REAPER - Dead World Legacy


VÖ: 13.02.2026
(Reaper Industryes)

Style: Heavy Metal

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REAPER

42 Jahre REAPER sind eine vorzeigbare mehr als respektable Bilanz. Kassels dienstälteste  viele Höhen und Tiefen durchlaufene im aktuellen Line Up hoffentlich umso fester zusammengeschweißte Heavy Metal-Band bringt aktuell ihr fünftes Studioalbum 'Dead World Legacy' heraus. Durch zuvor laufende Trailersequenz für "The Fear) erhöhte sich die Spannung darauf erheblich. Immerhin liegt das vorerst letzte REAPER-Studioalbum 'An Atheist Monument' bereits zwölf Jahre zurück. Entsprechend groß war meine Spannung im Vorfeld. Dass unsere Welt schon seit geraumer Zeit gewaltig aus den Fugen geraten ist, nahezu am Abgrund steht, daran lassen Songtexte und Inhalte auf Dead World Legacy ebensowenig Zweifel wie das reichlich bizarre, irgendwo zwischen Horror-SciFi (Predator) und Totenschädel gestaltete, weitab fröhlicher Empfindungen liegende Coverartwork.

„Eye In The Sky“ zeigt sich als voll im Saft stehend geradlinig kraftvolle flott Fahrt aufnehmender Einstiegskiller mit emotionalem Tiefgang, der zwischendurch in satte Heavy Grooves umschwenkt. Damit wäre schon mal ein sicherer Kandidat für künftige Live-Auftritte der sympathischen Kasseler auf der Habenseite und ich erkenne mich fleißig beim Kopfnicken und im Takt Mitwippen. „From Giants Shoulders“ beginnt von schweren Riffs getragen, ehe dynamische Temposteigerung folgt. Daniel singt intensiv theatralisch, was zur flotten von treibendem Drumming und kraftvoller Gitarrenpower angetriebenen Walze sehr gut passt, ehe melodisch auflockernde Parts eingestreut werden. „Jerusalem“ kombiniert klassischem Heavy Metal, schwere Gitarrengrooves, Speed-Thrash-Temposteigerung, Progressiv Anteil fundamentiert auf dunkel- heroischer zugleich beklemmend nachdenklich kritischer Ausrichtung auf die Situation in Jerusalem zielend gleichnamige Song ist der vielleicht progressivste in der Bandgeschichte und fällt srichtig aus dem Rahmen. Obschon im Vorfeld bekannt, wurde das Stück gesanglich nachgebessert.

Dadurch, dass Hauptvocalist Daniel dessen seit geraumer Zeit einfließenden Klartonvocals der Band gut zu Gesicht stehen, gesangliche Unterstützung mittels Backingvocals aller drei anderen Bandmitglieder bekommt, klingt das Songmaterial ausgelichener und harmonischer. Spannung vermittelt auch der mystische auf tonnenschwere Heavyness, Sprech-Passagen setzend intensiv Spannung aufbauende fließende Geschwindigkeitssteigerung, rasante Tempoausbrüche, rollende Gitarrengrooves und kontrastierend gedrosselte Heavyhness, ebensowenig vermissen lassende, Melodie mit Härte plus Tempovariationen auf Hymnenformat kombinierende Trip in den „Garden Of Delights“ - und Spaß hat seinen Preis. In „The Gale“ folgt noch so ein kapitales wie ein Befreiunggschlag wirkendes bei Liveautritten mächtig Furore machend Headbangeralarm auslösendes von feiner Melodieführung, spannende Stimmungsvariation verbunden mit Stilwechseln, durchsetztes Pfund, worin sich gesamte Banderfahrung des KasselerOldschool-Vierers wiederspiegelt, (wie ich bei der Albumvorstellung) am 13.09.2026 in der Kultszene-Location Goldgrube feststellen durfte). Ähnlich anspruchsvoll zugleich variabel zeigen sich die gedehnten zwischen fünf bis knapp sechseinhalb Minuten liegenden Riemen, „The Legacy“, ein verstärkt heroisch wie theatralisches, ebenso Rock n' Roll-Parts mit Black Metallisch angehauchtem Timbre verknüpfendes zeitweise gar ein wenig an Piraten der Karibik denken lassendes „Oceans Of Slumber“ sowie die im Video-Trailer vorgestellte von krachenden Riffkaskaden gefütterte als echtes Highlight durchgehende Horrormetal-Hymne „The Fear“, die sich für künftige Live-Sets unentbehrlich macht, ehe sich das Kasseler Quartett noch zwei spezielle Schmankerl für den Schluß aufgehben hat. Zunächst das knapp acht Minuten geschickt massiv raumgreifende Hard Rock-Groove-Riffs, kraftvoll Melodischer Heavy Metal-Schlagseite und flott das Tempo anziehenden in Richtung Black Metal Thrash zeigenden durch herbe Geschwindigkeitsattacken balancierenden LangEpos „The Sun“, dem ein besonderer Schlußtrack folgt.

Im knapp zweiminütigen mich völlig wegbeamenden Zwischenspiel „March of the At-At“ verlieren sich auf dystopischer Sci-Fi-Ebene wandelnd Zeit und Raum. Dieses Zwischenspiel sollte unverzichtbarer Bestandteil im künftigen Liveset der Band sein. Zeitgemäß druckvoll fett kompakt gemischt wurde produktionstechnisch alles richtig gemacht. Meine Wenigkeit jedenfalls ist von der neuen durch Mark und Bein gehenden REAPER begeistert, ergriffen und schwer beeindruckt. Bestätigung hierfür liefert der Schlußtrack „Dark Throne“ als gelungener Tribut an die Norwegische-Kult-DüsterheimerInstitution obendrein. Somit ergeht nun folgende Empfehlung: Metalheads: Macht euch auf ein saftig krachendes Album gefasst, das die gestande Kasseler Heavy Metalgarde variabler und stärker als je zuvor zeigt!

Fazit: Feiner Albumrelase einer Nordhessischen Oldschool-Szene-Institution die konsequent hart an sich gearbeitet in jeder Hinsicht selbst übertroffen hat, wie ein erlesener Wein gereift mit den Jahren zur kompakten Einheit gewachsen ist. - The REAPER is back... mit einem Albumhammer im Gepäck! 9/10