ROUGH JUSTICE - Motorway Madness - The Early Years


VÖ: Bereits erschienen 
(Faster and Louder Records) 

Style: NWOBHM 

Homepage: 
Faster and Louder Records

Manchmal kommen sie wieder... (vor Erstaunen zieht sich die Augenbraue hoch) mit dieser Veröffentlichung war nicht wirklich zu rechnen! Die alten Demos von 1980 und 1981 und Radiosessions der gerade mal drei Jahre bestehend leider noch vor Erscheinen ihres Longplaydebüts aufgelösten NWOBHM-Combo ROUGH JUSTICE in einer Compilation zusammengefasst. 'Motorway Madness – The Early Days' erschien vor Kurzem in streng limitierter Kleinstauflage (300 Stück!) in CD-Form erhältlich bei HIGH ROLLER-Records. Beinhartes NWOBHM-Fanklientel tut wohl daran sich zwecks Sicherung eines dieser 300 raren Tonträgerstücke zu sichern, ehe dieser Re-Release vollständig vergriffen ist. Neben allen sieben Demotracks können auch die vier Stücke der Radiosession locker bestehen.

Zunächst mit dem 1981er Demo startend hätte „Motorway Mad“ auf einem GIRLSHOOL oder JUDAS PRIEST-Album Platz gefunden. „Bad Luck“ tendiert mehr in Richtung GIRLSCHOOL, spätestens bei „Dirty Woman“ kommt der Aha-Effekt, mit Ausnahme vom Gesang (man beachte das prägnante Gitarren Grund-Riffing) SAXON! In Gedanken machen sich Parallelen zu einem aus deren Frühphase knietief im Blues wurzelnden auch von 1980 stammenden SAXON-Stampf-Rocker breit: „Strong Arm of the Law“ hat deutliche Spuren hinterlassen...

Dass hier ein Kerl (Dave Parker) anstatt einer Frau singt, dessen empfindsam Hochtonlastig vor Emotionen strotzendes Organ prima zu den Stücken passt würde nicht weiter auffallen. Irgendwie hat diese Mischung was von einer Kollaboration zwischen GIRLSCHOOL und SAXON. Betreffs des Vier-Song-Demotapes mag es vielleicht zutreffen, hinsichtlich des vorausgegangenen 1980er Demos würde sich der Vergleich als Trugschluß erweisen. Bei „Running Free“ manifestiert sich zuerst düster beginnendes Flair, ehe ein dumpf abgemischtes Speed Rock n' Roll-Gewitter einsetzt. „The Victim“ groovt etwas langsamer, aber mit reichlich Vorwärtsdrang. „Still like to Boogie“ zeigt deftig flottes Rock n' Roll-Feeling verknüpft mit Bluesboogie. Um die ohnehin recht kurze Gesamtspielzeit des wie es sich für solch ein Produkt ziemt im Originalsound belassenen Songmaterials zu strecken, sind alle vier Demotracks in zeitgemäßerem Soundgewand hinzugefügt worden.

Fazit: Raritätenjäger, Trüffelschweine und NWOBHM-Fans können sich die Hände reiben, wenn sie dieses Kleinod in die Finger kriegen. - Ein vergessenes Juwel! 9/10