PARADISE LOST - Gothic 35th Anniversary

VÖ: 15.05.2026
(Peaceville Records)
Style: Gothic-Doom/Death Metal
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PARADISE LOST
An diesem Stück Dunkel-Musikkultur hängen Erinnerungen. Als 'Gothic' vor 35 Jahren bei Peaceville Records erschien... wird das in remasterter Anniversary Edition wegweisende Album für den Melanchoc-Düsterdoomsektor neu aufgelegt. Um das ganze nicht als Normalausgabe untergehen zu lassen, kommt, um das Ding Verkaufszwecken zugänglich zu machen als Extrabonus ein Livealbum von 1991 mit Gig in Ludwigsburg dazu. Darüber mag sich jeder selbst seine Meinung bilden.
Turmhohe Gitarrenriffpaläste, abgrundtiefe Deathgrowls, wie Nick Holmes sie später nicht mehr seinem Organ entlockte, donnernd walzende Killergrooves im konträren Gegensatz zu opulent gedehnte Epic-Parts, an erforderlicher Stelle eingesetzt feinfühliger Frauengesang, das Gitarrenduo Aaron Aedy/ Gregor McIntosh leistet atemberaubende Gitarrenarbeit auf höchstem Elite-Liganiveau. schwermelancholische Melodic Doom Stimmungsbögen, die stets im Raum liegend gedehnte Spannungsbalance zwischen Hoffnung, Trauer, Wut und Bombastisch aufgezogen ins Maajestätische gleitender Erhabenheit sind allesamt Faktoren, woraus 'Gothic' selbst 35 Jahre danach viel Kraft bezieht. Stücke wie das alles sagende wie auch die anderen Tracks von satten Killergrooves vorwärts getriebene Titelhymenstück „Gothic“, sich zeitweise in schwer walzende Riffmonolithen verwandelnde von tiefschwarzer Aura und Garstigen Gift und Galle spuckenden Vocals eingedeckte Gothic-Doom-Hymnen Marke „Dead Emotions“, ein ruppiges „Rapture“, griffige Doomgroove-Monster im Stile von „Shattered“ oder „Eternal“ stehen bezeichnend auf diesem für die Schwarzheimerzunft unumgänglichen Klassiker.Umrahmt von zwei Instrumentalen („Angel Tears“ und „Desolate“) schufen PARADISE LOST ihr unerreichtes Meisterwerk. Alle acht Kompositionen entwickeln packend viel Zug nach vorn, da bleibt kaum Zeit zum Durchschnaufen.
Keine Direktkaufempfehlung. Überzeugte Düster-Doom sowie Gothic-Fans dürften das Ding haben. Für eine Mitnahme des Ludwigsburg-Live-Gigs von 1991 bietet sich alternativ als Kann (kein Muss) an, das Doppel zuzulegen. Tonnenschwer garstig, morbide, bizarr, würdevoll majestätisch von bleierner Schwärze umgeben.
Fazit: Immer noch genauso krude tiefenmelancholisch brutal Wände abreissend wie sensibel feinfühlig Emotionen verbindend führt an diesem Stilprägenden Genre-Klassiker auch 35 Jahre nach Erscheinen überhaupt kein Weg vorbei! 9/10

