COTTON PICKERS - Pickin´ Out Strong

VÖ: 12.06.2026
(Timezone Records)
Genre: Blues Rock
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COTTON PICKERS
Serbien tauchte bislang kaum auf der Blueslandkarte auf, aus dem früheren Jugoslawien haben nur ANA POPOVIC und die Kroatin VANJA SKY zu höherer Bekanntheit geschafft. Die Mühlen der COTTON PICKERS mahlen ähnlich langsam wie die quälende Arbeit des Bandnamens. 2004 gegründet, kam 2012 mit „Slaughterhouse Blues“ das Debüt, erst 2024 wurde der Nachfolger in Angriff genommen, der nach einer Veröffentlichung in ihrer Heimat nun auch international auf den Markt kommt. Seit Anbeginn an spielt das Powertrio in dem Line-Up zusammen, wie tight agieret es auch „Pickin´ Out Strong“?
Sie versuchen ihren trockenen Sound, der durchaus die klimatischen Bedingungen in Südosteuropa reflektiert in ein modernes Gewand zu packen. Von der Instrumentierung her luftig bis spartanisch vermögen sie dennoch guten Druck zu entfachen. Erinnern tun den geneigten Hörer die Umstände an ZZ TOP, die musikalisch durchaus als Einfluss herhalten können.
Eine Textzeile wie „My Baby Loves Me“ könnte ebenfalls von den Texas-Bärten stammen, jedoch stammt diese hier nicht einmal vom gleichnamigen Song. Im Opener „The Cool One“ wird sie denn auch ausreichend repetiert, um dann im tatsächlich so betitelten Lied nochmal aufzutauchen. Lyrisch jedenfalls machen sich die Ideen einigermaßen rar auf der Scheibe, man kommt nicht über Plattitüden hinaus.
Im Gegensatz zum schleppenden Auftakt kommt dieser funkier daher, wobei ein Stück namens „Funky“ da noch mehr Groove zu bieten hat. Hier kann Ivan Stepic am Langholz punkten, das ansonsten im Mix ein bisschen untergeht. Das ist aber neben dem lockeren Rausschmeißer „The Life Song“ und dem geradlinigen „Rich Man Blues“ einer der wenigen Ausreißer. Bei Letzterem kann zumindest Uros Ugrinovic nach vorne spielen, während er sonst laid back hinter den Vorgaben seiner Mitstreiter zurück hängt. Am prägendsten sicher Frontmann Jovan Stepic, dessen raue Stimme gut zu dem Thema passt.
An Telecaster und Stratocaster weiß er ebenso zu gefallen, die Riffs kommen alle kantig rüber. Seine größte Stärke liegt im Solospiel, wo er geschickt das Tempo variiert und zwischen Gefühl und handwerklichem Showdown pendelt. Leider verbaut die arge Kompression so einiges, gefühlvolle Passagen wie bei „I Wonder“ kommen so nicht zur Geltung. Den rockigen Songs wie „Ain´t Got No Love“ oder „Free“ geht dafür der Drive ab, vieles schleppt sich so dahin. Live könnte das mit direkterem Klangbild durchaus was reißen, ein erfahrener Produzent würde ebenso gut tun, in der Form bleibt „Picki´ Out Strong“ auf der Strecke in der Wüste liegen.
5 / 10

