TYRANN - Tyrann Forever

VÖ: 29.05.2026
(Electric Assault Records/Dying Victims Productions)
Style: Traditioneller Underground Hard Rock/Heavy Metal 70's/80er Style
Homepage:
Dying Victims Productions
Wie sehnsüchtig habe ich darauf erwartet und werde wieder nicht enttäuscht.Titel wie „Born For Hell“ oder „Demonomania“ lassen bereits erkennen, dass TYRANN auf dem dritten Studiorelase 'Tyrann Forever' ihrem Stil eisern treu geblieben sind. Wenn es eine Band schafft in Landessprache zu singen, dabei derart zu fesseln, dass Worte dieser Fremdsprache trotzdem verständlich erscheinen, dann ist das Kunst auf hohem Niveau - Musik ist eine Form von Kunst. Weitab jedem künstlichen Trendgeseier, rotzig hymnenhaft kantig heroisch räudig episch oldschool zu absolut 100 % ungeschliffen roh, kauzig pur – TYRANN kommen aus tiefstem Schwedenstahl-Underground straight vorwärts direkt mitten rein ins Gebälk!
Zwei Labels Electric Assault Records und Dying Victims Productions teilen sich den Tonträgervertrieb, - via Electric Assault Records gibt’s die Vinyl-LP, über Dying Victims Productions ist die CD erhältlich.
Holten mich bereits die Vorgängeralben 'Djävulen's Musik' und 'Besatt' auf ganzer Linie ab, ist das auf 'Tyrann-Forever' wiederholt der Fall. Was löst diese immes heftige Wirkung aus? Es ist die Leichtfüssigkeit, der gleich mit dem ersten Akkord greifende Hymnenfaktor bei dem sich satte Heavy Metal-Grooves zu einer fesselnden Mischung verbinden. Hinzu kommt soviel herrlich kauziges Feeling, das unweigerlich wüsste ich's nicht besser auf eine 80er Kapelle schließen lassen würde, als weiterer Pluspunkt addiert sich die Wandelbarkeit der Band hinzu, die es schafft, erkennbare 70er/80er Jahre Einflüsse zu streifen, aber nicht damit zu kollidieren, ebenso erforderlich greifend obskuren Dunkel-Touch einzuweben.
Weckt der mächtig eingängige zu dauerhafter Faustreckgymnastik verleitende Auftakthymnenbrecher „Born For Hell“ sofort Bock auf's Album, geht es mir bei der von Keyboardfarbtupfern bereichernd fast schon tanzbaren Titelhymne „Tyrann Forever“ kaum anders, hier kommen insbesonders klare NWOBHM-Parallelen die in robuster End70er/Früh80er Schwedenstahlkante fusionierend sich mit obskurer Stilnote verbinden, zum Vorschein, dafür hält sich „Natten Da de Döda Lever“ im gemässigten Tempobereich, lässt feine Melodien zum Genießen für sich sprechen. „Demonomania“ donnert mächtig Ass kickend mit rauer zwischen Schwedenstahl, NWOBHM (TANK, VENOM) sowie rumpelnde MOTÖRHEAD-Bassläufe, obskurer Sequenzgebung und zeitweise angedeuteter Proto-Black Metalkante, woran Bombasteffekte und harrscher Gesang Anteil tragen; hinzu kommen mit nordischer Folkloremelodie unterlegte Gitarren, die den Geist des nordischen Black Metals in den von traditionellen Grundstrukturen lebenden Song einspeisen. „Bathory I“ outet sich wieder als echter Stampfer mit mächtigem Ohrwurmhit-Potential, der glatt als Schwesterhymne zu „Brinn med Mig“ durchgehen könnte und am Ende nocheinmal kräftig straighten Tempoausbruch nachschiebt. Albumhälfte 1 überzeugte schon kompett auf ganzer Linie. Wie sieht es mit Albumhälfte 2 aus?
„Kom Armageddon“ knallt deftig Groovekante in Serie verteilend mit wuchtigem Drumming souverän von Tobias Lindqvist gesungen, wobei der abrupt in gesteigerten Tempoforziertem Zornausbruch umschlagende Track einer gigantischen Flutwelle gleich über das Ohr hereinbricht, ehe wieder in den knackigen TYRANN-typischen Hard n' Heavy-Groove inklusive melodischer Leadsoli geschaltet wird. Mit „All Ska Brinna“ folgt wieder ein kauzverquerter Hymnenhammer, dessen süßem Gift sich des Rezensenten Ohr nicht zu entziehen vermag, dessen Leadsoloschleifen sofort greifen, ehe hochexplosiver Leadgitarrenalarm und Singalongs folgen. Überraschend episch gibt sich „Bathory II“ zunächst, danach setzt rebellischer von schrägen Gitarrenriffs und sattem Drumming begleiter Gesang ein um sich in den dicken Mantel Tiefenmelancholischer Klanglandschaften hüllend, erneut kantig aufmüpfigen Element Platz einräumend mit Marschtrommeloutro zu schließen. TYRANN: Ihr seid in zehn Punkten angeklagt dem falschen Metal kalte Schulter zeigend in den Arsch zu treten, heftig den Kampf anzusagen und müsst nun vor den Richter treten...
der spricht folgendes Urteil: Oldschool Hard Rock/Heavy Metal von der besten NWOTHM-Combo der letzten Dekade, dessen Inhalt mit der Höchstnote verdienten 10 von 10 Punkten nach Hause geht - unbeugsam, kauzig, episch, oldschool, hymnenhaft, derbkantig, mitreissend, Ass-kickend, mächtig, obskur! Das Gericht hat in allen 10 Punkten deutlich für die Angeklagten als echte Heavy Metal-Überzeugungstäter entschieden. - TYRANN Forever! 10/10

