AXEL RUDI PELL – Ghost Town

03 axelrudipell

VÖ: 20.03.26
(Steamhammer/OPEN)

Genre:
Hard Rock

Homepage:
AXEL RUDI PELL

Auch auf dem jetzt 23. Studiolangeisen bleibt sich der Bochumer Bub Axel Rudi Pell musikalisch treu – und das ist auch gut so. Sind wir mal ehrlich, wer will schon großartige Experimente auf einem ARP-Album hören? Klar, kleine Stellschrauben dürfen und sollen gedreht werden, wie z. B. beim fast schon doomig anmutenden „The Enemy Within“ oder dem Duett von Johnny Gioelli mit Gastsänger Udo Dirkschneider auf „Breaking Scals“, aber das war es dann auch. Auf den 11 neuen Tracks, die gerne auch wieder mal länger ausfallen, wie fast schon übliche 7-minütige Schlussepos, in diesem Fall „Higher Call“, erwartet den Fan die charakteristische Pellsche Handschrift – einen Hybrid aus eingängigen Melodien, markantem Leadgesang und den unverwechselbaren Gitarrenriffs. Wobei letztere auf dem Opener „Guillotine Walk“ zugunsten der melancholischen Grundstimmung in den Strophen diesmal weggelassen wurden, um den Song, in welchem es sich inhaltlich um den Gang zum Schafott dreht und bei dem das verpfuschte Leben des Verurteilten an jenem vorbeizieht. Auch an seine Balladenfreunde hat der gute Axel mit „Towards The Shore“ wieder gedacht.
Und mit seinen jetzt 65 Jahren wagte sich Axel Rudi sogar noch einmal an die alleinige Albumproduktion heran, die begleitet von Tommy Geiger (HELLOWEEN, BLIND GUARDIAN), auch von letzterem gemischt wurde. Auch hier keine Experimente und somit weiß der Fan, dass er klangtechnisch die gewohnt gute Hausmannskost erhalten wird.

Bleibt die abschließende Frage: wie ist „Ghost Town“ in ein Ranking zu den Vorgängeralben einzuordnen? „Guillotine Walk“ sticht neben dem Titeltrack „Ghost Town“ als Album Hit deutlich heraus, der Rest ist solides Handwerk der Pellschen Songschmiede, ohne jedoch für größere Überraschungen zu sorgen. Für mich kommt das neue Werk nicht an seinen Vorgänger „Risen Symbol“ (2024) oder älteren Werken wie „Knights Call“ (2018) oder „Game Of Sins“ (2016) vorbei.

Punkte:  8/10