KERRIGAN - Wayfarer

VÖ: 27.03.2026
(High Roller Records)
Style: Traditioneller Heavy Metal im 80er Stil zeitgemäss produziert
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KERRIGAN
Konnte schon das fast überall gute, sehr gute bis überragende Kritiken seitens der hießigen Metalpresse einfahrende KERRIGAN-Debüt 'Bloodmoon' 2023 auf ganzer Linie punkten, haut mich 'Wayfarer' etwas mehr von den Socken. Vor drei Jahren fehlte noch der letzte Schliff. Was auf dem Erstling unausgereift klang, hat mittlerweile Hand, Fuß und Wirkung. Alles klingt fließend, sicher wie aus einem Guss. Melodie, Härte, packend variable Übergänge, finessenreiche Leadgitarren, knackige Riffs, taktsicheres Schlagzeugspiel, heroischer Gesang alle KERRIGAN-Trademarks gepackt in fesselnde Hoch%er Melodic MetalHymnen. - Phantastisch! Von Catchy Refrains, feinfühligen Leadsoli, locker groovenden Rhythmen und Glockenklarem Gesang verziert eingängige Hymnen - „Ice Witch“, „Surrender“, „Wayfarer oder „Blood and Steel“ sind potentiell sofort auf Anhieb greifend ins Blut gehend literweise Adrenalinschub freisetzende Heavy Metal-Hit-Kandidaten. Solche Hymnen eingängiger Art, mühelos leicht ins Ohr gehend wie diese NWOTHM-Truppe aus Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg) haben meinen 80er Metalzeitgeist mitgeprägt und hier sind sie nun in Hülle und Fülle vertreten – Wahnsinn, was KERRIGAN hier auf den Tisch legen!
Platz für epische Monumentalaufnahmen bleibt ebenso beim schnellen „Dystopia“, „Fighter“ hingegen rockt kraftvoll hymnenhaft rootsorientiert mit erdigem Drive. Gesanglich liefert Jonas Weber eine nicht mehr zu toppende Traumleistung. - Hut ab! Die neue seit 2025 stehende Rhythmusabteilung Jakob Zeblin (Bass) und der mittlerweile auch fest ins Team gerückte Schlagzeuger Jonathan Döring macht ihren Job fein, für den erforderlichen Gitarrenriffvibe neben raffinierten Leadsoli sorgt Bruno Schotten – alles ergänzt sich in zusammen gewachsener Einheit. Im simplen umso zeitloseres Fantasy-Coverartwork steckt mehr Aussagekraft als in durch viel zu viele Details überfrachteten Zeichnungen, die zwar eine Menge und doch nichts sagen.
Auch wenn laut Albumbeschreibung das Wort ' Moderner Metal-Klassiker' fällt erlaube ich mir darf ein lautes: - Hahaha(!) erlaubt sein. Klassiker vielleicht nun ja, dafür hat das Ding megakollossales Hitpotential. Modern? Zumindest nicht, wie es oberflächlich suggeriert wird. Zeitgemäß wäre bezüglich Albumbeschreibung ein hierzu passenderer Begriff. KERRIGAN sind fließend, melodisch, mitreissend, harmonisch, leidenschaftlich verspielt, aber keineswegs zumindest kommt es laut etwas irreführender Beschreibung so rüber, unbedingt der Modern(en) Metal-Schiene zuordbar. Mir ist durchaus bewusst, wie das gemeint war. Männeken uffgepasst: - Nichts geht über Oldschool-Metal (!) für mich, selbst wenn's wie in dem Fall zeitgemäss nach N.W.O.T.H.M. und gegenwärtiger Soundtechnik statt verwaschenem 80er Stil produziert ist - sonst würde ich das Album nicht reviewen!
Fazit: Verspielt, melodisch, griffig harmonisch, verträumt, melancholisch. Heavy Metal im zeitgemäss amgepassten Soundraster, eingängig zugleich filigran mit ungeheurem Ohrwurm-Hit-Hymnenpotential. - Megaknallerscheibe! 9,5/10

