EDGE OF SANITY - Cryptic


VÖ: 03.04.2026
(Century Media) 

Style: Progressive Death Metal 

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EDGE OF SANITY 

CD 1: 'Cryptic'
Ersteinmal tief durchatmen, dann der Faktencheck: Nachdem Dan Swanö 1997 nicht mehr aktiv bei EDGE OF SANITY obwohl er zumindest die Hälfte der Songs auf 'Cryptic' komponierte, sang und für alle Instrumente (mit Ausnahme vom Schlagzeug) selbst verantwortlich zeichnete den Rest übernahm die Bandkollegschaft im 'Abyss' Studio von HYPOCRISY-Bandkopf Peter Tägtgren, darüber hinaus war Swanö beim Remastern von 'Cryptic' beteiligt.IRON MASTER/SCAR SYMMETRY-Sänger Roberth Karlsson trat an Stelle des quasi vor die Tür gesetzten Dan Swanö, ansonsten blieb die gesamte Band intakt.

Das heißere Gekeif von Magnus ('Dread') Axelsson wobei sich der Gitarrist als Sänger ausprobiert, gibt dem aus acht Tracks bestehend ursprünglich auf Death Metal gemünzten Songmaterial blackmetallische Nuancen. „Hell Written“ kommt gar mit raumgreifend in epische Sphären eintauchenden Mittelteil. Besonders erwähnenswert ist, das Dan Swanö selbst Hand anlegte um dem 30 jahre später nocheinmal wieder veröffentlichten Album den entsprechenden Sound zu verabreichen, was im technischen Sinne als gelungen betrachtet werden muss.

CD 2: Bis auf das Cover des hinreichend bekannten DANZIG-Hits „Mother“ gibt es keinen Klargesang. „Hell Written“ groovt mörderisch brutal, einschließlich fetter Atmosphärenbrücke und noch mal extrem Gasgebender Tempoforcierung, „No Destiny“ kombiniert harrsche Death Metal und Punkattacken mit drückend schweren Doomgrooves und „Not Of This World“ und „Born, Breed, Bleeding“ knallen Thrash/Deathlastig mit viel Zug nach vorn. Das gesamte Songmaterial mitsamt rauen Deathgrowls von Roberth Karlsson geht deutlich in Richtung UNLEASHED, wirkt allerdings wesentlich verschachtelter, phasenweise hektisch gegenüber den vergleichsweise geradliniger zu Werke gehenden Landsleuten. Das Restmaterial kann den hohen Standard der herausgehobenen Songmaterials nicht halten.

Sieben aus dem Jahr 1999 in Motala stammende Livesongs haben um einiges bessere Qualität als die nicht so sehr überzeugenden Alternativ-Remixe. Bei dem Zwischenspiel „Enigma“ liegt der Klargesang daneben, selbiges gilt für „Black Tears“, wo der Gesang ziemlich blass bleibt. „Twilight“ fehlt das in Richtung MARILLION tendierende Intro und auch der Mittelteil, währenddessen „Of Darksome Origin' als Black Metal Fusion heftig Durchschlagskraft beweist. 8/10