UWE LULIS PROJECT - Analog

VÖ: 29.05.2026
(Uwesen Records)
Style: Heavy Rock
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UWE LULIS PROJECT
ACCEPT, GRAVE DIGGER, JUDAS PRIEST, REBELLION – Namen, die traditionellen Heavy Metal- und Teutonenstahlfans Freude auslösen, finden sich auf diesem Erstling von Ex-ACCEPT / GRAVE DIGGER /REBELLION - Gitarrist Uwe Lulis, der ein kompetentes Trio um sich geschart hat, um vorliegendes Gesamtresultat zu veröffentlichen. Erdmann Görg ist für den Gesang zuständig, als Bassist betätigt sich der verstärkt in Cover-Bands aktive Cord Kunze, für kraftvoll punktgenauen Schlagzeugtaktbeat sorgt Katharina Kunnert. Ideen, die längst schon aufgetüftelt, jedoch nicht vollendet waren, wurden tatkräftig umgesetzt. ACCEPT, DIO, JUDAS PRIEST, SAXON, GRAVE DIGGER und wenn mal richtig auf die Kacke gehauen werden soll, kommen MOTÖRHEAD ins Spiel. Dieses Album, soviel sei vorweggestellt, legt überhaupt keinen Wert auf möglichst hohe Perfektion, im Gegenteil - ungeschliffene Kanten fließen mit ins Gesamtresultat.
Mutigerweise versucht man sich an Faust und irgendwie haut das Ergebnis „Faust (To Hell and Back) ASP“ besser als erwartet hin, weil es sich wie operettenhaftes Dramaturkino anfühlt, das in grauer Vergangenheit zurück geblieben den Geist der Dramaturgie weckt. Der gesangliche Widerstreit zwischen ASP und Mephistopheles im Duett mit Erdmann Görg lässt das klassische Drama sehr lebhaft wirken. Erdman Görg liefert eine unglaublich vielseitige Gesangsleistung, die wechselweise zwischen raumgreifender Pathosepik, kantiger Rockröhre, melancholischer Klartonklage, heroisch, Dark Rock Facetten und gesteigerter Threatlik variiert.
Ideen, die bereits lange aufgetüftelt waren, sind nun umgesetzt worden. ACCEPT,, DIO, JUDAS PRIEST, SAXON, GRAVE DIGGER und wenn mal richtig auf die Kacke gehauen werden soll, kommen MOTÖRHEAD ins Spiel. Eingängige Hymnen mit viel Drive, feinen Melodiebögen, harten Riffs, raumgreifenden Leadsoli und kompakten Rhythmusstrukturen hat das UWE LULIS PROJECT geschaffen, dazu gehören der Opener „You Don't Know My Name“ dem in „Shadowking“, „Fireflies“ und „Deceiver“ weiter folgen. Letztere mit Epikanteil glänzende Kompostionen könnten GRAVE DIGGER und REBELLION nicht packender hinbekommen.
Wie lebhaft Heavy Metal reinster Form zelebriert werden kann, zeigt sich im griffigen Grooveknaller „The Battle“. Der ein wenig merkwürdig anmutende Blubbersound wirkt zunächst wie künstlich erzeugt, ist allerdings auf den von Uwe Lulis in Eigenregie hergestellten Signature-Amp zurückzuführen, wodurch der Sound eine durchaus natürliche Note bekommt. Ausgeglichenheit zwischen eingängem Songmaterial und Komplex gestrickter Kompostionsbreite gehört zu den Stärken dieser feinen Scheibe, „Ballad of the Lost“ geht richtig von weichen Grooves gekennzeichnet richtig intensiv unter die Haut, selbiges gilt für das auf stark folkigem Fundament wurzelnde „The Emerald“. Uwe und seine Crew sind alle im klassischen Heavy Metal beheimatet, was dieses Teil so erlesen macht.
Je länger 'Analog' seine Runden im Player dreht, desto mehr Detailfülle verbunden mit Ohrwurmqualität offenbart sich. „Shadowking“ hat so einen schönen Epic-Part, der in etwa an das AXEL RUDI PELL-Opus „Land of The Giants“ erinnert. Gesprochene Passagen erzeugen sich schleppend langsam wie schleichendes Gift aus den Boxen kriechenden Spannungsfaktor, „Midnight In The Night of Ghosts“ darf ausgefüllt durch Horrorthematik von KING DIAMOND/ MERCYFUL FATE eine Liason mit SAVATAGE-lastigem Düsterpathos eingeht betrachtet werden. Derart Atmosphären behaftet kommen Gedankenbilder hoch, die ein altes Spukschloß abgelegen von der Zivilisaton zeigen, wo es mit unheimlichen Dingen zugeht, wo Gefahren hinter jeder Ecke Gefahr lauern. „Lady Nosferatu“ inklusive wechselhafter Theatralik beim Gesang löst massiv gebündelt Emotionen aus. Unentbehrlicher Spirit klassischer Heavy Metalmusik dringt auf diesem bei jedem Hördurchlauf zunehmend mehr fesselnden Album selbst bis in jede noch so kleinste Ritze.
Dieses Album zeigt der heutigen Metalszene, wofür sie einst gestanden hat, mystisch, unvorhersehbar, emotional, schräg, leicht anrüchig, obskur. Dort sollte sie wieder hinkommen. Zahlreich moderne Plastikproduktionen sind meilenweit von den Grundwerten entfernt, auf die sich echter Heavy Metal früher berief. No Trigger, No Samples, No Effects, Soundspuren? Fehlanzeige dafür alles – Analog! Der Titel hält vollständig, was er verspricht. Das haben die vier in allen Belangen wirklich sauber hinbekommen.
Fazit: Dieses Album brennt für Heavy Metal, das ist mit jedem Ton spürbar. - Geil! 8,5/10

