Zur Zeit finden keine Konzerte statt. Sobald es auf den Brettern wieder rund geht, bekommt Ihr hier auch wieder die Informationen dazu.


PROTZ

06 Protz

Mailer vom 28.06.20
Interviewpartner: Ritchie Wilhelm (voc., git.; 2. v. li.)

Homepage:
PROTZ

FFM-Rock:
Moin Ritchie, meinen Glückwunsch zum 40 Jährigen Bandbestehen und zur Veröffentlichung der EP „In Dog We Trust“. Nach der bislang nur einzigen in dieser langen Zeit veröffentlichten CD „Protz“ (1986) jetzt, sagen wir es mal vorsichtig, „nur“ eine EP. Wieso nicht mehr?

Ritchie:
Wir haben über die Jahre so viele geile Songs geschrieben, da war es jetzt endlich mal an der Zeit, ein paar davon nicht nur live zu spielen, sondern unseren Fans auch wieder neu auf CD zur Verfügung zu stellen.

FFM-Rock:
Auf „In Dog We Trust“ befinden sich fünf Stücke, die der Fan bereits alle kennt. Warum habt ihr genau diese Stücke für diese Veröffentlichung ausgewählt und keinen komplett neuen Song?

Ritchie:
Wir wollten einen Querschnitt und die Vielfalt unserer Musik, modern arrangiert, unseren Fans kredenzen. „In Dog We Trust“ war da auf jeden Fall Pflicht. „Rock Your Bones“ geht in den Rock ‚n‘ Roll Bereich. „I Don‘t Wanna Work No More“ mehr in den Metal. „Backstage Queen“ ist unsere Ballade und „Riding On A Harley“ ist die Biker Rock Hymne schlechthin. Für die Fans auf jeden Fall ein sehr hoher Wiedererkennungsfaktor!

FFM-Rock:
Mit Jörg “Warthy” Wartmann, der u. a. auch für FREI.WILD, UNHEILIG oder HÄMATOM Platten aufnimmt oder teilweise dort Gitarren einspielt, habt ihr eine echte Koryphäe für die Produktion der EP gewinnen können. Erzähl doch bitte mal wie es dazu kam.

Ritchie:
Der Warthy ist ein alter Freund von mir. Wir kennen uns mittlerweile fast 20 Jahre und haben ein super Verhältnis. Gerade durch seine Kompetenz und professionelle Arbeitsweise war er für uns die erste Wahl. Er hat sofort zugesagt und wir hatten viel Spaß bei der Produktion.

FFM-Rock:
Widmen wir jetzt mal der Geschichte von PROTZ zu. 40 Jahre Bandgeschichte könnte einiges hergeben. Ich werfe mal Stichpunkte in den Raum und du versuchst die bitte mit Leben zu befüllen:

Ritchie:
Dein erstes Konzert:
Mein erstes Konzert habe ich 1975 gesehen. Das war ein Open Air mit den „Scorpions“ als Headliner. Der Uli Roth hat mich mit seinem Gitarrenspiel sehr inspiriert und auch mitgeprägt. Er ist neben „Ritchie Blackmore“ und „Randy Rhoads“ einer meiner Heroes.

Erstes PROTZ-Konzert:
Das erste PROTZ Konzert fand im Herbst 1980 statt und zwar in Michelbach, einem kleinen Vorort von Alzenau. Der Veranstalter wollte seinen Geburtstag mit einem Konzert feiern und hatte fünf Bands engagiert. Wir durften damals als Co-Headliner ran aber den Opener machte damals eine Punk Band, die sich „BÖHSE ONKELZ“ nannte. Wir wissen alle was aus denen geworden ist.

Wie viele Musiker insgesamt haben in den Jahren bei PROTZ gespielt?:
Oh jeh, ich glaub das krieg ich gar nicht mehr zusammen. Wir hatten eine ziemlich große Fluktuation. Da sind Leute weggezogen, haben sich beruflich verändert oder ihre Prioritäten anders gesetzt. Ein paar Leute haben es auch gewaltig übertrieben und mussten die Band, aufgrund Ihres Verhaltens verlassen. Die meisten Besetzungswechsel gab es bei den Drummern. Ich schätze mal das wir ca. 20 Musiker, außer mir, in der Band hatten.

Highlights für PROTZ:
Ein Highlight war 2003 der Gewinn des Deutschen Rock & Pop Preises im Congress Center Hamburg. Ein weiteres Highlight war im Jahr 2007. Da haben wir bei der „Girlschool“ Deutschland Tour ein Konzert supportet. Weiterhin unser Gig auf dem Alpen-Flair in Süd-Tirol, wo wir unter anderem mit HELLOWEEN, GOTTHARD, EISBRECHER um nur einige zu nennen, die Bühne geteilt haben. Legendär auch das „Pogo unterm Tannebaum“ Konzert mit „Pro-Pain“, um nur einige zu nennen. Mein größtes Highlight ist Zweifelsohne, dass mein Sohn Robin seit 2014 bei PROTZ spielt. Er bereichert die Musik mit seinem Können und seiner Ausdruckskraft. Da schlägt mein Herz höher!

FFM-Rock:
Du selbst hast viele Jahre bei der Band 9MM als Gitarrist gespielt. Was waren da deine Highlights bzw. Flops?

Ritchie:
Highlights:
Neben den vier Wacken Konzerten, die sich in mein Gedächtnis eingebrannt haben, waren da noch die vielen tollen Menschen, die ich auf über 300 Konzerten in sieben Jahren kennenlernen durfte. Viele davon agieren, für den normalen Fan unsichtbar, mit vollem Einsatz und Herzblut, im Hintergrund. Ihnen gelten mein Respekt und mein ganz besonderer Dank. Ohne diese Menschen würden manche Bands ganz schön alt aussehen und es gäbe wahrscheinlich keinen Rock ‚n‘ Roll. AC/DC hat es mit einem Song auf den Punkt gebracht: „For those about to rock… we salute you!“

Flops:
Die gab es auch, aber daran möchte sich niemand gerne erinnern, da es auch mit Menschen zu tun hatte, die andere Leute, unter dem Vorwand der Freundschaft und des Rock ‘n Roll benutzen, um sich zu bereichern.

FFM-Rock:
Das Thema Film oder Video ist mittlerweile wieder ein gern gewähltes Medium, um ein neues Album vorzustellen. Wie schaut es da bei euch aus?

Ritchie:
Wir werden auf jeden Fall ein Musikvideo drehen. Aufgrund der aktuellen Situation ist es momentan schwierig einen Termin und eine Location zu bekommen, aber es wird auf jeden Fall passieren. Apropos Film. Robin und ich haben bei Andy Brings Film „Full Circle! Last Exit Rock ‚n‘ Roll!“ mitgespielt. Wir sind hier im Intro des Films zu sehen. Absolut sehenswerter Film! Solltet Ihr euch unbedingt ansehen!

FFM-Rock:
Diese Frage bekommen all meine Interviewpartner gestellt. Kannst du mal eine lustige Anekdote von einer Show oder aus dem Proberaum zum Besten geben, die noch nicht veröffentlicht wurde?

Ritchie:
Bei einer Show sprang einmal ein weiblicher Fan im Zugabenteil auf die Bühne und zog obenrum blank. Ich hatte Sie nicht kommen sehen und als ich mich umdrehte stießen wir zusammen und lagen beide auf der Bühne. Das hat natürlich für etliche Lacher gesorgt.

FFM-Rock:
So, dann sind wir auch schon am Ende der Fragerei. Zum Schluss bitte noch einige persönliche Worte an unsere Leser und eure Fans.

Ritchie:
Ich bedanke mich bei unseren Fans, welche uns Jahrzehnte lang die Treue gehalten haben und allen Lesern von FFM-Rock. Natürlich auch dir Mike und FFM-Rock. Allen Geschäftspartnern und Sponsoren. Das größte Dankeschön geht an unsere Familien, die uns stets den Rücken gestärkt haben und alle Höhen und Tiefen mit gelebt und gefühlt haben. Hört unsere Musik oft und laut und vor allen Dingen „Bleibt Gesund“!

Danke für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

Mike von FFM-Rock                                                                                       Foto by PROTZ

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