JARED JAMES NICHOLS - Louder Than Fate

VÖ: 05.06.2026
(Frontiers Music)
Genre: Blues/Southern Rock
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JARED JAMES NICHOLS
So richtig will er nicht in der Szene ankommen, was auch daran liegen könnte, dass er nur schwer in eine Schublade zu stecken ist. Dabei war er schon mit vielen renommierten Acts wie LYNYRD SKYNYRD unterwegs und auf großen Festivals zu Gast, zuletzt beim SwedenRock. Das Ansehen seiner Kollegen hat der Muskelmann aus Wisconsin auf jeden Fall, sein Fingerpicking ist außergewöhnlich und sein Sound extrem dick. Eine längere Pause zwischen den Longplayern wirkte sich auch nicht positiv auf die Karriere auf, die zudem nicht vermochten die Livepower von JARED JAMES NICHOLS einzufangen. Nun folgt drei Jahre nach dem selbstbetitelten Neustart „Louder Than Fate“, das auch wieder untypisch beim italienischen Melodic Rocklabel erschien.
Seine Mischung aus Blues und Sothern Rock, der auch mal in den Hard Rock tendieren darf macht auf der Bühne ungemein Spaß, auf Konserve blieb sie einiges schuldig. Der Opener „Let´s Go“ schickt sich dann mit dem Kommando gleich mal an, das zu ändern. Hier gelingen mal Hooks, die das Ganze nach vorne treiben, der Refrain könnte in der Tat von einem Labelkollegen stammen. Das Ganze vom trockenen Sound und der ebenso staubig agierenden Rhythmsection aus Drummer Ryan Rice und Bassist Brian Weaver vorgetragen. Von der Wüste geht es mit „Ghost“ erstmal ins Delta, wo sich der Groove von Nichols voll entfalten kann. Auch hier erreicht der Lockenkopf eine bislang kaum gekannte Eingängigkeit, die beim Übergang in die nächste Strophe und das Solo explodiert. „Dust´n´Bones“ ist ein weiterer Song, bei dem seine Gitarre nur so raucht, dazu noch ein cooler Shuffle.
Ein wenig abgehangener kommt „Way Back“ rüber, der mit Slides ebenso sumpfig beginnt, aber diese Stimmung durchweg hält, und nur durch die Gangshouts im Refrain unterbrochen wird. Sehr lässig kommt „Show Me“ daher, wo der Chorus sogar in alternative Gewässer abdriftet, und sich Mitte der Neunziger bewegt. Eine ähnliche Herangehensweise pflegen ja BLACK STONE CHERYY seit längerem recht erfolgreich, die in „Looks Like That Felt Good“ ebenso durchscheinen. Die Symbiose gelingt genauso in „Bending Or Breaking“, das eher locker rockt und mit fast stadiontauglichen Melodien aufwartet. Leichte psychedelische Einsprengsel spannen indes den Bogen zu TED NUGENT, mit dem ich den gute Jared schon in Schweden verglichen habe.
Erstaunen kann die neue Geradlinigkeit, mit der vor allem das flotte „Runnin´ Hot“ aufwartet, welches wie alle Songs direkt auf den Punkt kommt. Wo schon der Dampfhammer ein wenig zu Gunsten von Songstrukturen gezähmt wird, kann der Barde mit gänzlich anderen Seiten überzeugen, „Killing Time“ präsentiert sich als schöne Ballade, die sich stilistisch beim Rest einordnet. Schon der Gesang hat sehr viel Gefühl, dominiert die Streicher, die dadurch nicht zu klebrig wirken. Beim Solo vermag er an die Großen der Szene anzudocken, und mi traumhaft schönen Linien sowie Emotionsausbrüchen zu glänzen, gegen Ende singt seine Axt förmlich. Mit „Louder Than Fate“ solle es JARED JAMES NICHOLS gelingen aus deren Schatten rauszutreten und endlich den verdienten Lohn zu kassieren.
8 / 10

