WARRIOR - Boudica/Live at Brofest

VÖ: 15.05.2026
(GoldenCore Records)
Style: NWOBHM
Homepage:
GoldenCore Records
Newcastle gilt als das Geburtsnest der NWOBHM, wo nicht nur das 'infernalische Trio' VENOM zu Hause ist. WARRIOR stammen ebenfalls von dort. Die immerhin seit 1979 bestehende, 2019 ihr 40er jähriges Jubiläum feiernde Band brachte 2017 ihr 'Invasion Imminent' betiteltes Longplaydebüt auf den Markt. Nun erscheint im Zeichen der keltischen Kriegerkönigin Boudica – in Verbindung stehend mit dem WARRIOR-Zweitling - kräftiger Nachschlag einschließlich zugehörigem Bonus!Daraus ergibt sich ein als Re-Issue veröffentlichtes insgesamt 15 (11 Studio + 4 Live-Tracks) enthaltendes Juwel, das in ungeschliffen authentischer Weise den Geist der NWOBHM lebendig in die Zeit des 21. Jahrhunderts tramnsportiert.
Exotisch anmutende Klänge keltischer Kriegshörnerr hauchen dem kriegerischen Intro „Warrior Call“ zunächst Leben ein, vermittelt das Gefühl, Heerscharen keltischer Kriegerstämme stimmen sich auf den Kampf ein. Die Reise führt in in eine spannungsgeladene Zeitepoche weit in die weit Vergangenheit, in das Antike-Zeitalter von Griechen, Römern, Ägyptern und Kelten. Erzählt wird das Kriegerinnen-Schlachten-Dramen-Heldenepos als die gefürchtete stolze keltische Kriegerkönigin Boudica, deren Familie die Römer übel mitspielten, den Aufstand des Keltenstammes der Icener und Trinovanten anführend grausam Rache durch Plünderung, Brandschatzung und Tötung der Bevölkerung dreier römischer Siedlungen (Camulodunun/Colchester, Londinium und Verulamium - St Albans) an den Unterdrückern nahm, ehe sie dem römischen General Gaius Suetonius Paulinus in einer verheerenden Schlacht im Jahr 61 n. Chr in einer offenen Feldschlacht - heute unter der Bezeichnung Niederlage an der Watling-Street bekannt, unterlag. Boudica wurde zum Schreckensbild Römischer Legionen, deren Mythos bis heute nach wie vor ungebrochen ist. Zahlreiche Bücher, Theaterstücke, Verfilmungen haben sich diesem spannenden Historienstoff bereits gewidmet, nun tut es endlich mal eine NWOBHM-Band. Rhythmische Trommelschläge begleitet von Kriegshörnern bestimmen den Takt, Roms Legionen wussten was die Stunde schlug und warum sie diese stets unberechenbaren Insel-(Kelten)-Stämme so sehr fürchten, deren Kriegerschaaren tapfer gegen die römischen Eroberer aufmarschieren!
Historischer Hintergrund zu diesem Tonträger:
Die Kriegerkönigin der Britannier und ihr Stamm nahmen grausam Rache an den Römern deren Soldaten Boudica misshandelten , ihre Töchter vergewaltigten, und ihre Familie königlichen Blutes wie Sklaven behandelten. So steht es bei Tacitus überliefert. In daraus resultierender Konsequenz trat der grausame Rachefeldzug der Britannierstämme unter Führung dieser im Sinne einer mythisch beschriebenen Amazone auftretenden Kriegerkönigin in Kraft, der mit vollständiger Zerstörung von Camolodunum (Colchester) begann, das bis auf die Grundmauern niedergebrannt wurde, danach erstreckten sich die Kämpfe auf Londinium (London) und Verulamium (In der Nähe des heutigen St. Albans). Der römische Feldherr Gaius Suetonius hielt sich zur Zeit des Britannieraufstandes in Wales auf, handelte umgehend, zog mit zwei Legionen gegen das Heer von Boudica in den Kampf. Die Britannier wurden in dieser Schlacht vernichtend von den Römern geschlagen über den Tod von Boudica gibt es zwei Thesen Tacitus schreibt, Boudica habe sich mit Gift das Leben genommen, Cassius Dio berichtet, aus der Quelle dass sie erkrankt und an den Folgen ihrer Krankheit gestorben sei. Was auch immer davon stimmt - Boudica ging als Legende in die Geschichte der römischen Herrschaftsepoche Britanniens ein und wurde zu einem unsterblichen Mythos.
WARRIOR heißt die hinter diesem interessanten Konzeptalbum stehende Band, zu der sowohl heftige Schlachtenepen-Thematik als auch deren Umsetzung passen. Dave Lunn lotet sein gesamtes Stimmspektrum aus, von klarem Gesang, thetralischer Facette bis zu aggressiver Stimmung und gefühlvollem Unterton egal ob es sich um den Durst nach Freiheit der Kelten regelrecht versinnbildlichenden Opener „Boudica Warrior Queen“ handelt, dem eingängigen Stampfer „Devil's Advocate“ (Evil One), „Fire Mountain“ rockt, rollt und groovt mörderisch geradlinig mit mächtig Feuer unterm Huf, wenn die heranrückenden Kelten-Stämme ihre römischen Besatzer das Fürchten Lehren! Bei der tonnenschwer schleppenden Zeitlupen-Riffkaskade „Mordrake“ kommen deutlich BLACK SABBATH/ WITCHFINDER GENERAL-Anteile durch; der in Ritueller Form gesprochene Part geht empfindlich unter die Haut, „Persecution Of Witches“ besitzt von Backing Vocals flankiert sogar phasenweise leicht angedeutete Tendenz Richtung (Proto)-Thrash, danach geht’s verträumt gemässigt mit dem von heroischen ahahah-Singalongs umrahmten „Dream Catcher“ weiter, ehe „4-Minute Warning“ ausreichen sollte, um zu signalisieren, das hier mächtig etwas im Busch ist, wenn die Kriegerkönigin Boudica grausam Rache an den Römern deren Soldaten sie misshandelten und ihre Töchter vergewaltigten, und ihre Familie königlichen Blutes wie Sklaven behandelten als Konsequenz daraus trat der grausame Rachefeldzug der Britannierstämme in Kraft, der mit der vollständigen Zerstörung von Camolodunum (Colchester) begann, das bis auf die Grundmauern niedergebrannt wurde, danach erstreckten sich die Kämpfe auf Londinium (London) und Verulamium (In der Nähe des heutigen St. Albans) , ehe „Reality Or Fantasy“ den Weg ins abenteuerliche Singer/Songwriter-Genre weist. „March Or Die“ rockt wieder energisch geradlinig mit viel Drive, „Death Of A Black Star“ sorgt für ein kraftvoll groovendes Finish.
Obwohl es in einer ziemlich bekannten Quelle ganz anders drin steht, setzt sich das aktuelle Band-Line Up wie folgt zusammen: Von der Ursprungsformation ist allein nur noch Gitarrist Dave Dawson übrig, für den bärbeissig-kehligen Gesang sorgt Dave Lunn, den Bass bedient Tony Johnson, hinterm Schlagzeug sitzt der 2014 ins Band Line Up zurückgekehrte Sean Taylor und an der zweiten Gitarre agiert Sam Clark. Um eventuell möglichen Zweifel ohne Umwege in ganz eleganter Weise zuvorzukommen: Exakten Aufschluss darüber gibt keine geringere Quelle als die Bandeigene Homepage selbst.
Aufgewertet durch vier ungeschliffene Liveaufnahmen vom 2014er Brofest bekommt dieses Studioalbum zum Schluß einen schönen kleinen Extrabonus serviert. Erwähnenswert ist auch, das RAVEN-Bandkopf John Gallagher bei drei Live-Songs den Bass bedient. „Kansas City“, „Suicide“ sowie die zwei flotten High Speed Rock n' Roller „Stab You in The Back“ und „Death When It Comes To Love“ geben interessanten Einblick über das hohe Energielevel einer traurigerweise ziemlich unterschätzten Combo. Wer das bei HIGH ROLLER nachgepresste mit dem restlichen Songmaterial neu erschienene im Original bereits 1983 erschienenen Livealbum 'Live In a Dive', (auf dem noch Ur-Sänger Ed Halliday“ mit seinem rebellisch räudigen Rock n' Roll-Organ den Songs seinerzeit knapp 37 Jahren zuvor ihren Stempel aufdrückte - kennt, hat hier die Möglichkeit den stimmlichen Direktvergleich mit Dave Lunn zu ziehen, der das Material beim 2014er-Bro Fest-Gig einsang. Das Schlagzeug scheppert immer noch schön oldschool, die Gitarren sägen mit beachtlicher Durchschlagskraft. Das gibt es nun als Re-Issue gebettet in berauschender Live-Club-Festivalatmosphäre aus Good Old England, wie man sie nur selten findet.
Das Gitarrenduo Dawson/Clark rifft und soliert sich quirlig durch alle Stücke einer durch vielfältig kreative Inspiration das Keltenzeitalter beleuchtenden Scheibe, deren Inhalt nicht nur gestandenen NWOBHM-Gourmets gefallen müsste. Das nenne ich ein fettes Pfund fesselnder NWOBHM von hohem Wiedererkennungswert auf kernigem Energielevel, der Genrefans richtig unter die Haut gehen dürfte. Zeitloser NWOBHM-Sound mit in vielfältiger Weise amtlich fesselnd gelungener Aufarbeitung eines wichtigen Kapitels Inselkeltengeschichte. Auch diesmal hat das GoldenCore-Label erneut sein feines Händchen für stilechten Underground-NWOBHM bewiesen, der weitab jeglicher überflüssigen Trends Geist, Wert und Dynamik des wahren Heavy Metals zurückbringt. In der Tat ein auf ganzer Linie gelungenes Comeback. - Klasse!
Fazit: 'Boudica' markierte vor sechs Jahren die glorreiche Wiederkehr einer vergessen geglaubten NWOBHM-Legende und der Auftritt beim Bro-Fest sagt so ziemlich alles: - Keep The Spirit Alive! 9/10

