WITCHING HOUR - Descending... Where Time Has Ceased To Exist

VÖ: Bereits erschienen
(Dying Victims Productions)
Style: Black Metal Thrash/Heavy Metal
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WITCHING HOUR
Und nocheinmal Black Metal Thrash, diesmal vom Saarland-Trio WITCHING HOUR dessen viertes mit Spannung erwartetes Studioalbum zur Rezi vorliegt. Der stilistischen Ausrichtung Lange Songtitel mit spielerischer Finesse und geballter Ladung voll auf die Fresse Black Metal Thrash zu kombinieren ist das Saarlandtrio konsequenter weise treu geblieben. Nichts neues? Mitnichten, zunehmend haben sich mehr traditionelle Heavy Metal-Facetten eingeschlichen, deren spielerische Finessen sich im weiteren Verlauf zunehmend herausschälen. 'Descending... Where Time Has Ceasing To Exist' entpuppt sich als reifstes WITCHING HOUR-Album.
Was zunächst blei schwer beladen sakral - Pianoklänge, gefühlvolle Leadsoli per Instrumental-Einleitung beginnt („Descending...“) weitet sich zu einer zwischen Rasanter Geschwindigkeit, Drama, Melancholie, sowie dem Wechselspiel zwischen Hoffnung und Trauer. Scharfe Gitarren, feine Leadsolimelodien, rasante Rhythmustempowechsel, fließende Gitarrenläufe, kompaktes Drumming und ganz wie gewohnt Jan Hirtz' raues wie heißeres Organ mit zeitweise ebenso ausgleichend harmonischem Gesang verknüpft, womit dieser sich von immenser Leidenschaft beseelt sämtliche Depression,Wut, Trauer und Schwermut von der Seele brüllt, währenddessen sich exzessiver Gitarrenalarm unwiderstehlich wie die kleine Raupe Nimmersatt im Kinderbuch inmitten durch den Apfel in die Gehörgänge frisst. Gepackt in ein für solche Alben erforderlich ruppiges nie aalglatt gebügeltes Produktionsraster, gibt es nichts zu bekritteln. Neben Kantiger zeitweise Black Thrash-Züge tragender Schlagseite kommen phasenweise immer mal filigrane Richtung MERCYFUL FATE blickende Strukturen zum Vorschein, die sich vor NWOBHM-Einflüssen (u. a. frühe IRON MAIDEN/TOKYO BLADE) verbeugen.
Allein der durchlebte Entwicklungssprung festigt ein bisher so nicht gekanntes Bild vom beschlagenen Saarland-Trio. WITCHING HOUR sind gereift, vorbei das ruppige Schreddergehobel der frühen Anfangstage als der Saarland-Dreier tief im Underground herum krebste.Ungeschliffene Rotzigkeit wurde gegen technischen Finessenreichtum eingetaucht, wenngleich der zeitweise brüllende Gesang nach wie vor ungefiltert präsent ist. Das ist alles extrem intensiv, kompakt, heftig packend von mystischer Spannung umgeben, aufpeitschend. weshalb es verdientermaßen eine Hohe Wertung gibt.
Fazit: Saustarker Black Metal Thrash-Tobak in Kombination mit Heavy Metal-Anleihen. - Klangen WITCHING HOUR je gereifter? Keine Frage, - Fakt! 8,7/10

