HEAVYSAURUS - Metal

03 heavysaurus

VÖ: 30.01.2026
(Europa/Sony Music)

Genre: Metal for Kids

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HEAVYSAURUS

Aktuell liegt die Schlagzahl im Saurier-Lager enorm, der Tourkalender wächst, dazu fast im Jahrestakt eine neue Scheibe. Nur eineinviertel Jahre nach „Pommesgabel Reloaded“ hauen die Marktführer im Bereich Metal for Kids die nächste Songsammlung heraus. Den Nachwuchs wird es freuen, denn die Gefahr rauszuwachsen ist immer vorhanden, wenn das neue Futter zu lange auf sich warten lässt, der Autor dieser Zeilen weiß ein Lied davon zu singen. Also textet der deutsche Ableger wieder einige finnische Originale um und bringt die unter dem programmatisch betitelten „Metal“ unter das junge Volk.

Wobei der nicht von ungefähr kommt, denn damit legen sie das härteste Werk ihrer Geschichte vor, um damit vielleicht zu testen, bis wohin die Kinder mitgehen. Bisher wurden ja die verschiedensten Ausprägungen auf den Silberling gebannt, nun wird das Spektrum noch erweitert. So schießt „Metal Um Die Welt“ direkt nach vorne los, die Drums von Komppi Momppi ballern wie bei den Großen, auch wenn ein paar Keyboardflächen den Refrain aufweichen. Die bringen hier einen interessanten Kontrast, der beim thrashigen „Heavy-Hubschrauber“ noch schärfer ausgearbeitet wird.

Generell ist aber auch der in den finnischen Sonic Pump-Studio entstandene Sound schon etwas kerniger angelegt. Mehr Raum erhalten die Gitarren, wobei alles etwas höhenlastig klingt, der Gesang ist nicht mehr so gut zu verstehen wie auf älteren Scheiben. Das erschwert der Zielgruppe den Zugang, macht ihn aber authentischer und bringt ihn näher an die „erwachsenen“ Vertreter. Textlich geht es diesmal viel um das Tourleben, das aber natürlich kindgerecht lustig besungen wird. Auch viele Tiere stehen in einigen an Fabeln angelehnte Lyrics im Vordergrund, etwa „Rob, Die Robbe“.

Riffi Raffi darf nicht nur die Riffs beisteuern, sondern auch mal mit Leadfills glänzen, wie im bretternden „Das Weltbeste Versteck“ oder auch dem rockigen „Unkka Dunkka“. Bei dem von Keyboarderin Milli Pilli gesungenen Titel finden sich die schon von den bisherigen Platten bekannten Hair Metalverweise. Etwa in „Pattaja Hai“ oder „“Saurierbus“, wobei hier eine Rap-Einlage für Stirnrunzeln sorgt. Wenn man den Metal auch in modernen Formen dem Nachwuchs näherbringen will, dann hat man mit dem stoischen „Bayrische Höhle“ mehr Chancen, der mit orientalischen Synthschleiern den Titel konterkariert.

Jene Einflüsse finden sich ebenso im schweren symphonischen „Pharaonen Fest“ wieder, dessen Chorus vom Tempo anzieht. Auch andere Zutaten werden verrührt, die in der Vergangenheit schon öfter Verwendung fanden, wie der Folk von „Irosaurus“. Bei dem Schunkler werden Akkordeon – und Flötentöne verwendet, „Kokosmuss-Banjo“ wartet indes mit jenem Instrument auf. Das gab es schon auf „Retter Der Welt“ bei dem Stück „Riese In Texas“, hier noch flotter.
Selbst vor progressiven Ideen macht man nicht Halt, besonders beim stampfenden „Muffis Bass-Magie“, das ebenso den Synthesizer betont. Der sorgt im treibend beginnenden „Kuhglocke, Go!“ für eine schöne schwebende Atmosphäre, und es um den „More Cowbell“-Joke geht. „Metal“ versucht wie schon der Vorgänger die bisherige Schiene in ausgefeiltere Bahnen zu lenken, allerdings wirken die viele cheesy Refrains zunehmend deplatziert.

6,5 / 10