ANNISOKAY – Aschaffenburg

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Konzert vom 16.11.18
Support: I SET MY FRIENDS ON FIRE, RISING INSANE

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ANNISOKAY
I SET MY FRIENDS ON FIRE
RISING INSANE

Es war wieder mal so ein typischer Freitagabend. Eigentlich hätte man ja pünktlich zum Konzertbeginn da sein können, aber… - kurz gesagt, es wurde nichts draus. Und das sollte sich diesmal richtig rächen.

11 Rising Insane

RISING INSANE waren fast schon durch, und ich bekam nur noch die letzten beiden Stücke mit, aber die hatten es in sich. Der 5er aus Bremen haute seinen Post-Harcore/Metalcore mit einer Intensität raus, der nicht nur meine volle Aufmerksamkeit sofort auf sich zog, sondern sich auch meinen Respekt verdiente. Am Nachmittag hatte ich mich erstmals im Internet mit den Jungs auseinandergesetzt und wurde so auf ihre bislang einzige CD „Nation“ aufmerksam. Welche Songs sie hier und heute gezockt hatten, entzieht sich meiner Kenntnis, wenn aber alle so intensiv klangen, dann Hut ab. Ihr Sänger Aaron Steineker, der seinen oberkörperfreien, durchtrainierten Body durchaus bewusst einzusetzen wusste, glänzte zudem in aggro bangender Weise mit stimmgewaltigen Shouts und wurde so unzweifelhaft Dreh- und Angelpunkt der Show. Uncool fand ich dagegen, (s)ein politisches Statement in der Show kund zu tun und dabei noch das Publikum aufzufordern, auf dieses einzugehen. Trotzdem, musikalisch und von der Performance hatte mich das hier stark beeindruckt. Ich hoffe, es gibt eine Chance auf ein 2. Mal.

I SET MY FRIENDS ON FIRE – Alter, was spielen die denn für einen schrägen Kram? Den 5er aus Miami/Florida musikalisch einzuordnen, ist nahezu unmöglich. Emo/Post Hardcore mit Punk/Funk/Hip Hop und Extrem Metal Einflüssen. Es war ja von ANNISOKAY nett gemeint, den Amis, die sie auf ihrem letztjährigen USA-Trip kennen gelernt haben, eine Bühnenpräsenz zu bieten, aber das hier war ein Totalausfall. Neben dem überflüssig langen Gequatsche der beiden Sänger zwischen den Songs, bei einem würde ich das sogar nur als Genuschel bezeichnen, kam ich mit der wirren Aneinanderreihung der verschiedensten Musikelemente bzw. dieser Soundcollage nicht klar. Sorry, da fällt mir auch ein paar Tage später beim Verfassen dieser Zeilen nichts weiter dazu ein.

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Mit einem bärenstarken Album im Gepäck näherten sich am heutigen Abend ANNISOKAY ihrem Tourabschluss der „Fully Automatic-Tour 2018“ auf deutschem Boden. Stimmlich noch von einer rumgereichten Erkältung gezeichnet gaben sich die Mannen aus den neuen Bundesländern jedoch redlich Mühe und schafften es so, ihre gut 300 Fans über die 90-minütige Spielzeit bei Laune zu halten und lieferten sogar das ein und andere Highlight ab. Mit anfänglich für die beiden Sänger miesen Soundverhältnissen - sie hatten gegen die übermächtigen Drums nicht den Hauch einer Chance - dauerte es diesmal für mich etwas länger, bis ich in diesem Konzert „ankam“. Was ich mir bei „Coma Blue“ oder „What’s Wrong“ auch schon gewünscht hätte, entfaltete sich bei mir endlich beim Titeltrack zur Tour. „Fully Automatic“ wurde zu einem richtig intensiven Stück, bei dem auch der Sound stimmig rüberkam. Glänzen konnte ebenfalls „Good Stories“, bei dem der Spagat zwischen gefühlvollen Cleanvocals und Aggroshouts gut rübergebracht wurde. „Loud“, beim Publikum sehr beliebt, brachte den ersten richtigen Moshpit, zeigte aber auch die krankheitsbedingten Stimmen auf, die weit vom Original entfernt agierten. „Unaware“, das Highlight der fünf gespielten Stücke vom neuen Album, brachte neben einem Crowdsurfer sogar einen Circle Pit hervor. Zum Ende des eigentlichen Sets räumte die Uptempo Nummer „Sea Of Trees“ noch einmal richtig ab.

11 Annisokay 02

Nach lautstarken Zugabeforderungen begann man mit „Monstercrazy“ aus den eigenen Anfangstagen. „Escalators“, mit den angeschlagenen Stimmen eine mutige Nummer, da man die geforderten Höhen nicht mehr wirklich so bedienen konnte, wie es nötig gewesen wäre. Aber cool, dass man den Song deswegen nicht einfach gestrichen hatte. So wurde „Sky“ letztendlich zum großen Finale, wobei einer der beiden RISING INSANE Gitarristen ein Stelldichein gab und sich nach einer Wall of Death nochmals zwei Crowdsurfer durch den Saal tragen ließen.

Setlist ANNISOKAY:
Coma Blue
What's Wrong
Smile
Thumbs Up Thumbs Down
Carry Me Away
Fully Automatic
Good Stories
Loud
Gold
Unaware
Naked City
Blind Lane
Dominance
Sea of Trees
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Monstercrazy
Escalators
Sky

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