ROBIN TROWER - Shine

VÖ: 25.09.2026
(Provogue Records, Artone Label Group/Bertus)
Genre: Blues Rock
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ROBIN TROWER
Seit Beginn seiner Solokarriere war der Brite stets umtriebig, lange Pausen zwischen seinen Alben gab es nicht, dafür eine Reihe begleitender Liveaufnahmen. „Entweder man macht weiter – oder man gibt auf“ ist sein Lebensmotto, das sich auf seine Karriere übertragen lässt. Seit der Kollaboration mit SARI SCHORR hat er mit „Come And Fine Me“ schon ein weiteres Album veröffentlicht, nur releasen die New Yorkerin und ROBIN TROWER fast zeitgleich neue Werke. Mit 81 Jahren ist Stillstand für den ehemaligen PROCOL HARUM-Mann weiterhin ein Fremdwort, mit „Shine“ geht es tatsächlich einfach weiter.
Dabei handelt es sich Trower um einen wahren Künstler, der sich nicht nur auf ein Metier festlegt. Seit längerem zeichnet er auch seine Artworks selbst, wobei seine abstrakten Formen die Pinselführung noch im CD-Format erkennen lassen. Etwas trocken mag das auf den eine oder anderen Betrachter wirken und in der Tat nimmt man dabei den Sound des Meisters vorweg. Als klassisches Threepiece agierend verweigert er sich jeglichen Verzierungen durch Tasten Ebenso über nimmt er den Bass selbst, den er ähnlich sanft wie seine dünnen Saiten streichelt, wodurch die Läufe gut miteinander harmonieren.
Die raue Stimme von Richard Watts fügt sich gut in das Gesamtbild, das aber ebenso wenig strahlen will wie die matten Farben der Coverpaintings. Wirklich überzeugen tut ROBIN TROWER wenn er seine Gitarre mit auf Soloausflüge nimmt, in denen er beweist, dass er den Blues hat. Die Töne punktgenau gesetzt, macht sich hier positiv bemerkbar, dass er nicht überfrachtet, so kann sein Spiel atmen. In Sachen Atmosphäre liegt sein Kollege SNOWY WHITE jedoch vorne, weil es dem gelingt wirklich weich zu zeichnen. So ist es nicht verwunderlich, dass die besten Momente bei den längsten Stücken kommen, die Zeit haben sich zu entfalten.
„Love By Any Other Name“ und „It´s Not Time verbreiten die Ruhe, welche der Mann mittlerweile hat. Dennoch versucht er sich an anderen Schauplätzen, frönt mit „Live Your Time“ lässigem Funk, oder „Without You“ dezentem Boogie-Swing. Soul ist ihm auch nicht fremd, was der Titeltrack oder „Truth“ belegen. Bei Letzterem holte er die britische Sängerin Jess Hayes ins Studio, wie auf „Joyful Sky“ wollen weibliche Stimmen nicht unbedingt zu seinem Stil passen, der vielleicht ein wenig zu kantig ist. Mit „Shine“ geht das Urgestein seinen Weg unbeirrt weiter, verliert sich aber womöglich zu sehr in seiner eigenen Welt.
6,5 / 10

