HEADBANGERS 2021 - Brande


Konzert vom 23. u. 24.07.2021

Mit STORMWARRIOR, TRANCE, AIRFORCE, STALLION, PYRACANDA etc.

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HEADBANGERS OPEN AIR

mit STALLION, STEEL SHOK, AIRFORCE, TRANCE und STORMWARRIOR
Obwohl es dieses Jahr nicht im gewohnten Rahmen stattfand, war es endlich mal wieder Zeit für das Headbangers Open Air in Brande-Hörnerkirchen, wenn auch in deutlich abgespeckter (light)-Version unter dem Motto – The Rise From Ruins - .

Donnerstag, 22.7.2021
Bereits am Donnerstag in Hamburg angekommen, wird zunächst in der Unterkunft eingecheckt und ein Alsterspaziergang fällig, um schon mal etwas Hamburger Seeluft schnuppernd sich auf die kommenden zwei Festivaltage einzustimmen.
Noch ziemlich down vom anstrengenden Vortag war ein früherer Urlaub bedauerlicherweise nicht möglich, was eine längere Ruhepause nach sich zog.

Erste Schritte auf dem Gelände noch ehe wir das eigentliche Festivalterrain betreten lassen einen Hauch des bekannten Festivalflairs vom Headbangers spüren. Kräftig tief durchgeatmet: Aaaahhhh, hier fühlt man sich als Metaller zu Hause! Ein angenehm leichter Küstenwind weht. Nach Betreten des Festivalgeländes Am Checkpoint der Bändchenausgabe angekommen, werden zunächst nach geltender
3 G-Regelung getestet, geimpft, genesen gemäß Covid 19 Schutzverordnung Maskenpflicht, Impfpässe und Daten und Hinweis auf Abstandsregelung bei entsprechender Verordnungseinhaltung abgeglichen, danach gibt’s die Bändchen.

Freitag, 23.7.2021
Kanada-Stahl, Flammenschwerter und gesprengte Ketten!

STALLION
Nach zuvor akribisch durchgeführtem Soundcheck weiß der süddeutsche Fünfer STALLION am frühen Abend gegen 18:00 Uhr Brande-Hörnerkirchener Ortszeit mit einer tollen Bühnen-Performance zu begeistern. Im Blickpunkt dabei steht Frontmann Pauly, der wie gewohnt derwischartig über die Bühne tobend, alle Regeln der Kunst nutzt, sein Publikum zu pushen, was auch gelingt.



STALLION entfalten auch als Vorband Headlinerqualitäten, legen gleich zu Beginn mit dem immer einen sicheren Stimmungsgarant bedeutenden Anfangstriple „Waking The Demons“/„Down and Out“/„No Mecy“ los wie die Feuerwehr, das Publikum ist auf Anhieb hellwach, nicht wenige sind zu früher Abendzeit auf den Platz gekommen, um STALLION live on Stage zu erleben. Der gute Ruf der viel auftretenden Band hat sich eindeutig bis in den hohen Norden herumgesprochen.



„Time to Releoad“, „Wild Stallions“, „Black Out“ und „Die With Me“ legen kräftig nach, „Underground Society“ ebenso fester Bestandteil im Set, mahnt selbst ernannte Szenepäpste an, die Bälle flach zu halten, daran schließt sich der knallige Heavy/Speed-Bastard „All In“ arschtight an. Obwohl vor dem Bühnenplateau Aufenthaltsverbot herrscht, sind die Fans hinter dem als Absperrung aufgestellten Wellenbrecher begeistert. Irgendwie drängt sich der Eindruck auf, alles klingt fast einen Tacken schneller als in Studioversion. Mit „Rise and Ride“ sowie dem unverzichtbaren Speed-geschoss „Canadian Steel“ lassen die Stahlhengste bis zur Verabschiedung nichts mehr anbrennen, werden gebührend von kräftigen Zugaberufen und vielen in die Luft erhobenen Armen gefeiert. Auch wenn es mit der Zugabe aus zeitlichen Gründen nicht mehr klappt, ist eines gewiss: Auf STALLION ist immer überall Verlass. - Das bewies auch dieser saustarke Gig!

STEEL SHOCK
legen ihr gewohntes True Metalbrett hin, spielen sich dank vieler Livegigs routiniert durch ihren ganzen Set wobei der True Metallische Grundbegriff schon 'Steel' gefühlt omnipräsent ist. Frontsänger Nima gibt stimmlich einschließlich diverser Posen wie gewohnt alles auch der Tribut an den verstorbenen Gitarristen Martjo Whirlewolf wird von entsprechender Ansage unterstützt, selbstverständlich gebracht. Ein solches Truemetal-Livebrett ohne Publikum vor der Bühne mutet seltsam geisterhaft an.



Das tut Stahlgeschossen vom Kaliber „Night of Steel“, „With Fire & Steel“ und „Anointed With Steel“ keinen Abbruch, der unverzichtbare Speedster „Shockwave Of Steel“ am Schluß beende den Stahlreigen standesgemäß.



STEEL SHOCK bedanken sich am Ende noch freundlich dankbar Grüßend beim Auditorium, verlassen mit sich und der Welt zufrieden die Bretter. Im Gegensatz zu den mehr Publikum und heftigere Reaktionen auslösenden STALLION hat das True Metal-Battlekommando STEEL SHOCK trotz amtlicher Performance, an der wie gewohnt alles gebenden Band lag es im Endeffekt nicht – den Kürzeren gezogen.

TRANCE
Der Headliner-Gig des Abends bleibt der Rheinland Pfälzisch-Niederländischen Hard n' Heavy-Kooperation - TRANCE - vorbehalten, die wie auf diversen Gigs zuvor mit ihrer klassischen irgendwo zwischen SCORPIONS und VICTORY stehenden Songmischung zunächst langsam startend sich schrittweise steigernd, und anschließend zum Grande Finale schließlich auf ganzer Linie abräumt!

Die bühnenhungrige Band präsentiert eine fantastische Setlist bestehend aus diversen Klassikern älteren und neueren Datums vom Start weg konzentriert zu Werke gehend in Topform. Dafür sorgt allein der quirlige (u. a. noch bei METHUSALEM, POWERIZED und SINBREED) aktive Fronter Nick Hollemann – der die von Lothar Anhtony hinterlassene Lücke mit Bravour ausfüllt schon seit geraumer Zeit ist der charismatische Holländer gar nicht mehr aus der Band wegzudenken) - eine sehr gut aufgelegte Gitarrenfraktion. Bandurgestein Markus Berger und sein holländischer Gegenpart Joris van Roi holen als bestens miteinander harmonierendes Sechsaiterduo aus den Klampfen heraus, was möglich ist. Dazu bilden wie Markus Berger schon bei der TRANCE-Vorgängerband TRANCEMISSION aktive Viersaitenbediener Thomas Klein und Neudi am Schlagzeug dessen wuchtiges Drumming den Vordermännern mächtig Feuer unterm Hintern macht, eine undurchlässig fett aufschlagende Wall Of Sound.

Mit fetter Setlist einschließlich wohlüberlegt dosierter Songmischung im Programm darunter gleich fünf Songs vom neuen Anfang August erscheinenden neuen 'Metal Forces'-Album erobern TRANCE bereits nach nur wenigen Minuten die Herzen des zunehmend zahlreicher werdenden Metalfans auf dem Headbangers. „Heavy Metal Queen“, „Sensation“ und „Revolution“ mit gesanglicher Einbindung des Publikums sorgen auf für einen guten Start.



„Break Out“, „Confession“ und ein überzeugendes „Death Machine“ vom kommenden TRANCE-Hammer 'Metal Forces' einschließlich Publikumsunterstützung schließen sich nahtlos an. Spätestens ab dem nächsten Dreier „The Fighter“, „Rockstar“ und „Burn The Ice“ bricht auch bei den letzten noch unbewegten Gemütern endgültig das Eis. Danach folgen mit „Metal Forces“ und „Troublemaker“ zwei Songs vom neuen Album und im Anschluß ein wie erwartet megaeuphorisch auf dem Platz abgefeiertes „Break The Chains“ (die Überhymne!), womit klar wird, wer heute Abend Chef im Ring ist! Mit „As Long As I Live“ schließt sich ein weiterer Song vom aktuell frisch erschienenen 'Metal Forces'-Album den Reigen schwungvoll rausgefeuerter TRANCE-Livehämmer an. Markus Berger soliert und posiert als gestandener Vollblutmusiker auch gern mal mit hinter dem Rücken gehaltener Flying V, die für jeden TRANCE Gig unverzichtbare Sondereinlage wird entsprechend vom Publikum ehrfürchtig bestaunt. Was bei anderen aufgesetzt wirkt, gehört bei TRANCE zum festen Programmteil der Show.   


Das rasante Schlußfinisch hält mit „Storm and Thunder“, der ultimativ nicht mehr zu übertreffenden Emotionsbombe „Loser“ sowie dem unverzichtbaren „Shock Power“ noch drei exzellente Hymnen aus der TRANCE-Schmiedewerkstatt in Reserve, anschließend erklingt noch das Outro, womit auch das letzte Partyhard-gängerklientel auf dem Headbangers zufriedengestellt in die Nacht entlassen wird.

Fazit: Mitreissender Gig einer jederzeit überall sehens- und erlebenswerten Live-Band. TRANCE haben mächtig Eindruck hinterlassen, das Headbangers nach allen Regeln der Kunst gerockt! Unabhängig, wo sie auftreten, es ist immer ein wahnsinnig berauschendes Gefühl, sich von der Spielfreude dieser aus tiefster Versenkung zurück gekommenen mit Hingabe, Herz und Leidenschaft ihren dritten Frühling feiernden Hard n' Heavy Kultinstitution anstecken zu lassen! Für alle, denen die Band live noch unbekannt ist bleibt festzuhalten – es empfiehlt sich!

Samstag, 24.76.2021
Luftfahrer und Nordische Legenden...

PYRACANDA
sorgen massenhaft gefüllte Reihen auf dem Gelände. Die bestens ausbalancierte Mischung aus brachialem Thrash und verschachtelter Proganteile bekommt lautstark über den Platz hinaus hallende Resonanz und das Publikum eine Show, an die es trotz Covidbeschränkungen mehr als nur einmal zurückdenken wird.

AIRFORCE
locken uns danach vor die Bühne. Der von klassischen Hardrock-Essenz getränkter NWOBHM-Sound rockt kräftig. Die Band um Ex-IRON MAIDEN-Drummer Doug Sampson groovt vom Start gestützt auf das Material ihrer zwei bisher veröffentlichten Studioalben harmonisch drauflos. Die Instrumente von Bassist Tony Hatton und Gitarrist Chop Pitman sind fett eingestellt. Doug Sampson's Schlagzeug knallt und scheppert. Alarmsirenen läuten den von galoppierenden Gitarrengrooves flankierten Rocker 'Heroes' ein. Kraftvolle Midtempohämmer Marke „Fine Line“, „The Reaper“ sowie der tiefmelancholische Rocker „Son Of The Damned“ wecken nach und nach Interesse der nach Brande Hörnerkirchen angereisten Fans. Da rollen deutlich nachhallend erdig Oldschool klassische in den kultigen 80ern haftende Gitarrengrooves.


Der Portugiesische Frontmann in Reihen von AIRFORCE, Flávio Lino klingt vermehrt nach IRON MAIDEN-Sirene Bruce Dickinson, technisch bewegt man sich fast überwiegend im gediegeneren Midtempobereich, dominiert von rauhkantigen Grundriffs. Dafür, dass es auch mal im beschleunigten Tempo abgeht, sorgt der ungemein satten Drive auf der Wumme verteilende Hymnenhammer „Fight“ und der flotte Powerbanger „Finest Hour“.



Die Engländer mit portugiesischem Sänger in Reihen schaffen es, ab Mitte vom Set zunehmend mehr Leute auf dem Platz mit Blickrichtung Bühne zu locken, der Veteranen-Dreier mit jungem Sänger zieht sein Programm konsequent bis zum letzten Ton routiniert durch und wird am Ende vom überzeugten Auditiorum mittels lautstarkem Applaus verdient gefeiert. Gute Vorstellung der NWOBHM-Kapelle! Da hat außer Fanschichten jüngerer Generation selbst so manch gestandendes Kutten-Altmetalsemester - (u. a. der Kollege neben uns) - nicht schlecht gestaunt!

STORMWARRIOR
Sechsmal sind STORMWARRIOR bereits auf dem Headbangers gewesen, die Festivalmatadoren fühlen sich bei ihrem Heimspiel in Brande-Hörnerkirchen selbst längerer Abwesenheit wie zu Hause.



Auch wenn vor der Bühne nicht gerockt werden darf... spielen STORMWARRIOR ihr Programm tapfer durch, als wäre es ein unter normal regulären Bedingungen stattfindender Auftritt, und servieren eine in dieser Konstellation auch nicht immer vorkommende Setlist, die ihrem treues Fanklientel kräftig etwas auf die Mütze gibt.



In der Formation Lars Ramke, (Gitarre/Gesang), Yenz Leonhardt (Bass, Vocals), Falko Reshöft (Drums) und Björn Daigger (Gitarre) gehen STORMWARRIOR bei ihrem Headbangers' Heimspiel dynamisch zu Werke. Die Ansagen werden aufgrund Einhaltung des Zeitlimits kurz gehalten.



Mit Axt/Schwertmetallkrachern Marke „Heavy Metal Fire“, „Steelcrusader“, „Metal Legacy“ und nordischen Wikinger Hymnenbrechern vom Typ „The Axewielder“, „Norsemen (We Are)“, „Freeborn“, „Odin's Warriors“ oder „Heading Northe“ dürfen wieder zahlreiche Wikingerschwerter gezogen und Hörner erhoben werden, ehe nocheimal im Geiste gemeinsam in die Schlacht gezogen wird... aber hal (!) da fehlt noch was... den Abschluß einer guten Performance bietet wie so häufig der fulminante Speedbrecher „Iron Prayers“, womit ein interessantes Headbangers ungewöhnlicher Art ausklingt, das hinterher zumindest kleinere Fragen offenließ.

Setlist STORMWARRIOR:
01. Signe Of The Warlorde
02. Heavy Metal Fire
03. The Axewielder
04. Norsemen (we are)
05. Ragnarök
06. Thunder & Steele
07. Steelcrusader
08. Metal Legacy
09. Thunderer
10. Freeborn
11. Odin's Warriors
12. Heading Northe
13. Into The Battle
14. Iron Prayers

Schlußresumeé:
An sich von der Organisation durchaus ok, auch Essen und Getränkeauswahl sowie war prima, strene Abstandregel vom Bühnenrand das war alles soweit in Ordnung, auch die Sache mit der 3-G-Impfregelung einschließlich Adresszettel für den Notfall. Dennoch gab es manche Unstimmigkeit: Warum wurde nicht über die Änderung des langjährigen für das Headbangers fahrenden Taxiunternehmens informiert? Das betrübt schon ein wenig, ebenso verwunderlich bleibt die Tatsache, das einzelne Personen auf freiem Feld ermahnt werden, ihr Fusselsieb aufzusetzen, während in so mancher Gruppe Leute dazwischen stehen, für die es genauso gelten müsste. Wenn es heißt, gleiches Recht für alle, dann war's damit wohl nicht all zu weit her (?) dann stellt sich ebenfalls die durchaus berechtigte Frage: Warum sind die berechtigtermaßen auf Sicherheit bedachen Securities hier nicht konsequenter gewesen? Klar, weil einzelne Leute ermahnen grundsätzlich leichter fällt als einer Gruppe Bescheid zu stoßen. Wenn der Wink mit dem Zaunpfahl freundlich rüber gebracht wird, müsste dies generell kein Problem sein. Sorry, das war schon ein wenig seltsam... unabhängig dessen hat sich der Besuch auf dem für mich unverzichtbaren Headbangers Open Air selbst in deutlich abgespeckter Variante unter Einhaltung bestehender Auflagen gelohnt.

An dieser Stelle sei dem zuständigen Ordnungsamt für die Genehmigung der Veranstaltung gedankt. Ein dickes von Herzen kommendes Danke an Thomas Tegelhütter, Jürgen Hegewald & die gesamte HOA-Crew. Ihr habt wieder hervorragende Arbeit geleistet, ein tolles unter den gegebenen Rahmenbedingungen für die Fangemeinde lohnenswertes Festival (bis auf oben erwähnte noch verbesserungswürdige Kleinigkeiten) unter Einhaltung der Corona-Auflagen von Metalfans für Metalfans organsiert, das die vorgegebene Zahl an Leuten nicht überschritt. Bleibt zu hoffen, dass die derzeit vorherrschende Pandemielage sich bald bessert, und ihr dann das eventuell kommende Headbangers Open Air im Schnapszahljahr 2022 in gewohnt umfangreicherem Rahmen planen könnt... doch bis dahin fließt noch viel Wasser an den Ufern der Alster entlang... - Headbangers: Auf neues bis im nächsten Jahr!

Geschrieben von Michael Toscher
Fotos: Michael Toscher und Melissa Hart


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