TESLA - Homage

08 tesla

VÖ: 17.07.2026
(Frontiers Music)

Genre: Hard/Blues Rock

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TESLA

Wie so viel der alten Helden des Achtziger-Hard Rock machen sich die Sacramento-Boys in den letzten Jahren diesseits des großen Teichs rar. In den USA sind TESLA dafür derweil mit EXTREME und MOETLEY CRÜE unterwegs, ein erlesenes Package, dass auch in Europa munden dürfte. Albumtechnisch zeigte sich das Quintett auf „Shock“ von der besseren Seite, wenn auch mit starker BEATLES-Schlagseite, das ist nun auch schon siebe Jahre her. Nun werden erst einmal die alten Helden geehrt, die Songauswahl auf „Homage“ zeigt klar, warum man sich nie so gerne ins Hair Metal-Fach stecken ließ.

Klar, zur damaligen Zeit mag das aus Marketinggründen Sinn gemacht haben, zumal sie aus Kalifornien stammen, aber wenn überhaupt waren AEROSMITH als Vorbild in dem Genre auszumachen. Viele Wurzeln reichen noch weiter zurück in der Musikhistorie und sind eher im traditionellen amerikanischen Rock verankert. Ganz vorne natürlich der BOB SEGER-Klassiker „Night Moves“, der die DNA in sich trägt, welche die Band später ausmachen sollte. Hier arrangieren sie ein wenig mit souligen Chören und lässigem Piano.
Könnte ein wenig die Blaupause für „Never Alone“ sein, die einzig neue Eigenkomposition, die hier den Opener gibt. Interessant auch Songs, die man eher mit dominantem Piano kennt, hier aber auf die Akustikgitarre umarrangiert wurden, wie „Spread Your Wings“ von QUEEN und „Give A Little Bit“ aus der Feder von SUPERTRAMP. Dahingegen wirkt „Have You Ever Seen The Rain“ von CCR etwas uninspiriert, obwohl oder gerade weil sich TESLA nahe an Original halten.

Entschlussfreudigkeit herrscht nicht unbedingt, wenn sich dem Blues angenommen wird, insbesondere wenn die Fühler weiter gen Soul ausgestreckt werden. Offensichtlich das Dilemma auf der einen Seite möglichst mit der Rockinstrumentierung zu agieren, auf der anderen Seite die Titel nicht zu zerpflücken zu wollen. Der Doo-Wop in SAM COOKE´s „Bring It On Home“ ist noch zu vernehmen, gibt aber aus dem Schatten heraus eher ein fröhliches Bild ab. Noch störender bei „I´d Rather Go Blind“, die ETTA JAMES-Nummer hat aber auch mit der Bonamassa/Hart-Version eine verdammt hohe Messlatte.

JEFF KEITH versucht sich zwar an diversen Stimmlagen, schafft aber nicht immer mit dem gebührenden Respekt, bei „If I Can Dream“ von ELVIS ist sein Timbre zu rau. Dafür passt sie unerwartet zum JAMES BROWN-Klassiker „I Got You (I Feel Good)“, der dann wieder bei der Instrumentierung zu unentschlossen daherkommt. Wenn ich schon Bläser einsetze, dann sollten die nicht so im Hintergrund bleiben wie bei der Produktion.
Am stärksten setzen sie „The Ballad Of Curtis Loew“ um, eine der tendenziell unbekannteren Stücke aus den klassischen Jahren von LYNYRD SKYNYRD. Generell tut die Formation gut daran, nicht immer die erste Wahl zu nehmen, allzu abgedroschene Nummern senken eher das Interesse der potentiellen Käuferschaft. Hier legt sie das meiste Gefühl in den Vortrag, adaptiert die Atmosphäre perfekt, und Keith steht der Südstaatenakzent gut zu Gesicht.

6,5 / 10