JOE BONAMASSA - The Spirit Of Rory-Live From Cork

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VÖ: 19.06.2026
(J&R Adventures/Provogue)

Genre: Blues Rock

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JOE BONAMASSA

In seiner Karriere hat er schon ein paar Lieder des irischen Volkshelden gecovert, zuletzt beendete er das reguläre Set seiner Tour mit „Million Miles Away“. Gerade auf seiner rockigen Seite war RORY GALLAGHER immer ein großer Einfluss des derzeitig erfolgreichsten Bluesers, der auch dessen Traditionen fortsetzen kann. Klar haben beide den Blues mit einer weißen Weste gepflegt, aber mit genug Seele im Vortrag. Zum dreißigsten Todestag von Gallagher gab es natürlich einige Feierlichkeiten, speziell in seiner Heimatstadt Cork. Da Big Joe ja immer gerne außergewöhnliche Sets an den Start bringt, kam ihm das gelegen, und er fühlte mal nach, wie die Idee eines Tribute-Konzertes ankommen würde. So gut, dass das Ergebnis nun unter „The Spirit Of Rory-Live From Cork“ als CD und DVD veröffentlicht wurde.

Bereits im Intro, untermalt von schöner irischer Musik, machen viele Menschen deutlich, dass Bonamassa die Idealbesetzung sei, im ihr Idol zu ehren. Darunter seine Geschwister, die dessen Rolle am besten einschätzen können, und welche die Idee von Beginn an supportet haben. Auch alte Weggefährten wie Bassist Gary McAvoy und die Musiker der Liveband der Abende vom 1. Und 2. Juni 2025 kommen zu Wort, daneben Musiklegenden wie Brian May oder Slash.
Für das Event zog man ins Marquee, ein großes Zirkuszelt in der südirischen Stadt. Gerade die komplett durchgewechselte Mannschaft macht den Reiz der Auftritte aus, besonders im Hinblick auf den Mainman. Der verzichtet teilweise auf den gewohnten Anzug, sondern zieht sich ein kariertes Gillet über das Hemd. Ein bisschen hemdsärmeliger, mehr wie seine frühen Jahre, während seine Mitstreiter eher in Jeans und legeren Klamotten auftreten.

Und jene Hemdsärmeligkeit überträgt sich auch auf die Darbietung, bereits wenn „Cradle Rock“ zum ersten Mal losgroovt ist mehr Tempo im Spiel. Es gibt einige Aufnahmen des Stückes, keine kommt so flott daher, ohne jetzt die Tightness vermissen zu lassen. Das treibt einfach fein nach vorne, unterstützt vom zweiten Gitarristen Conor Brady, der noch unscheinbarer seinen Dienst verrichtet als Bassist Aongus Ralston. Schlagwerker Jeremy Staceyhat ein relativ kleines Kit aufgebaut, braucht auch nicht mehr, denn er bewegt sich unter seiner Baseballmütze wenig ausladend, bringt dafür viel Kraft in den Ton. Simpel, geradlinig und authentisch agieren die Musiker, dem guten Rory hätte das sicherlich gefallen. Wobei dessen alter Kumpel Gerry McAvoy sogar bei zwei Gastsongs mit der Agilste ist.

Vom angestammten Personal ist nur Tastenmann Lachy Doley dabei, dessen Piano wie im „Bullfrog Blues“ so richtig hämmert. Er ist eher ein optischer Bezugspunkt, headbangt fast hinter seiner Tastenburg und animiert sowohl Mitmusiker und Publikum, dazu ist er wie immer ganz vorne positioniert. Mit einem breiten Spektrum an Instrumenten erweitert er den Sound ungemein, weiß den Song immer gut zu unterstützen, die straighten Leads etwa in „Tattoo´d Lady“ unterfüttert er mit feinen Flächen.
Da bringt JOE BONAMASSA das Material am besten rüber, hier sind sie melodisch wie melancholisch und stets im Fluss, „Bad Penny“ wird zur großen Hymne. Traumhaft schön die Ballade „I Fall Apart“ mit dem butterweichen Solo und Schmelz in der Stimme. Und natürlich am Ende des regulären Sets das angesprochene Epos mit seinen introspektiven Lyrics, dem der Barde so viel Respekt entgegenbringt. Das gilt auch für den traditionellen Blues, in Form von Muddy Waters, dessen „I Wonder Who“ sich Gallagher auf „Irish Tour ´74“ zu eigen machte.

Bonamassa übernimmt von der Attitüde ansatzlos, setzt hier eben weniger auf den brillanten Ton, denn auf Feeling und Leidenschaft. Ein ganz großes Plus dieser DVD ist wie jene Passion in Szene gesetzt wird, die Kamera gehört fast ich, bei den Soli kann gar nicht nahe genug rangezoomt werden. So wird der Zuschauer Augenzeuge, wie der Mann im Spiel versinkt, seine Arbeitsgeräte fast liebkost und die Saiten wunderbar bearbeitet. In der Zugabe sitzt er ganz alleine mit der Klampfe da, und slidet zu „As The Crow Flies“, wenn es dann leise wird, hört man das gespannte Raunen des Publikums, das oft ergriffen Szeneapplaus spendet. Das hätte man mehr in Szene setzen können, das einer großartigen Ehrerbietung beiwohnte, und uns eine weitere Facette vom Können des Meisters liefert.

8 / 10

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