ESSENTIAL NWOBHM - The Best Of Neat Records Part. 2


VÖ: 26.06.2026
(GoldenCore Records/ZYX) 

Style: NWOBHM 

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GoldenCoreRecords

Auf diesem Sampler öffnet sich ein wichtiges Stück zeitloser Musikgeschichte. Zu Früh80er-Zeiten als die großen nur indirekt der NWOBHM zurechenbar englischen Bands allmählich aus dem Underground hervortretend größeren Bekanntheitsgrad erlangten (IRON MAIDEN, DEF LEPPARD und SAXON standen zunächst noch in den Anfängen), bemühte sich das Neat-Records Label fleißig, den schon damals enorm vielfältig aktiven Heavy Metal-Underground festigend auszubauen. Dieses Unternehmen gelang mittels einer größeren Anzahl von Bands, die heute noch aktiv oder in Vergessenheit geraten, lediglich unbelehrbaren Nostalgikern bekannt sind. Neat Records waren seinerzeit für ihre Produktionen gefürchter Schrecken aller Transparentsound-Fetischisten. Das Label galt als Anlaufstelle für rotzräudig rebellisch von der Straße kommend junge Bands, die es nach Musik verlangte, deren Inhalte ungeschliffen roh, rauhkantig hart und mit immenser Lautstärke versehen nach dem klangen was in aller Regel als Heavy Metal bezeichnet wird.

Statt einer standesgemäßen Best Of handelt es sich um speziellere Versionen diverser Songs ausgesucht seltener Art, die so im Handel kaum erhältlich sind. Gerade das für die NWOBHM bezeichnend undergroundige Produktionsraster wurde bei dkonsequent beibehalten. Lasst euch von dieser 22-Song-Collection in eine Zeit zurück bringen, in der es Nieten, Leder, Kutten, Holzfällerhemd und Jeans gab, Heavy Metal Rebellion, bewusstes Aufzeigen gesellschaftlicher Missstände bedeutete, während Faustrecken und scharfe Gitarrenriffs Standard waren. Gedanklich zieht es den Geist unmittelbar dorthin, wo diese Aufnahmen einst entsanden sind. Ein Gitarrenriff von prägnantem Wiederkennungswert reichte völlig aus, um das in uns schlafende Gen für die beste Musik aller Zeiten zu wecken.

Was hat diese Compilation zu bieten? Der Einstieg beginnt bei der mit Abstand räudigsten aller NWOBHM-Combos - VENOM, das zu „Angel Dust“ ein brutales Inferno aus dreckverkrustet rumpelnder Geschwindigkeit mit angriffslustigem Gesang entfacht.Kein Wunder, das VENOM als meistgenannter Einfluss unzähliger Thrash/Death/Black Metalacts gelten, was deren besondere Stellung unterstreicht. CRUCIFIXION rocken mit „Green Eyes“ knackig theatralisch dunkel obskur, TYSONDOG bestätigen bei „Dead Meat“ warum ihr 'Beware Of The Dog'-Debüt zu der Sorte kultiger NWOBHM-Undergroundperlen gehört, SABRE („Miracle Man“) und Black ROSE („Nightmare“) geben eindrucksvoll Beleg darüber, wie großartig fesselnd heroische NWOBHM-Hymnen sein können, die sofort beim ersten Takt mitreissen. Im Anschluß entfachen RAVEN via „Wiped Out“ einen stakkatogepeitschten Rock n' Roll-Dezibelsturm an Tempo und Finesse der seines gleichen vergeblich sucht. SATAN ebenfalls zur Riege der bekannten NWOBHM-Acts gehörend, erzeugen bei „Blades of Steel“ einen hymnisch pathosbehaftet reissenden Sog aus Proto-Speed einschließlich eleganter Leadgitarrensoli, unvermittelt einfließender Temporeduzierung und Brian Ross' unwiderstehlich markantem auch bei BLITZKRIEG hervorstechenden Gesang. BLITZKRIEG sind nicht auf dem qualitativ hochwertigen Sampler vertreten.

HEAVY PETTIN gehören ebenso zu den bekannteren NWOBHM-Acts, sind mit dem viel Dampf auf dem Kühler habenden „Roll the Dice“ vertreten, WARFARE schreddern sich durch ein krude furios treibend vorwärtsgehendes Elixier aus kantigem Heavy Metal und Punk inklusive zugehöriger Attitüde sowie kehligem Gesang, FIST verteilen bei „Turn The Hell On“ ausreichend erdiges Rock n' Roll-Feeling, ATOMKRAFT nehmen als Pioniere eines folgenden Genres bei „Funeral Pyre“ schon etwas die spätere Härtegrad-Entwicklung von Speed/Thrash vorweg.

Selbst unbekanntere Acts vom Typ LONE WOLF (bei denen gar Brian Ross als Sänger aktiv mitwirkte) - AXE, RAW DEAL, TNT, MAMMATH und VALHALLA lassen es kernig mit Groove rocken. Allein, dass jede Band ihren individuellen Stil samt Wiederkennungswert besitzt, macht dieses mit Juwelenvielfalt bestückte Schatzkästlein als Fundgrube für NWOBHM-Gourmets und Kenner zum Genuß. Wenn oft von zeitloser Magie, Spirit, goldener Ära des Heavy Metal usw. die Rede ist, dann findet sich so ziemlich alles genannte auf diesem feinen Release wieder.

Bisher ist Essential NWOBHM The Best of Neat Records, Part 2 nur als Cd-Variante verfügbar, eine eventuell im Bereich des möglichen liegend spätere Vinyl-Pressung bietet sich bei soviel erlesener NWOBHM-Perlenvielfalt regelrecht an. Liebevoll aufgemacht von GoldenCore Records einschließlich umfangreichem Booklet inklusive Liner Notes, rarer Fotos und Memorabilia ohne Nutzung moderner Produktionsschemen, bleibt der kratzig verwaschen raukantige Charme der englischen NWOBHM-Bewegung in ungeschliffener Weise konserviert erhalten. Der Inhalt auf diesem feinen Sampler hält vollständig, was dessen Titel verspicht. Von der unbändigen Energie dieser für die weitere Entwicklung des Heavy Metal in dessen grundlegenster Form ist kein Gramm verloren gegangen!

Fazit: 'Essential NWOBHM The Best of Neat Records Part 2' schließt nahtlos dort an, wo der grandiose Teil 1 endete, deshalb steht die Wertung außer Frage. 10/10