Zur Zeit finden keine Konzerte statt. Sobald es auf den Brettern wieder rund geht, bekommt Ihr hier auch wieder die Informationen dazu.


METAL ASSAULT 2020 - Würzburg

02 Metal Assault 2020

Konzert vom 15.02.2020
Bands: SORTILÈGE, ANGEL WITCH, CHRIS HOLMES & THE MEAN MEN, CRAZY LIXX, STRANGER, HAUNT, TYRANT UK, SCAVENGER, TOWER, TORPEDO

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METAL ASSAULT

Das zehnte Metal Assault lockte Mitte Februar mal wieder zahlreiche Anhänger des klassischen Heavy Metals in die Posthalle nach Würzburg. Aufgeboten wurde eine spannende Mischung aus guten Newcomern und bewährten Veteranen des Generes.Leider verpasse ich wegen ungünstiger Zugverbindungen den Opener TORPEDO aus Nürnberg. Laut Augen- und Ohrenzeugen wusstendie stilistisch an alte Tank erinnernden Mittelfranken, die ich zuletzt in einem kleinen Club in ihrer Heimatstadt gesehen habe, die große Bühne der Posthalle durchaus auszufüllen und haben die meisten Anwesenden überzeugt. (MH)

Als ich in der Posthalle ankomme, starten gerade TOWER in ihren Set.



Frontfrau Sarabeth Linden hat nicht nur eine ausdrucksstarke Stimme, sondern auch eine tolles Bühnencharisma. Auf derBühne präsentieren sich TOWER als agile, dynamische Einheit. Von ihren beiden veröffentlichten Tonträger spielen sie eine ausgewogene Mischung. Ein vielversprechender Newcomer, mit dem zu rechnen ist!
(MH)

SCAVENGER
Nun sind die seit 2018 wiedervereinigten SCAVENGER aus Belgien an der Reihe, dem Metal Assault Publikum einzuheizen. Von der Orginalbesetzung, die 1985 das bisher einzige Album namens Battlefields eingespielt hat, ist nur noch Drummer Luc Erbinger vorhanden. Der 2019leider verstorbene Orginalsänger Jan Boeken wurde durch die stimmgewaltige junge Vocalistin Tine Callebaut ersetzt. Sie intoniert die Songs auf energische und leidenschaftliche Weise und man könnte meinen,sie sei mit Kate de Lombart verwandt.



Neben allen Songs von Battlefields werden zwei gelungene ACID-Coverversionen von „Max Overload“ und „Black Car“ dargeboten. SCAVENGER überzeugen durch eine begeisternde,leidenschaftliche und dynamische Performance und sind für eines der Highlights das heutigen Tages!

HAUNT
Ursprünglich wurde HAUNT von Sänger & GitarristTrevor William Church als Sideprojekt gegründet für musikalische Ideen, die nicht zur Doom/Stoner/Psychedelic Band Beastmaker passten. Im Laufe der Zeit sind HAUNT zur vollwertigen Band mutiert und haben in wenigen Jahren bereits einiges an Tonträgern veröffentlicht. HAUNT lassen ein leidenschaftliches Gitarrengewitter über die Meute hinwegfegen und spielen sich in einen wahrhaftigen Rausch. Als eines der Highlight schlägt der Up-Tempo-Brecher „Hearts On Fire“ (keine Coverversion einer bekannten Band aus Schweden) zu Buche.



Bei „It‘s in My Hands“ klettert ein Fan auf die Bühne, um das Stück gemeinsam mit Trevor zu singen. Insgesamt eine souveräne, bockstarke Vorstellung der Kalifornier!
(MH)

TYRANT
Mit TYRANT aus Gloucherstershire steht nun klassicher NWOBHM auf dem Plan. Die Briten haben es in den 80ern wieder viele ihrer Zeitgenossen nur auf eine Single namens „Hold Back The Lightning“ und einige Demos gebracht. Nachdem ein paar Compilations veröffentlicht wurden, beschlossen TYRANT die Wiedervereinigung.



2015 waren sie bereits schon einmal beim Metal Assault zu Gast. Die Briten legen einen guten Auftritt hin, können aber mit dem dynamischen Feuerwerk von HAUNT und SCAVENGER zuvor nicht mithalten. So lichten sich die Reihen leider nach und nach.
(MH)

STRANGER
Beruflich bedingt und mit 25 Minuten Zugverspätung schnellen Schrittes zur Halle eilend, komme ich nach TYRANT UK in den Genuss des tollen Metal Assault-Billings. Auf der Bühne steht eine Band, mit der mich Erinnerungen an eine andere zu Beginn der 90er für Furore sorgenden Combo verbinden: STRANGER. Die Mischung aus alten CHROMING ROSE-Hymnen im Kontrast zu STRANGER-Material kommt beim heftig mitgehenden Publikum an. Drei Ex-Mitglieder der ehemaligen Melodic Powerspeedster CHROMING ROSE (Frontmann Gerd Salewski am Mikro, Gitarrist Rikki Rieger und der frühere - Livebassist Kai Liebert) befinden sich in der ihren Auftritt in vollen Zügen geniessenden STRANGER-Crew. Die bereits in den 80ern den Tagesanbruch verkündende Glocke „The Bell“ fügt sich hervorragend ins Gesamtbild eines mitreißenden Gastspiels, dass alte Erinnerungen zurück holt, wie auch neue Einblicke gestattet.

STRANGER-Frontmann Gerd Salewski dessen ausdrucksstarke Gestik nachhaltig wirkt, gibt den Fans zwischendurch eine kurz und knackige Botschaft mit auf den Weg: „Auch wenn wir seit 30 Jahren keine Bühne mehr gesehen haben, - die Leidenschaft am Metal ist immer noch da! Wir sind alte Säcke... und haben genauso viel Spaß am Rock n' Roll... - wie ihr!“, lautet das passende Statement zum Gig. Neben Eigenkompositionen wird vor allem das berauschende 'Loui XIV'-Album geehrt, das CHROMING ROSE einen trotz nur zweier-Alben bis heute unangefochtenen Platz auf dem Gipfel der Melodic-Power Speed-Liga neben HELLOWEEN sicherte, bevor Line Up Wechsel erfolgten und der weitere Weg in Richtung Hardrock führte.



Welcher Melodic-Speed-Nackenbrecher darf diesbezüglich am wenigsten fehlen? „Power and the Glory“! Dashebt die Stimmung, da gehen zahlreich Fäuste hoch, Mähnen fliegen im Takt! „Louis XIV“ - knapp als 'Loui' angekündigt – gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm. Dieser neben „Power and the Glory“ grandiose Hymnenbrecher über 'den Sonnenkönig' setzt mit dem gleichfalls dem 80er-Fundus entnommenen „Wheels“ den vorläufigen Schlusstrich unter eine starke Vorstellung. Bombastreich von Keyboard-Arrangements umrahmt und Leadsoli gestützt, geht so richtig die Post ab, das Publikum singt erfreut mit.



Die Band kann es überhaupt nicht fassen, dass sie nach so langer Pause noch derart abgefeiert wird. STRANGER dürfen eine Zugabe bringen und spendieren mit „Music is a Gate“ den beherzten Rockn' Roll-Outburst zum Schlußfinale. Mal schauen, ob bald weitere Gigs folgen... Die herausragende Publikums-Resonanz hat gezeigt, dass selbst nach über 30 Jahren Live-Bühnen-Abstinenz das Interesse an CHROMINIG ROSE ungebrochen ist und STRANGER mit eigenen Kompositionen bei den Fans auch kräftig punkten können. Wenn das nicht Motivation genug ist?
(MT)

CRAZY LIXX
Diese Band wollte ich schon lange live sehen. Meine Erwartungen werden auf ganzer Linie erfüllt. Wer in der Lage ist, einen so gekonnten Stilmix klassischem Hardrock, Sleaze und Glam/Metal derart arschtretend auf der Bühne zu zelebrieren, dass einem sofort die großen unverzichtbaren durch ihre Mischung aus Stadion-Hardrock und Glam bekannt gewordenen Idole ALICE COOPER, MÖTLEY CRÜE und KISS in den Sinn kommen, kann nur gewinnen.


Schwedens Glamster - angeführt von Frontmann Danny Rexon - schießen fette nach allen Seiten verteilende Breitseiten ab die sich gewaschen haben. Im Zuge der knallig harten Biker-Sleaze-Session fließt auch manches optische Gimmick mit ein. Danny Rexon kommt bei einem Song sim Leatherface-Outfit einschließlich Maske auf die Bühne zurück.

Die Sleazer haben immens viel Saft auf den Instrumenten. Gitarren Schlagzeug bilden eine dichte, tonnenschwer durch's Ambiente dröhnende Soundwand, an der es kein Vorbei gibt. Schade, das die Session zu schnell vorbei ist, doch die Erinnerung bleibt. So erfrischend authentisch trendfrei geballt energiegeladen von der Leber weg muss echter Sleaze-Hardrock mit sämtlich dazu gehörigem Posenrepertoire klingen und repräsentiert werden. CRAZY LIXX haben pausenlos unverfälscht echten Spirit des klassischen Sleaze/ Glam Rock/Metal dieses Planeten leidenschaftlich augeschenkt, die Schweden-Crew darf aus meiner Sicht sehr gern wiederkommen! Wenn im Anschluss der Show noch munter der KISS-Evergreen „It's a crazy, crazy crazy, crazy Night“ durch die Boxen dröhnt, passt natürlich so gut wie alles. - So wird amtlich ge-Sleaze-rockt!
(MT)

CHRIS HOLMES & THE MEAN MEN
Die Show des ehemaligen WASP-Gitarristen entwickelt sich trotz recht ordentlichem Stimmungslevels zu einer zwiespältigen Angelegenheit. Der Ex-WASP-Gitarrist zieht sämtliche Register seines Könnens, zeigt, das seinherausragendes Gitarrenspiel mit wahnwitzigen Soli bis zum Abwinken den echten 80er-WASP-Sound unnachahmlich prägte und seien wir ehrlich: viele haben darauf gewartet! Aus meiner Sicht kommt der Gesang nur solide an das Organ eines Blacky Lawless heran, wodurch deutliche Abstriche im Gesamtbild zu verzeichnen sind obwohl hier im Gegensatz zur Hauptband nichts auch nur ansatzweise nach Playback klingt.



Bemerkbar macht sich der gesangliche Unterschied bei Nummern wie „The Headless Children“ oder „I wanna Be Somebody“, wo die Vocals zeitweise etwas abehackt klingen. Den Spaß auf der Bühne lässt sich die Band nicht nehmen, serviert ein bunt gemischtes Klassikerprogramm inklusive dem unverzichtbarenTriple „On Your Knees“/„The Hellion“/„Blind in Texas“.



Das ganze Dutzend Perlen aus CHRIS HOLMES Glanz-Ära in Reihen der Lawless-Crew reicht über „L.O.V.E.-Machine“ und „Tormentor“ bis „I wanna Be somebody“. Für „Wild Child“ darf MANIGANCE-Frontfrau Carine Pinto gesangliche Unterstützung geben. Bei „Sleeping in the Fire“, wo der zeitweise schon ein wenig in Schieflage geratende, sich kaum gegen die Gitarren durchsetzende Gesang für ein nicht immer stimmiges Bild sorgt, verdrehen sich beinharten Die-Hard-W.A.S.P.- Fans denen das Original um einiges lieber ist verwundert die Augen, während ein partywütiges Völkchen seinen Spaß am Auftritt hat. Weiter geht’s mit dem FRANK ZAPPA-Gedenken „The Torture never Stops“. Spätestens bei „Wild Child“, noch gravierender beim opulent eröffneten Pathos-Meisterwerk „The Headless Children“ stößt der Gesang abermals deutlich an seine Grenzen, was durch ein flott aus der Hüfte geschossenes „Animal“ (Fuck like a Beast) gesundermaßen ausgeglichen wird. Das „I don't need no Doctor“-Cover des Singer-Songwriters NICK ASHFORD als Zugabe lässt den Set ebenfalls gut ausklingen.  
(MT)

ANGEL WITCH
sind in den ersten Minuten mindestens eine ganze Spur zu dünn eingestellt, allerdings schafft die Tontechnikercrew das Malheur schnell erkennend Abhilfe. Was dann folgt ist eine Demonstration, welche den Spirit einer echten NWOBHM-Legende - wie es ANGEL WITCH zweifelsohne sind - ausmacht, obwohl Kevin Heybourne als einzig verbliebenes Urmitglied seine jüngeren Mitstreiter altersmäßig um einiges überragt. Der ANGEL WITCH-Bandkopf ist dünner als gewohnt bei Stimme, doch fällt dieser Aspekt kaum ins Gewicht.

Der auf speziell für das Metal Assault offerierte das gleichnamige bis heute unerreichte Angel Witch-Debüt zugeschnittene, alle wichtigen Hymnen beinhaltende Gedächtnisset kommt prima an.„Atlantis“, „Sorcerers“, „Gorgon“ und „White Witch“ sind Nummern, die von echten ANGEL WITCH-Fans mit leidenschaftlicher Hingabe gefeiert werden - so auch vom kleineren, umso treuer verschworenen jede Note mitsingenden dazu unbändiges Headbanging und wilde Tanzeinlagen liefernden Fanklientel, ehe ein wuchtig rasant aus den Verstärkern geröhrtes derben Gitarrenalarm auslösendes „Angel Of Death“ das unvollständige Ende markiert, denn es fehlt noch ein Song, der in Bezug auf die Bandhistory wichtigste von allen – jener, an dem ANGEL WITCH wohl für alle Zeiten gemessen werden.



Zur Bandüberhymne „Angel Witch“ kriechen selbst die Verschlafensten, vorher überhaupt nicht die geringste Regung zeigenden Gestalten aus ihren Löchern... und zeigen ungewohnte Aktivität. Wo kommen die bloß alle auf einmal her? Mit Einsetzen der drei ersten Akkorde geht es von 0 auf 100 plötzlich zu wie in einem gereizten Wespennest, plötzlich wird drauflos gepogt, dass es kein Halten mehr gibt! Danach ist das nächste Getränk fällig. Fazit: Gut, dass es diese gestandenen NWOBHM-Haudegen immer noch auf die Bretter zieht, ohne Engelshexe wäre das schwermetallische Paralleluniversum für mich um eine wichtige Komponente ärmer.                                                       (MT)

SORTILÈGE
schaffen es auf die gute ANGEL WITCH-Session locker einen drauf zusetzen. Das französische Metal-Urgestein ist für viele Besucher das Top-Highight auf dem METAL ASSAULT. Warum das so ist, zeigt die seit geraumer Zeit erstarkte Franzosen-Truppe.Diesmal bleibt allerdings deren beim KIT für interessante Farbtupfer sorgende, amtlich bei FURIES/ HAEMORAGY den Bass bedienende Sängerin Lynda Siewicz aussen vor. 



Während des gesamten Sets hallen zwischendurch immer mal wieder laute Sortilege, Sortilege-Sprechchöre durch's Ambiente, daran wird erkennbar, wie angesagt diese spielfreudige Franzosen-Legende selbst hierzulande ist, die sich gestützt von ihrer treuen Anhängerschaft einen großartigen Gig abreißt, der ihren Headliner-Slot in jeder Hinsicht unterstreicht.



Live-Brecher vom Kaliber „Alien“ „Amazone“, „Messager“, „Metamorphosis“, „Civilization Perdue“ reißen vom Start weg mit, dass es eine Freude ist. SORTILÈGE zelebrieren Heavy Metal auf extremem Topniveau, wenn SaitenhexerDidier 'Dem' Demajean loslegt schnalzen Gourmets mit der Zunge oder die Anhängerschaft mit 'Rockergen' im Blut headbangt sich in einen alle Sinne verdrehenden Rausch! Dies gilt auch für die von epischem Pathos beseelte Ballade "Délire D' un Fou Daniel 'Lapin' Lapp und Franzois 'Boom' Brisk grooven fleißig mit Gitarrist Didier um die Wette. Stimmbandakrobat Christian „Zouille“ Augustin verbeugt sich am Ende zu allen drei Seiten links, mitte, rechts dankbar auf der Bühne vordem Publikum, freut sich über eine restlos begeistert mitgehende Fanschaar in der Posthalle.



SORTILÈGE bekommen Lautstarken Applaus von allen Seiten. Es ist eine beeindruckende, jederzeit faszinierende Vorstellung einer klasse Live-Band, die seit geraumer Zeit wiedererwacht auf jeder Bühne besteht. Die Legende lebt! Wie schon beim KEEP IT TRUE brachen bei SORTILEGE in kleinerer Location sämtliche Dämme. Bereits in den goldenen 80ern tonnenschwerer Kult, erlebt die Band phantastischer Weise ihren dritten Frühling. Einzig Sängerin Lynda wurde ein wenig vermisst; dennoch: - Der krönende Abschluss eines tollen METAL ASSAULT 2020!
(MT)

Schlusswort:
Es war ein starker METAL ASSAULT-Samstag mit viel sehens bzw. erlebenswertem und einigen Hightlights. Schon die Vorbands u. a. TOWER hatten es mächtig in sich. In Bezug auf die Festival-Headliner bleibt festzuhalten: ANGEL WITCH waren gewohntermaßen gut, SORTILÈGE dafür noch einen Tacken besser! Zudem gab es richtig packende Gigs von SCAVENGER und HAUNT. Das METAL ASSAULT hielt wieder was es versprach: Freundliches Personal, gute Organisation, ein fettes Bandbilling in bewährter Location und toll mitfeiernde Fans. Umso mehr dürfen wir schon jetzt dem nächsten METAL ASSAULT in gespannter Erwartung entgegen sehen.
(MT)

Geschrieben von: Michael Toscher und Melissa Hart
Fotos: Michael Toscher und Melissa Hart

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