LUCID DREAMING - Upon The Barricades

VÖ: 10.07.2026
(El Puerto Records)
Style: Heavy/Power Metal
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LUCID DREAMING
Till Oberboßel, auch als Till Elvenpath von der gleichnamigen Power Metalband bekannt hat sein nächstes Konzeptalbum insgesamt das vierte am Start, diesmal allerdings kein Fantasy-Konzept, sondern ein Zeitgeschichtliche Thematik im historischen Kontext verarbeitendes, das weckt Spannung auf's den Inhalt.
Till zelebriert weiterhin, was er mit ELVENPATH schon lange tut, erdigen direkt nach vorn gehenden Heavy/Power Metal hinzu kommt der ungemein epische Faktor, wodurch 'Upon The Barricades' trotz gleichem Stil sich ebenso deutlich von ELVENPATH abhebt. Vergleiche mit AVANTASIA greifen lediglich marginal, da LUCID DREAMING mehr in Richtung Epik anstatt Oper geht. Mit 'Upon The Barricades' zeigt Till seine ganze Leidenschaft für Traditionellen Heavy Metal unter Einebeziehung eines wichtigen Themas Deutscher Geschichte. Ausgangsbasis die zugleich im Fokus der Scheibe steht ist die Revolution von 1848 in Deutschland.
Mythen, Geschichte, Legenden, Sagen, Erzählungen, Fantasy und Wirklichkeit sind ein unerschöpfliches Füllhorn, das reichlich Inspirationsquelle für Konzeptalben bietet. Wie ein solches intensiv 80er Geist lebendes Dramaturgiescheibchen effektiv klingt, demonstriert Till Elvenpath mit vorliegendem Werk. Unterstützung durch geballte Szene-Prominenz u. a. Zak Stevens, Blaze Bayley, Ralf Scheepers oder Harry 'The Tyrant' Conklin wurde ihm für dieses Projekt zu Teil, was ebenso für die Klasse der Kompositionen spricht. Spannungsvoll dramaturgisch mit zahlreichen Wendungen begeistert dieses tolle Album durch Finesse, Rasanz und Charisma.
„Confederation“ setzt zum Auftakt auf kraftvolle Riffattacken, gewählt heroischen Chorgesang, bombastisches Hymnenflair und treibender Doublebassdrum-Power danach geht bei „Black, Red and Gold“ mächtig die Luzi ab, kein Wunder bei dem Stück nahm SAVATAGE-Drummer Alex Holz auf dem Hocker Platz. Bei „The Springtime of Peoples“ zelebrieren geschichtliches Faible und epischer Bombast einen heftigen Twist, dem entgegen geht „Tyrant in Disguise“ kompromisslos nach vorn, mehr Nähe zu ACCEPT und RUNNING WILD entwickelnd. Im Titeltrack „Upon The Barricades“ liegt und bewegt sich der Fokus auf dem Teppichboden raumgreifender Atmosphäre inklusive Akustikeinschüben und Ohrwurmqualität besitzendem Refrain. Trotz diverser Stimmen klingt dieses Album sehr harmonisch. Bei „Farewell“ (Blum's last Letter) versetzt sich Harry 'The Tyrant' Conklin geprägt leidend in die Rolle des Protagonisten um diesem einen gebührend theatralischen Abgang von gewaltig unter die Haut gehender Wirkung zu verschaffen. „Puppets on String“ reflektiert Am Ende den Traum des Ausbrechens aus der Bann-Zone militärischer Unterdrückung, der historisch gesehen, katastrophal gescheitert ist.
Als Produzent saß Uwe Lulis (u. a. ACCEPT/Ex-GRAVE DIGGER) hinter den Reglern, womit soundtechnisch ebenso alles im sicheren Grünbereich liegt. Till Oberboßel hat hier sein bisher stärkstes zumal ausgereiftestes Werk am Start, - Respekt (!) - somit komme ich nach intensivem Genuß dieser Dramaturgischen Reise zwischen Befreiung der Unterdrückungsherrschaft durch Napoleon, Auslösung einer Revolution und heftigem Scheitern wodurch der geschichtliche Aspekt sich reflektiert, zu diesem...
Fazit: Hier lebt 80er Spirit bis in jede noch so kleinste Rille. Anhängerschaft kraftvoller Stromgitarren für die es nie genug spannungsgeladen truen Heavy/ Power Metal direkt von der Basis geben kann, sind mit 'Upon The Barricades' erstklassig bedient. - Chapeau, Mr. Elvenpath! 8,5/10

