FUTURE PALACE - Resurgence

VÖ: 31.07.26
(Century Media Records/Sony)
Genre:
Post Hardcore
Homepage:
FUTURE PALACE
Das Berliner Post Hardcore Trio FUTURE PALACE hat sich seinen guten Ruf durch gelebte emotionale Ehrlichkeit erarbeitet und erweitert diesen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf dem neuen, mittlerweile vierten Longplyer, der auf den Namen „Resurgence“ getauft wurde.
Musikalisch verwischen Bundes-Hauptstädter weiterhin die Grenzen zwischen Post-Hardcore, Alternative Rock, NU-Metal, sowie cineastischen elektronischen Klanglandschaften. Ihren charakteristischen Mix aus emotionaler Intensität und filmischem Storytelling bauen sie, ohne sich dabei selbst zu kopieren, immer weiter aus. Die Produktion ist erneut makellos und lässt schimmernde Melodien, Ambient-Ebenen und wuchtige Gitarrenklänge wunderbar miteinander verschmelzen.
Sängerin Maria Lessing zeigt dabei immer wieder die Vielseitigkeit ihres Gesangs und wechselt mühelos zwischen kraftvollen Screams („Resurge“) und melodischem, nahe unwiderstehlichem Klar- („Deep Blue“, „Supernova“) oder man höre und staune Sprechgesang („The Shades“). Gerade mit letztgenanntem Song und „Resurge“ zeigt sich das Trio diesmal durchaus experimentell, denn diese Stücke sind recht NU-Metal lastig eingefärbt. Die Band beschreibt die 12 neuen Stücke als eine kraftvolle Auseinandersetzung mit Isolation, inneren Konflikten und dem Kampf um den Neuanfang. Und genau dazu passt auch die im Vorfeld des Album-Releases veröffentlichte Rockballade „Tidal Waves“. Dieser Track, bei dem es um das Erkennen von wahrer Liebe geht, wie Frontdame Maria im Vorfeld bekannt gab, war wahrscheinlich der wichtigste Song, den sie je geschrieben hat. Ihr Gesang zeigt sich hier so zerbrechlich und sanft wie nie und steht einmal mehr in einem krassen Gegensatz zu ihren teils sonst so merkerschütternden Screaming. Und genau das lebt sie direkt im Anschluss im Schlusstitel „Cyclone“ aus, der von der Story her eine direkte Fortsetzung zum Album-Opener „Deep Blue“ darstellt.
„Resurgence“ wirkt in Teilen als das bislang experimentellste, dabei jedoch wieder als ein abermals strukturell durchdachtes Album, bei dem man nichts, aber auch gar nichts, dem Zufall überlassen hat.
Der marmorne Sockel der deutschen female fronted Post Hardcore Formation FUTURE PALCE erhält mit „Resurgence“ nunmehr einen goldenen Besatz.
Punkte: 8,5/10

