als Hörreferenz würden mir spontan sperrige Subway to Sally Songs, diverse Heldmaschine-Einflüsse und natürlich In Extremo einfallen, deren mittelalterliche Parts durch ein futuristisches Setting ersetzt wurden. 6,5 von 10 Punkten.

