MIDNIGHT PREY - Jenseitsritt

VÖ: 25.09.2026
(Dying Victims Productions)
Style: 70er Hard Rock/80er Metal/Punk/Speed Metal
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MIDNIGHT PREY
Nach dem fulminanten 'Uncertain Times'- Debüt von 2019, dem zwei Demos, eine EP und eine 7Inch Single vorausgingen wurde es vier Jahre still um die Hamburger MIDNIGHT PREY. Vor drei Jahren erschien als kurzer Appetizer auf neue Songs die 'Black Cat/Sword and Shield'-EP, der sich mit 'Gathered Under Open Skies' noch eine Split mit der beim gleichen Label aktiven Kollegschaft FIRMAMENT anschloß. Jetzt melden sich MIDNIGHT PREY mit ihrem zweiten Studioalbum 'Jenseitsritt' zurück. Sieben Songs mit lyrisch anspruchsvoller Thematik bilden den Inhalt einer abermals ziemlich bizarren sich weit vom Otto-Normal-Metal abhebenden Scheibe. Gepackt In zeitgemäßes Produktionsraster geht es abermals dunkel, mystisch erfrischend spannungsvoll dynamisch zu. Vergleichsweise zum Debüt ist der kauzige Analogsound zeitgemäßerer Produktionstechnik gewichen.
Das Vorabvideo zu „Torn Into Pieces“ zeigt, wie anspruchsvoll, dramaturgisch, verspielt und theatralisch MIDNIGHT PREY zu Werke gehen, ohne ihren bisher eingeschlagenen Kurs zu verlassen. „Grimoire“ rockt erfrischend kraftvoll mit leicht spürbarem Hauch von Gothic, ansonsten gleichermaßen, ruppig, verspielt und melodisch, flotte Taktrhythmenfolgen, direkt eingebundene Leadsoli und zwischen Trauer, Leiden und dunkelheroischer Frequenzausdehnung liegender Gesang bestimmen das Geschehen. Der „Witchking“ bezieht sich auf den Hexenkönig aus Tolkien's Herrn der Ringe. „Kaspar Hauser“ erzählt in deutscher Sprache das trauervolle Drama um einen Erbprinzen, der ermordet wurde, dessen wahre Herkunft im Dunkeln liegt, bevor es ihm überhaupt möglich war, sein großes Erbe anzutreten, wurde stimmungsvoll verarbeitet. „Unknown Trails“ gibt sich akrobatisch von Stimmungs- und Tempowechseln beseelt Geheimnisvoll, protestbehaftet und theatralisch; verschroben wird’s bei „Starlit Nebulas“ wo sich vor geistigem Auge dicke Schichten sichtbarem Sternenlichtnebels bilden. Im Titeltack „Jenseitsritt“ reflektiert sich in protestierender Weise die Angst vor Sterblichkeit, einer im Zeichen von Hektik, Profitgier und weltlichem Niedergang stehenden Zeit voller Ungewissheit vor dem, was zukünftig kommen wird...
Alle sieben Stücke umhüllt ein Hauch von Abenteuerlust, Dunkelheit, Gefahr, Theatralik, Spannung, Verschrobenheit und Poetisch anspruchsvollem Niveau. 36:23 Minuten berauschender Musik, die fesseln und auf einen intensiv gelebten Trip zwischen mystischer Dunkelheit, intensiv ausgelebter Spannung, sattem Groove, Wildheit und fühlbar in aller Form ungefilterter Leidenschaft schweben. Definitiv kein leicht verdauliches Album, dessen Inhalte trotz Besinnung auf in der Vergangenheit liegender Themen den Konsens der Gegenwart auf durchdachte Weise reflektieren.
Fazit: Heftig krass umgesetzter Themancocktail bizarr, fantasybehaftet, mystischer Musizierkunst auf faszinierend mitreissendem Level. Unorthodox eigenständige nathlos ineinander fließend Genres verbindende Mischung! 8,5/10

