CHALICE OF SUFFERING - The Raven Cries One Last Time


VÖ: 20.03.2026
(My Kingdom Music) 

Style: Atmosphärischer Funeral Doom 

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CHALICE OF SUFFERING

Hatte ich zuvor noch Oldschooligen Thrash Metal, geht’s bei dieser Rezi um einige Nuancen schleppender zu. CHALICE OF SUFFERING veröffentlichen just dieser Tage ihr drittes Funeral Doom-Langeisen, dass den Titel „The Raven Cries One Last Time“ trägt, was irgendwie an die Raben im Tower von London erinnert, mit deren Verschwingen (so lautet die Legende) Krieg ausbricht. Auch wenn die Raben im Tower nach wie vor da sind, so abwägig sind solcherart Gedanken wohl kaum, die Weltlage wird aktuell von mehreren Kriegsgezeichneter Szenarien beeinflusst.

In gedämpfter Trauermelancholie getaucht beginnt die Reise mystische aus sechs Akten bestehende Vergangenheitsbewältigung  Akt eins, das Intro „Another Night in Pain“ erzeugt schrittweise kriechende Trauermelancholie düsterer Art. Danachsetzt „In The End“ als einer von fünf zwischen sieben bis vierzehn Minuten gedehnter Zeitlupen-Schwermut fort,„All That Has Withered“ hüllt sich in geisterhaft anmutende Grabnebelschwermut dem sich im Laufe der Zeit nachlassend verloren gehende von den Gedanken eines prophetischen Redners bei dem im Geist so etwas wie ein Visionär aus weit in der Vergangenheit zurück liegend getauchter Zeit - Gedankenbilder „Fading Memories“ umrahmt von heroischem Trauerspirit mit Irisch-Schottischem Bombast anschließen. „I don't Want to Fight“ hingegen zeigt den Raben im tiefen Trauerflor intensiv melancholischer Schwermut ummantelt ermüdet vom Kämpfen, bis am Ende „The Raven Cries“ in Sakral episch majestätischer Schwermut sich aufrichtet, den Kampf gegen Verdrängung durch die Zivilgesellschaft der modernen Gegenwart erneut aufnehmend, nocheinmal der Rabe schreit als wolle das Tier mitteilen: „Das Letzte Wort ist längst noch nicht gesprochen, unsere heidnischen Götter und Vorfahren einschließlich deren heiliger Stätten, verdrängten Kultur und sie begleitenden Totemtiere kehren dereinst irgendwann wieder zurück auf die Welt!“

Gepackt in ein mystisches Coverartwork, das gewöhnliche und keltische Kreuze sowie einen Raben sitzend auf einem von Totenschädeln gezierten Grabstein präsentiert, der als stiller Zeuge über das Erbe der Ahnen wacht, haben CHALICE OF SUFFERING ein schweres Pfund Begräbnis-Doom auf die Waagschale gelegt.

 Fazit: Beklemmend-mystisch, majestätisch-unheimlich, fesselnd epischer Trauerweiden Doom auf gehaltvoll packendem Level. 8,8/10