ALL WILL KNOW – Frankfurt/M.

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Konzert vom 14.09.19
Gäste: THIRD WAVE, SAPIENCY, PENTARIUM

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ALL WILL KNOW
THIRD WAVE
SAPIENCY
PENTARIUM
HEIMSPIEL LIVE

Die hauseigene Veranstaltungsreihe HEIMSPIEL LIVE bietet vielen jungen und aufstrebenden Bands im Nachtleben eine Plattform. Vier lokale Kombos aus den Bereichen Melodic Death Metal mit Hang zum Metal Core oder Modern Metal gaben sich heute auf Einladung von Jan Jansohn (git. u. a. ALL WILL KNOW, PARASITE INC., NOTHGARD, SUIDAKRA) unter dem Motto ALL WILL KNOW & FRIENDS die Ehre. Kuschelig wurde es zumindest nur im kleinen Backstage-Raum neben der Bühne. Die ca. 120 Konzertbesucher erfreuten sich dagegen über den ausreichend vorhandenen Platz um sich herum und entgingen so vereinzelt aufkommenden Moshpit-Versuchen.

09 Pentarium

PENTARIUM aus Griesheim durften als erste ran. Das Sextett hatte eine stattliche Fanbase an den Start gebracht, die den 40-minütigen Auftritt lautstark begleiteten. Geboten wurde im Grundgewand grooviger Melodic Death Metal mit einem Schuss Modern, aber auch Dark Metal, der durch das Keyboard hier und da sogar einen symphonischen Black Metal Touch erhielt. Das Instrument wiederum wollte aber nicht immer so ganz zu den Vocals passen, die sowohl im cleanen Bereich, als auch bei den Shouts durchweg überzeugen konnten. Dreh- und Angelpunkt der Show war neben den beiden Gitarren eben Sänger Carsten Lihns. Dieser performte nahezu perfekt und hob durch seine Interaktionen mit dem Publikum zusätzlich die Stimmung an. Neben Stücken der ersten beiden Alben „Schwarzmaler & Zwischenwelt“ gab es zudem zwei Songs vom zukünftigen Album „Abgott“, wobei der zweite Titel sogar seine Weltpremiere feierte. Cooler Einstieg in den Konzertabend.

09 Sapiency

SAPIENCY aus Frankfurt zählten mal zu den Hoffnungsträgern der Mainmetropole im Bereich des Melodic Death Metal. Zwei Alben, die den Göteborg-Sound vergangener Jahre gut widerspiegeln, stehen auf der Habenseite des Quintetts. Das Problem für ein weiteres Vorankommen sind und waren die vielen Besetzungswechsel der letzten Jahre. Und genau da hakt es auch momentan. Es ist löblich, dass Bassist Hendrik Winter den Part der Growls im Livegeschehen übernommen hat, um überhaupt auftreten zu können. Aber, und das wird er und die Band selbst wissen, fällt sein Organ hierfür etwas zu dünn aus. Auch Lars Bittner hatte heute nach einer aktuellen Kiefer-OP bei den Clean Vocals schwer zu kämpfen. Lobenswert überhaupt seine Entscheidung anzutreten, um die Show nicht platzen zu lassen. Das wäre auch zu schade gewesen, denn so hätte nicht nur Ex-Drummer Jan Heusel (ex-ODIUM) (s)einen überragenden Gastauftritt verpasst. Da kam es ganz gut, dass die fehlenden Setlisten zu einer Art Running Gag wurden und man sich ohne Lesebrille durch Gekritzel auf einem Blatt Papier raten musste. Bleibt zu hoffen, dass dieses stete Line Up-Problem bald ein Ende hat, denn zum einen wäre es schade, auf die immer wieder gute Gitarrenarbeit des Duos Ritzmann/Wenck verzichten zu müssen und zum anderen auf das neue Album, welches im Grunde bereits lange fertig ist, aber auf mehreren Spuren durch den jeweiligen neuen Musiker immer wieder neu aufgenommen wurde, sonst vielleicht nie das Licht der Welt erblicken würde. Immerhin gab es hier im Nachtleben davon schon mal ein Stück vorab zu hören.

09 All Will Know

Etwas überraschend traten als Veranstalter nun schon ALL WILL KNOW auf. Auf die Melodic Deather aus Darmstadt war ich besonders gespannt, da sie ebenfalls zwei Neue (Bass und Mikro) am Start hatten. Besonders auf den neuen und alten Shouter Steve Kiai, er sang bereits das Debüt „Contact.“ mit ein, war ich gespannt. Meine Fresse (sorry für diese von mir unübliche Ausdrucksweise, aber das trifft es am besten) klang dieses kleine Energiebündel geil. Diese Aggressivität in den Shouts, gepaart mit einer Ausdrucksstärke, die Vergleiche nicht zu scheuen braucht und im Gegensatz dann die Ein- bzw. Unterordnung ggü. der Cleanvocals, die wiederum teilweise sogar zweistimmig gesungen wurden. Ein 3-stimmiger Satzgesang im Melodic Death Metal also, keine Ahnung welche Band ebenfalls so agiert, aber das klang verdammt gut hier. Ich war fast geneigt, nach ebenfalls 45 Spielminuten zu sagen, „schade, schon vorüber“, wenn da nicht bereits die nächste Überraschung in den Startlöchern gestanden wäre.

Setlist ALL WILL KNOW:
Towards Deliverance
Counting Stars
Deper Into Time
Age Of Paranoia
This Circle Never Ends
Dead World
Home
Behind Your Mask
The Weakest Spot
So Long

09 Third Wave

THIRD WAVE, ebenfalls aus Frankfurt, waren für mich im Nachhinein betrachtet die Überraschung des Abends. Mit zwei Alben und einem Mix aus Modern Metal und Metal Core im Gepäck wusste die junge Rasselbande mit einem Altersschnitt von gerade mal 23 Lenzen auf nahezu allen Positionen zu überzeugen. Hierbei besonders aufgefallen ist mir ihr Drummer Valentin Michel, der an den Kesseln mit einer fast schon unheimlichen Eleganz einen Groove an den Tag legte, der seinesgleichen sucht. Mit ihrem Shouter Adrian Meuser hatten sie zudem einen Frontmann am Start, der dieses Attribut auch wirklich verdiente. Der 5er agierte sehr professionell auf der Bühne. Da saß selbst auf der kleinen Bühne im Nachtleben fast schon jede Bewegung untereinander. Das sah alles natürlich und locker mit viel Spaß in den Backen aus. Auch das eigene Material wusste zu gefallen. Variantenreiche Kompositionen, die teilweise eine progressive Note beinhalteten, aber nicht zu vertrackt rüberkamen und auch dieses im Metal Core oft verwandte Gefühlswechselbad beinhalteten, wurden als Hauptgang kredenzt. Dass dieser sogar gänzlich ohne elektronische Spielereien und Hilfsmittel auszukommen verstand, machte das Ganze noch sympathischer. Der von der stark vertretenen Fanbase geforderte Nachschlag war vom Zeitrahmen her möglich, und so stieß die 1-Song-Zugabe bei den Gästen auf größte Zufriedenheit.

Ich für meinen Teil habe hier nicht nur seit langem mal wieder ein reines Underground-Event besucht und eine Vollbedienung in Sachen guter Musik erleben dürfen, sondern auch einen Rohdiamanten in Form von THIRD WAVE entdeckt, den es im Auge zu behalten gilt.

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