MARC AMACHER - Overdrive

08 marcamacher

VÖ: 07.08.2026
(Hoboville/Flying Dolphin)

Genre: Blues Rock

Homepage:
MARC AMACHER

Vor zehn Jahren nahm der Schweizer an der Castingshow „The Voice Of Germany“ teil und schaffte es aufgrund seiner rauen, markanten Stimme ins Final. Seitdem hat der Hut – und Sonnenbrillenträger vier Studiowerke veröffentlicht, von denen „Load“ gerade mal ein Jahr alt ist. In der kleinen Bluesszene seiner Heimat hat sich MARCH AMACHER neben der Ellis Mano Band den bislang bekanntesten Namen erarbeiten können. Nun steht Overdrive“ in den Läden, mit welchem die nächste Stufe der Erfolgsleiter erklommen werden soll.

Darauf lässt es der Sänger und Gitarrist direkt mal richtig krachen, „Hell Yeah“ wird von Shouts eingeleitet, bevor das Riff begleitet vom Honky Tonk loslegt. Jenes klingt wie eine abgehangene Version vom „Nightrain“ der GUNS´N´ROSES, fast als hätten die es für „Use Your Illusion“ neu eingespielt. Der Vergleich mit den Gunners ist nicht so weit hergeholt, denn seit „Garden Of Eden“ habe ich keine bluesaffine Mucke mehr gehört, die derart holprig aus den Boxen dröhnt.
Als Threepiece mit einigen wenigen in den Hintergrund gemischten Tasten wie etwa der Hammond von „Crying“ kultiviert Amacher einen möglichst trockenen Klang. Der passt sich der Rauheit seines Timbres an, lässt aber irgendwie den Druck vermissen. Alles ist derart rocken produziert, als wäre der Rhein aktuell ein Sumpf dagegen, der Saft reicht nicht mal mehr für das vorbei gewehte Gebüsch, wie man es von einem ZZ TOP-Artwork oder Video her kennt.

Die Texasbärte dürfen durchaus als Inspiration herhalten, „Cash Smash Boogie“ kann nicht nur vom Namen her für einen von deren verschollenen Titeln gehalten werden. Leider haben diese auch in Sachen Songwriting die Nase vorn, „Rolling And Tumble“ verliert ebenso den Vergleich gegen die artverwandten Stones. Interessanter wird es, wenn versucht wird soulige Klänge einzupflegen wie bei „Streets Are Golden“, in dem auch Katarina Michel gesanglich zum Zug kommt.
Mit der Dame liefert er sich in „Can´t Beat Time““ ein passables Debüt liefert, wenn nur ihre Stimme besser mit seinem Reibeisen harmonieren würde, das in meinen Ohren aufgesetzt klingt. Zumindest versucht MARC AMACHER bei dem Song einen eigenen dunkleren Charakter zu etablieren, wie auch im „Dirt House Blues“. Womit er wenigstens mal kompositorisch bei seinen Leisten bleibt, denn der Funk von „Shake It“ ist ein weiteres Lied, bei dem es dem Albumtitel gemäß übertrieben wird.

4,5 / 10

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