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SHAAMAN - "Reason"


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VÖ: 17.05.05
(AFM Records)

Homepage:
www.shamanonline.com.br

Tja, da bekommt man die neue Shaaman in die Hand gedrückt, um ein objektives Review zu schreiben und sieht sich vor die schwierige Aufgabe gestellt, seine Glaubwürdigkeit zu bewahren … warum die Zweifel? Aus dem AFM-Lager kamen in den letzten Wochen mit Masterplan, Circle II Circle und Rob Rock drei absolute Hammerscheiben auf den Markt. Die Kette scheint auch mit Shaaman nicht abzureißen, denn das, was ich hier zu Ohren bekomme, schlägt alles, was die vier Brasilianer um den charismatischen Sänger André Matos bisher veröffentlicht haben. Als aufmerksame Leser ist Euch bestimmt nicht entgangen, dass sich beim Schreiben des Bandnamens offensichtlich ein Fehler eingeschlichen hat … mitnichten … aufgrund rechtlicher Querelen wegen der Namensgleichheit zu einer mir bis dato unbekannten anderen Band, wurde kurzerhand ein Buchstabe mehr in den Bandnamen eingefügt.

Nun zum Album…wie bereits oben erwähnt, haben Shaaman eine Granate allererster Sahne produziert und ziehen, wie auch schon in den vorangegangenen Jahren, alle Register Ihres Könnens, das sich nicht ausschließlich auf die Beherrschung ihrer Instrumente beschränkt, sondern sich auch im ausgefeilten Songwriting niederschlägt. Ein derart homogenes und abwechslungsreiches Werk hätte ich den Jungs nicht zugetraut, da sie mit ihrem weltweit mehr als 100.000 mal verkauften Debutalbum „Ritual“ die Messlatte scheinbar unerreichbar hoch gelegt hatten. Shaaman sind bekanntlich keine Newbies mehr, da sich mit André Matos, Luis Mariutti and Ricardo Confessori drei Ex-Mitglieder von Angra in der Band befinden.

„Reason“ ist ein atmosphärisches und emotionales Album, das nicht nur treibende Powermetal-Einlagen bietet, sondern auch gefühlvolle und orchestrale Parts im ständigen Wechsel beinhaltet und damit einen Abwechslungsreichtum abbildet, der in dieser Form nur selten existiert. Der erste Song „Turn Away“ ist ein waschechter, treibender Power Metal Knaller, der von Beginn an fesselt und einen nicht mehr still stehen lässt. Melodiöse Doppelgitarrenläufe, garniert mit Tempowechseln und einem orchestralen Mittelteil, der in einem wahnwitzigen Gitarrensolo gipfelt und ein Dauergrinsen auf die untere Gesichtshälfte zaubert, während schon der zweite Titel „Reason“ das ruhigere Kapitel aufschlägt, der sich in ein Midtempo-Opus mit einem mitreißenden und hymnenhaften Refrain entwickelt. Nr. 3 ist ein bekanntes Stück von den „Sisters Of Mercy“. „More“ ist gelungen interpretiert, kommt jedoch nicht ganz an das Original heran.

Mit „Innocence“ ist den Jungs eine nur noch als genial zu beschreibende Orchestral-Ballade gelungen, die Sänger André Matos in seiner ganzen Bandbreite fordert, was ihm eindrucksvoll gelingt. Mit „Scarred Forever“ ist ein Midtempo-Rocker am Start, der einen progressiven Schatten hinter sich herzieht und mit den im Hintergrund zu hörenden Klavierparts einmal mehr den abwechslungsreichen Charakter des gesamten Albums unterstreicht.

So ließe sich über alle der insgesamt 10 auf der CD befindlichen Titel sinnieren, was von meiner Seite aus einfach keinen Zweck mehr hat, da „Reason“ von Anfang bis Ende einfach nur Spaß macht und im Bereich des progressiven und melodiösen Power Metals seinesgleichen sucht. Die progressiven Parts werden äußerst sparsam, aber effektvoll eingesetzt. Dominant sind die kontrastreichen Tempiwechsel und die orchestralen Zitate, die aber niemals die enorme Power der einzelnen Songs überdecken, sondern den hohen musikalischen Anspruch der Band dokumentieren.

Falls wieder einmal von „Nichtgläubigen“ behauptet werden sollte, dass Metal Bands nur hohles Geschrubbe und Gekreische von sich geben können, spielt man ihnen am besten „Reason“ vor…somit sollten alle bösen Kommentare verschwinden.

Anspieltipps:
Turn Away
Innocence
Scarred Forever

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