SKINDRED - You Got This

04 skindred

VÖ: 17.04.2026
(Earache Records)

Genre: Crossover/Metal/Reggea

Homepage:
SKINDRED

Aus den Trümmern von DUB WAR entstand wieder eine Formation, die der in den Neunzigern etablierten Verbindung von Black Music und harter Mucke nachgeht. Die Südwalliser gründeten sich Ende der Neunziger unter der Führung von Frontmann Benji Webbe. Wobei die Mischung aus Reggea und Metal von SKINDRED schon reichlich krude ist, ebenso wie ein Gastauftritt bei „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“. Aber die Jungs sind für jeden Spaß zu haben, scheuen vor nichts zurück, und setzen vornehmlich auf gute Laune. Damit ecken sie im härteren Genre des Öfteren an, ziehen ihr Ding aber schon seit acht Alben durch. Auf „You Got This“ ist noch Daniel Pugsley zu hören, der die Truppe kürzlich verlassen hat.

Wobei man die Reggea-Einflüsse zuerst suchen muss, denn zu Beginn ist das typischer Neunziger-Crossover, dessen Gesang sich eher am Hip Hop orientiert. Zu den modernen Riffs des titelgebenden Openers gesellen sich noch viele Vokaleffekte und elektronische Spielereien, wie sie in jeder Dekade oft zu finden waren. In diese Richtung geht so einiges, meist mit mehr Nachdruck und noch abgedrehterem Gesang wie in „This Is The Sound“. Die Riffs brechen massiv nach vorne, das groovt ohne Ende, während die Arrangements die Nachvollziehbarkeit etwas aus den Augen verlieren.
„Can I Get A“ weiß da andere Töne anzuschlagen und deutlich sonnigere Vibes zu verströmen, wo sonst eher Soundscapes aus dem Synthesizer kommen, entlockt ihm Webbe Pianotöne. Hier werden die ganzen Effekte flüssiger in das Geschehen einsortiert, die Stimmung ist sehr locker, eher Süd-Kalifornien denn Süd-Wales. Aber das ist das, was der Sänger mit der Kapelle rüberbringen will, diese lebensbejahenden Vibes. Bei den Texten singt er viel über Selbstempowerment und positives Eigenbild, als neunzehnfacher Großvater muss man viel Liebe weitergegeben haben.

Das Glas erheben SKINDRED in „Glass“ auf Menschen, die sie inspiriert haben oder die von uns gegangen sind. Mit nasaler Stimme kommt er dem Reggea näher, klingt etwas wie UB40, bevor ein stadionreifer Refrain abhebt, hier kommen die Elemente richtig zusammen. Dann finden sich auch „You Got This“ noch zwei reinrassige Nummern mit der aus Jamaika stammenden Musik. „Broken“ ist wirklich archetypisch ohne den geringsten Rockanteil, dafür sehr beschwingt, man sieht den Strand vor seinem geistigen Auge. „Give Thanks“ knüpft zum Abschluss zur Abwechslung an den Achtzigern an, ein wenig denkt man an MEN AT WORK. Davon hätte man gerne mehr drauf packen können, so wirkt das Ergebnis reichlich inkohärent.

6,5 / 10

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