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MAROON + FEAR MY THOUGHTS - Frankfurt, Sinkkasten


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Support: By The End Of Grace, Burst Of Fire, Two Day Romance
Konzert vom 20.11.05

Homepages:
www.maroonhate.com
www.fearmythoughts.com
www.bytheendofgrace.com
www.burstoffire.com
www.myspace.com/2dr

Konzertbericht von Sebastian (SF) und Lisa Fritz (LF)


„Na, wenn das mal nicht bös' nach vorne geht“, dachte ich mir so vor dem anstehenden Konzert. Das angekündigte Package, das an diesem Abend die Bühnenbretter des Frankfurter Sinkkasten zum Beben bringen sollte, war genial brachial und die Fantasie somit aufs Äußerste beflügelt. Zu Maroon gibt es vermutlich nicht viel anzukündigen, werden sie doch von den Musikmedien immer wieder als DIE deutsche Metalcorecombo bezeichnet und müssen sich einen Namen nicht erst noch erspielen. Fear My Thoughts sind im Knüppelgeschehen wahrlich auch keine Unbekannten mehr und ihr Album „Hell Sweet Hell“ blies mir vor einigen Monaten beim Rezensieren schon knackig den Kalk aus dem Schädel. Mit Two Day Romance, Burst Of Fire und By The End Of Grace wurden auch drei lokale Acts klar gemacht, die musikalisch gut zueinander passen und mit der Aufgabe bedacht wurden, die Austrägungsstätte dieses Kraftereignisses auf Betriebstemperatur zu bringen. (SF)

Die schwere Rolle des Openers fiel an diesem Abend der im Livegeschehen noch sehr jungen Band Two Day Romance zu. Der Vierer beginnt recht druckvoll und schon beim ersten Ton wird dem Zuhörer ins Bewusstsein gerufen, dass der Mann am Mischpult weiß, was er da treibt. Der Sound stimmt gleich, was bei Rockkonzerten alles andere als Bestandteil der Tagesordnung ist. Die Band selbst klingt an manchen Stellen leider recht unkoordiniert, was ich auf die häufig wechselnden Riffs und Tempi zurückführe, wodurch die Songs oftmals arg zerklüftet erscheinen. Das Glück ist der Truppe an diesem Abend nicht wirklich hold, da die Fußmaschine des Drummers Robin leider ein paar Mal den Geist aufgibt und zwischendrin repariert (oder wieder befestigt) werden muss. Ansonsten betreibt die Mannschaft jedoch einen vielversprechenden Mix aus Hardcore, Noise und Metal, für den sich nur schwer Vergleiche finden lassen. Die Jungs sollte man unbedingt im Auge behalten. (SF)

Es übernehmen Burst Of Fire, die im Frankfurter Raum seit längerer Zeit ja keine Unbekannten mehr sind. Der Innenraum wird durch ein paar Leutchen mehr besiedelt und es gibt saftig auf die Glocken. Was mich neben der Musik, die ich als Mix aus Machine Head und Hardcoreelementen bezeichnen würde, sehr überzeugt, ist das selbstbewusste Auftreten des Frontmannes und die Tightness im Zusammenspiel der Band. Gut funktionierende, druckvolle Musik, die absolut Spaß macht. (SF)

Als drittes steht nun der Auftritt der Lokalmatadore von By The End Of Grace ins Haus. Sie scheinen einige Fans mitgebracht zu haben, denn sogleich füllt sich der Bereich direkt vor der Bühne sichtlich. Da ich die Jungs schon am
vorhergehenden Mittwoch in der Halle (Fechenheim) bei ihrem Warm-Up-Gig gesehen hatte, der zwar ganz nett, aber doch nicht vollkommen überzeugend war, bin ich gespannt, was mich nun erwartet. Ihre Show beginnt mit einem zwar recht langen, dennoch nicht langweiligem Intro vom Band, und schließlich entern sie die Bühne. In den Pulk der Menschen davor kommt langsam Bewegung und nach mehrmaligem Auffordern von Seiten des Sängers Chris, bequemen sich nun auch einige Leute aus den hinteren Reihen nach vorne. Die Band holt aus ihren Instrumenten heraus, was möglich ist, und das Ergebnis weiß zu gefallen. Auch der Sound ist äußerst gelungen, es zahlte sich also aus, dass der eigene Mischer mitgebracht wurde. Teilweise meint der Sänger es mit seinen Ansagen ein wenig zu gut, immerhin gelingt es ihm aber dadurch, das Publikum weiter zu animieren. Dieses gibt sich recht rege und feiert die Frankfurter Hardcore-Truppe vom ersten bis zum letzten Song. (LF)
 
Und nun endlich kam die Band, auf die ich die ganze Zeit gewartet hatte. Fear My Thoughts aus dem Südbadener Raum waren der erste Headliner an diesem monströsen, aber gemütlichen Abend (der Sinkkasten hat von allen Frankfurter Musikschuppen einfach am meisten Flair) und ich erhoffte mir, der auf CD gebannten Energie auch lebensecht ins Auge blicken zu können. Der Sänger begrüsste das mittlerweile nahezu komplett vor der Bühne versammelte Publikum mit den Worten: „Wir sind Fear My Thoughts und fressen eure Kinder“ und los ging das Spektakel. Die Kombo wartet an diesem Event wohl mit dem höchsten Metalfaktor auf und versteht es, die Instrumente nicht nur zu traktieren, sondern fingerfertig Bestnoten zu produzieren. Bei schwedenmetallastigen Songs wie „Windows for the dead“ bleibt kein Arsch still. Bei Fear My Thoughts werden In Flames Feelings mit Maidensoli gepaart, gelegentlich mit Beatdownparts aus dem Hardcore unterstützt und zu einem fetten Ganzen verschmolzen. Zudem gewinnt die Band durch den sympathischsten Frontmann des Abends. Seine humorvollen und lässigen Ansagen lockern die Stimmung immer wieder auf und die Party im Sinkkasten wird merklich ausgelassener. Bei „Sweetest hell“ ist das Publikum dann aufgefordert, auch stimmlich am Geschehen teilzuhaben. Und beim letzten Stück schließlich (ohne Zugaben wollte die Jungs übrigens keiner gehen lassen) holen sich die Fünf noch eine hauptschüttelnde Verstärkung mit Darth Vader-Maske auf die Bühne und runden ihre Party gelungen ab. Sehr geil! (SF)
 
Nun sind Maroon als finaler Act an der Reihe, dem Frankfurter Publikum mit ihrem sehr thrashmetallastigen Hardcore vom Allerfeinsten gehörig Feuer unterm Hintern zu machen. Losgelegt wird gleich erstmal mit dem bekannten und immer wieder geilem Intro von Slayers "Raining Blood". Sogleich kommt Bewegung in die Menge, hier und dort wird das Haupthaar geschüttelt, an anderer Stelle vollzieht man die akrobatischsten Übungen und übt sich im Schattenboxen. Maroon gehen derbe ab, nichts und niemand ist sicher vor ihrer Metalcore-Attacke. Versucht jemand, die Tanzfläche zu verlassen, wird er sofort vom Sänger zum Bleiben "überredet". Der Sound ist auch bei Maroon klasse und versorgt die Musik zusätzlich mit dem nötigen Druck. Nur die Bühnenshow der fünf Herren ist für erstmalige Besucher eines ihrer Konzerte etwas gewöhnungsbedürftig: Man steckt sich einen Teddy in die Hose, lässt die Hüfte kreisen und vor allem spuckt man sich gegenseitig an - mal der Bassist den Sänger, der Sänger den Gitarristen oder einfach sich selbst in die Hand. Glücklicherweise bleibe ich trocken, obwohl in der ersten Reihe und regenschirmlos. Alles in allem ein sehr geiler Abend mit Bands, die wissen, wie man richtig rockt. (LF)

Foto © 2005 by: Lisa Fritz

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