ENNUI - Qroba


VÖ: 27.02.2026
(Meuse Music Records) 

Style: Atmospähischer Funeral Doom 

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ENNUI

Verlust, Depression, Existentialismus und die damit verbundene innere Leerestehen auf dem Revers der im Randgebiet des Kaukasus heimischen Funeral Doomer ENNUI aus Georgien. Vier Longplayalben und zwei Splits haben ENNUI bisher auf dem Konto, denen der fünfte Studiolangdreher 'Qroba' folgt, das verspricht finster-episch, majestätisch-monolithisch, dunkel-mystisch zu werden. In der Tat, so verhält es sich mit dem 62:39 Minütigen Gesamtkunstwerk.

Wechselweise in georgisch und englischer Sprache verfasst, haben ENNUI etwas Horizonterweiterndes geschaffen, zeigt es dorthin, wo das Ende allen Seins, den Beginn einer neuen Hoffnung darstellt. Tristesse bahnt sich den Weg durch die Tiefen im Wirkungskreis kosmischer Schöpfung. Immer und ewig ist der Kreislauf zwischen Leben und Tod. Vergänglichkeit des Seins heißt Anfang von etwas Neuem.Basierend auf dem Gedicht 'Down, To The Stars' des Dichters, Essayisten und Grafikers Terenti Graneli (1897-1934), sowie des Georgischen Dichters Konstantine Makashvili (1876-1927), laut Promoinfo dem Urheber der Worte von 'Decima' – eine zehnteilige Strophenform - und 'Mokvda Mze' was übersetzt etwa 'Tod der Sonne' oder 'Die Sonne ist gestorben' bedeutet. Am Ende war Stille... 

Von Innerer Leere ist bei dieser in Fünf gedehnt zwischen zehneinhalb bis fünfzehn Minuten Teilen gegliederten, feinfühlige Klangsymphonien verteilenden Reise zu den Abgründen der menschlichen Seele nichts zu spüren, dafür herrscht oftmals zermürbend langsam vor sich gehende Trägheit im Sinne eines schleichenden Gifts 'Qroba' vermittelt Gefühle, - nichts ist so allgegenwärtig wie das Feld Unendlicher Leere, ehe sich harrscher Zorn gezündeter Dynamitladungen gleich entladend, in deren Äther sich tonnenschwer walzende Gitarrenriffs hineinschieben wie ein Messer, das Butter schneidet. Momentaufnahmen durchlebter Verzweiflung, Trauer, Wut, dem Würgegriff beklemmend wenn dichter Efeubewuchs einem Baum die Luft abklemmt, Depression zu entkommen während Gedankenbilder aus Hoffnung nährend episch voran schreitender Melancholie irgendwo das rettende Licht im Dunkel zu entdecken, bis endlose Dunkelheit ihr Mäntelchen einem Netz gleichend auswirft. Schweigende Stille in unvorstellbarer Weite menschliches Fassungsvermögen übersteigender  Unendlichkeit als letzte Bastion, innere Seelenruhe zu finden.

Abgemischt und gemastert von SAINT VITUS/ESOTERIC-Tieftöner Greg Chandler, gibt dieser schwer verdauliche Brocken für Anhängerschaft extrem schwarzer Depressionsmucke den Seelen der gemarterten hinreichend Nahrung.

 Fazit: Depri Funeral Doom finsterster Sorte, schwerstens verdaulichem Inhalts geschaffen für den tiefsten Underground auf Ebene von Schwermütern der Liga SHAPE OF DESPAIR, HELLIGHT, LIGHTS OF VIMANA und SKEPTICISM. Ein schwermutbehaftet düsterer apokalyptisch beklemmender Atmosphären-Doom Soundtrack zum Untergang allen Seins, wenn die Sonne nicht mehr existiert. 8,8/10