GRAND MAGUS – Aschaffenburg, Colos-Saal

11 Grand Magus Flyer

Konzert vom 07.11.17
Supports: EVIL INVADERS, ELM STREET

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GRAND MAGUS
EVIL INVADERS
ELM STREET

Noch unter dem sehr positiven Konzerteindruck vom Vorabend (PAIN, CORRODED, SAWTHIS) an gleicher Stelle stehend, stand heute erneut das Ergründen weiterer, noch nicht gesehener Bands an.

11 Elm Street

Den Anfang hierbei machten ELM STREET aus Melbourne. Ehrlich gesagt wurde ich über den 35-minütigen Auftritt hinweg nicht warm mit dem in den 80ern angesiedelten Metal der Australier, der viele Thrash- als auch Speedanleihen vorzuweisen hatte. Die Stimme des Frontmannes klang zudem noch sehr sonderbar und war von der Tonlage her doch sehr limitiert. Seine langen und fast schon gekrächzten Ansagen, die zudem noch ohne Punkt und Komma runtergerasselt wurden, nervten mich recht schnell. Freunde dieser Band oder dieses Genres, die auf Festivals wie dem Taunus Metal oder auch Keep It True zu finden sein werden, mögen ihre Freude an den Australiern gehabt haben, aber hier auf dieser Tour waren sie für mich fehl am Platze und eher als ein Slotblocker anzusehen.

11 Evil Invaders

Die Band mit dem interessantesten Merchandise an diesem Konzertabend waren zweifelsohne EVIL INVADERS. Coole Motive und abwechslungsreiche Shirtfarben haben hoffentlich den Belgiern etwas Geld in die Kasse gespült. Musikalisch durften bzw. konnten sie nicht allzu viel zeigen, denn die Bühnentechnik versagte nach der Umbaupause komplett. Es wirkte schon irgendwie lustig, als die Band die völlig vernebelte Bühne erstürmte, anfing zu spielen und man erst mit der beginnenden Gesangseinlage registrierte, dass kein einziger Ton aus den Monitoren bzw. den Lautsprechern ertönte. Mit einem lauten F**k trat das Quartett völlig frustriert und so schnell, wie sie auf die Bühne gestürmt waren, von dieser wieder den Rückzug an. Ich hatte mich indes schon gewundert, dass ihr Sänger, der kurz vor dem Auftritt die Bühne nochmals checkte, beim Anklopfen der drei Mikros nicht registrierte, dass dabei kein einziger Ton erzeugt wurde. Aber na ja, kann man merken, muss man aber nicht… Auf jeden Fall dauerte es geschlagene 34 (!) Minuten bis die Bühnentechnik wieder lief und das Quartett ein verkürztes Set in gefühlt doppelter Geschwindigkeit runterzockte. Das nennt man dann wohl Speedmetal, obwohl ihre Musik eigentlich ja der Thrash zu sein scheint. Während dem jetzt nur noch 25-minütigen Stelldichein erkannte ich so auch nur „Stairway To Insanity“ und „Raising Hell“ als gespielte Songs. Die Musiker selbst waren, egal an welcher Stelle man sich im Saal befand, auf der Bühne nur zu erahnen, denn der „Fachmann“ am Lichtpult hatte ein erkennbares Faible für die Nebelmaschine. Schon während alle auf und hinter der Bühne auf Fehlersuche zum Technikproblem waren, legte er diese mehr oder weniger lahm, wenn auch nur ansatzweise sein völlig übertriebener mehrfacher Nebeleinsatz durch die gut funktionierende Klimaanlage Auflösungserscheinungen aufzeigte. Meine gute Erziehung verbietet mir hier weitere verbale Ausführungen zu dieser Person. Lobend erwähnen muss ich hierbei das Publikum. Trotz fehlender Informationen zu einem Warum wurde keine einzige Beschwerde während der langen Unterbrechung bzw. bei den Nebelattacken laut. Das hat man selten.

11 Grand Magus

Beseelt von dem Gedanken, GRAND MAGUS mal in voller Länge erleben zu müssen, war ich heute wieder im Colos-Saal. Zu tief hatte sich die Erinnerung an mein erstes Aufeinandertreffen mit den Schweden aus dem letzten Jahr in mir festgesetzt. In all meinen Konzertjahren hatte ich es bis dahin noch nicht erlebt, dass ein Opening Act es schaffte, mit einem Song über 2000 Zuschauer die Arme über Kopf im Takt hin und her bewegen zu lassen. Bis ich diesen Song im Colos-Saal allerdings zu hören bekam vergingen fast schon quälende 70 Minuten. Dass die Rifflords, wie sie auch bezeichnet werden, ihr aktuelles Album „Sword Songs“ auf dieser Tour promoten wollten, war am Tournamen schon ersichtlich. Dass daraus letztendlich nur drei Songs gespielt wurden, kann man bei dem vorhandenen Qualitätspotential auf den bisherigen vier Alben auch schlüssig nachvollziehen. Nicht nachvollziehen kann ich allerdings die Songauswahl der früheren Alben, die heute auf der Setlist standen. Da gab es durchaus andere, die sich neben mir auch das Publikum gewünscht hätte. Zu deutlich war der Stimmungsabfall bei einigen älteren Stücken deshalb zu spüren. Nicht, dass das jetzt falsch verstanden wird, das angebotene Material war schon gut, auch gut gespielt bzw. gesungen, aber eben nicht für jeden die glückselige Erfüllung. Bei drei Mann auf der Bühne, davon noch zwei festeingebundene Stimmen, passiert für das Auge nicht viel. Wenn dann auch die Mikros jeweils am Rand der Bühne platziert sind, geht noch weniger im Aktionsradius des jeweiligen Akteurs. Nach den ersten beiden Songs, die gleich die Stimmung im Saal mächtig anheizte, fiel diese zunächst in ein kleines Loch, da die knapp 350 Karteninhaber offenbar mit den beiden Stücken vom dem 2. Album „Triumph And Power“ nicht so viel anfangen konnten. Also wieder drei neue Stücke gespielt und die liebe Seele kochte wieder. Drum Solo– musste das sein? – Stimmung fällt ab, um gleich wieder mit dem Doom-Monster „Iron Will“ anzusteigen. Auf der einen Seite bin ich für die Präsentation von älterem Material, wenn es denn gut ist, immer zu haben. Jetzt folgten aber wieder zwei ältere Stücke, wo ich mir dachte: Wiese jetzt diese beiden? Ok, „Triumph And Power“ als Titeltrack vom 2. Longplayer konnte ich ja noch nachvollziehen, aber „Like the Oar Strikes the Water“? Wenigstens schaffte es „Valhalla Risin” vom Debüt “The Hunt” zum Setende nach 65 Minuten nochmals zu glänzen. Die 2-Song-Zugabe ließ den Auftritt letztendlich doch zum bleibenden Erlebnis werden. „Silver Into Steel” wurde zur Steilvorlage für eben “meinen” Song. Noch nie hatte ich bis dahin bei einem Konzert ein Video zur Erinnerung aufgenommen – jetzt schon. So habe ich jetzt mein eigenes sieben Minuten langes „Hammer Of The North“ mit wirklich gutem Sound, tollem Licht und einem Publikum, dass dankenswerter Weise einen Gänsehautchor hingelegt hat. Pah, nix mehr mit YouTube Videos von anderen Konzerten angucken. Danke ans Publikum im Colos-Saaal, Danke an GRAND MAGUS.

Setlist Grand Magus:
I, The Jury
Varangian
On Hooves of Gold
Steel Versus Steel
Forged in Iron – Crowned in Steel
Ravens Guide Our Way
Freja's Choice
Drum Solo
Iron Will
Like the Oar Strikes the Water
Arv
Triumph and Power
Valhalla Risin
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Silver Into Steel
Hammer of the North

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